Cloud Hosting Service drängt auf den deutschen IT-Markt

DigitalOcean eröffnet deutsches Rechenzentrum: Von DevOps zu NoOps?

Moritz Hoffmann, Hartmut Schlosser

Nach den Standorten in London und Amsterdam hat der IaaS-Anbieter DigitalOcean in Frankfurt am Main sein drittes Rechenzentrum in Europa eröffnet. Damit will sich der Cloud-Infrastruktur-Anbieter für den deutschen IT-Markt interessant machen. JAXenter sprach mit Mitch Wainer (Mit-Gründer und CMO DigitalOcean) und Karl Alomar (COO DigitalOcean) über diesen strategischen Schritt und seine Bedeutung für die Nutzer von Cloud Hosting Services.

Neben einem unkomplizierten Pricing-System und einer schlanken Infrastruktur will das New Yorker Unternehmen vor allem bei der User Experience punkten. Auch technisch verspricht DigitalOcean einen schnellen Einstieg für Entwickler. Innerhalb einer Minute soll es möglich sein, einen auf SSD-Laufwerken basierenden Cloud-Server zu starten und für ein eigenes Projekt zu nutzen.

Von den Platzhirschen der IaaS-Szene wie Amazon Web Services oder Microsoft will sich DigitalOcean vorrangig durch die einfache Bedienung des Interfaces abheben. Besonders stolz ist Wainer auf das hier zuständige Control Panel: „We do not sell commodities, we sell an experience.“, lautet hier der Slogan. Neben dem Interface-Zugriff per API setzen die Entwickler auch auf eine ganze Reihe von One-Click-Installationen. Dazu gehören sowohl Software-Stacks wie LAMP, LEMP und MEAN als auch Umgebungen wie CoreOS, Docker, Django oder Ruby-on-Rails.

Warum Frankfurt?

Der neue Standort in Frankfurt (Kürzel „FRA1“) soll dabei nicht nur kürzere Latenzzeiten für in Deutschland arbeitende Entwickler garantieren. Für manche Projekte kann es durchaus von Vorteil sein, wenn die zugehörigen Daten innerhalb der deutschen Grenzen gehostet werden. Weil das Rechenzentrum automatisch unter deutsche Rechtsbestimmungen fällt, erhofft sich DigitalOcean damit auch einen Vertrauensvorschuss bezüglich der Datensicherheit, ein für den deutschen Markt sehr wichtiges Thema, wie Alomar im Gespräch betont. Damit einhergehende Komplikationen beim Markteintritt will der Cloud-Hosting-Service von vornherein umschiffen.

Angesprochen auf die Gefahr eines Vendor Lock-Ins, winken Wainer und Alomar ab. Die Unterstützung offener Standards ermögliche Entwicklern nicht nur eine breite Palette von Implementierungen, sondern garantiere bei Bedarf auch einen leichten technischen Ausstieg.

DevOps oder NoOps?

Wo von Cloud-Services und Container-Technologie die Rede ist, ist auch das Thema DevOps nicht weit. Bezeichnenderweise adressiert DigitalOcean mit seinem Angebot ausdrücklich den „Entwickler“ – während das Infrastruktur-Thema traditionell doch eindeutig in der Operations-Abteilung aufgehoben war. Mit den ausgedehnten Entwicklungsmöglichkeiten der DigitalOcean-Infrastruktur und dem gleichzeitig sehr einfachen Betrieb entsprechender Nutzanwendungen via Control Panel könnte eine eigene Operations-Abteilung für Start-ups praktisch überflüssig werden. Bewegen wir uns hier von DevOps weg in eine Richtung, die man mit NoOps bezeichnen könnte?

Wie dem auch sei – den Gründern geht es nach eigenen Aussagen weniger um einen Einstieg ins Enterprise-Segment; viel wichtiger ist ihnen die enge Anbindung an die globale Entwickler-Community. Das Unternehmen setzt auf die Zukunft kleiner Entwicklerteams und Start-Ups rund um den Globus, die mit und auf den flexibel gehaltenen Cloud-Servern wachsen sollen. „DigitalOcean wurde von Entwicklern für Entwickler gebaut. Wir wollen innovativen Unternehmen in der gesamten Region die besten Tools bieten, um weiter zu wachsen und erfolgreich zu sein.“, so Ben Uretsky, Mitgründer und CEO von Digital Ocean.

Zu DigitalOcean

Das 2011 in New York, USA, gegründete Cloud-Infrastruktur-Unternehmen DigitalOcean richtet sich gezielt an Softwareentwickler, vom Einsteiger bis zum Profi. Die IaaS-Lösung wird weltweit bereits von 400.000 Entwicklern genutzt. Auf den derzeit über 4,5 Millionen Servern, genannt „Droplets“, laufen unterschiedliche Anwendungen, von Hobby-Projekten und Blogs über mobile Anwendungen und Online-Shops bis hin zu ganzen Web- Startups.

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Geschrieben von
Moritz Hoffmann
Moritz Hoffmann
Moritz Hoffmann hat an der Goethe Universität Soziologie sowie Buch- und Medienpraxis studiert. Er lebt seit acht Jahren in Frankfurt am Main und arbeitet in der Redaktion von Software und Support Media.
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. SEO und KPIs isst er zum Frühstück. Satt machen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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1 Kommentar auf "DigitalOcean eröffnet deutsches Rechenzentrum: Von DevOps zu NoOps?"

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Matthias
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Muss ich mich bei den Server-Angeboten von DigitalOcean selber um die Wartung (sprich Software- und Sicherheitsupdates) selber kümmern?