Die Zukunft von GWT: Was sich die Community für das Google Web Toolkit wünscht

Hartmut Schlosser

Produktivität, Performance, Modularität – das sind die drei Hauptgründe, warum Entwickler heute zum Google Web Toolkit (GWT) greifen. Zum Vorschein bringt dies die jährlich durchgeführte Umfrage „The Future of GWT“, deren Ergebnisse jetzt verfügbar sind. 60% der Teilnehmer gaben an, GWT wegen der Produktivitätsgewinne einzusetzen, die durch die GWT-typische Cross-Browser-Kompatibilität erzielt werden: Entwicklern von (Java-)Webanwendungen bleibt es so erspart, mit JavaScript in Berührung zu kommen.

Die Umfrage gilt als wichtiges Stimmungsbarometer für die Festlegung der weiteren Roadmap für GWT. Seitdem das von Google initiierte Projekt 2012 in ein unabhängiges Steering Committee überführt wurde, machen sich GWT-Player wie Vaadin, Sencha und RedHat für eine pluralistische Beteiligung der GWT-Community stark.

Interessant sind deshalb die Problempunkte, die in der Community am häufigsten genannt werden. Laut Umfrage sehen hier 55% Verbesserungsbedarf bei der Compile-Zeit. Schon im letzten Jahr rangierte dieser Punkt ganz oben auf der Wunschliste – und glaubt man den aktuellen GWT-Verlautbarungen, wurden auch massiv Entwicklerressourcen in die Arbeitsgruppe zur Verbesserung der Compiler-Performance gesteckt. Die Ergebnisse aus dieser Anstrengung sollen in den kommenden Releases GWT 2.6 (noch in diesem Jahr geplant) und GWT 3.0 (Q2 2014) zu spüren sein.

Auch Punkt zwei hat mit Performance zu tun: die Dev-mod Refresh-Zeit sollte kürzer sein, meinen 29%. Daniel Kurka vom GWT-Coreteam kommentiert, dass ein neues Feature geplant sei, mit dem der Refresh/Edit-Zyklus sich der Geschwindigkeit von JavaScript annähern soll:

We will introduce a new feature that will give users the same refresh / edit cycle that they can achieve in JavaScript. Going forward with super dev mode will allow for blazing fast refresh times, while developing. Also GWT 2.6 already shipped with some improvements to compile time.

Weitere Punkte:

  • Verbessertes Styling von Anwendungen (19%)
  • Bessere Widgets (13%)
  • Möglichkeit, Bugs schnell zu finden und zu beheben (11%)
  • Produktivität (insbesondere ein leichterer Einstieg in GWT) (10%)

Der „Future of GWT Report“ enthält weitere Daten zur Zusammensetzung der Community, zum Nutzungsverhalten der GWT-Entwickler und zur Zufriedenheit mit dem Steering Committee. Ein Download ist auf dem Vaadin-Blog nach Hinterlassung der E-Mail-Adresse möglich. Neuigkeiten zu GWT sind übrigens auch in den nächsten Tagen von der GWT-create-Konferenz (17. bis 18. Dezember 2013, Frankfurt) zu erwarten.

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Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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