Java 5 ist praktisch tot

Die beliebteste Java-Version in 2016 ist … 7,8 oder doch 6?

Jan Weddehage

© Shutterstock / sergign

Java 8 wurde bereits im Frühjahr 2014 veröffentlicht und soll noch bis mindestens 2017 durch Updates aktualisiert werden. Vergangenes Jahr musste sich die 8er-Version noch deutlich dem damaligen Spitzenreiter Java 7 geschlagen geben. Kann sich Java 8 in 2016 den obersten Platz auf dem Podium sichern oder gibt es womöglich einen Überraschungssieger?

Bereits das vierte Jahr in Folge hat Plumbr.eu Statistiken rund um das Java-Universum veröffentlicht. Dieses Jahr liefern die Daten nicht nur eine Antwort auf die Frage, welche Java-Version sich in 2016 der größten Beliebtheit erfreut. Sie belegen ebenfalls, welche Java Virtual Maschine am häufigsten zum Einsatz kommt. Darüber hinaus wurden die aktuellen Ergebnisse mit den Daten aus den vergangenen vier Jahren abgeglichen.

Die beliebteste Java-Version in 2016 ist …

… nicht Java 8. Das Feld wird weiterhin von Java 7 angeführt. Allerdings beträgt der Unterschied zwischen den beiden Versionen nur läppische 0,17 Prozent. Java 7 belegt demnach den ersten Platz mit 45,3 Prozent, dicht gefolgt von Java 8 mit 45,13 Prozent. Abgeschlagen auf den dritten Rang rangiert Java 6 mit 9,56 Prozent. Weder Java 5 noch frühe Java-9-Builds sind in der Statistik aufgeführt.

2013 – 2016: Java im Wandel

Die Zahlen für das Jahr 2016 sind für sich genommen noch nicht besonders gehaltvoll. Werden sie jedoch mit den Daten der Entwicklung des Java-Umfelds in den vergangenen vier Jahren kombiniert, gewinnen die Ergebnisse an Aussagekraft.

So ist ein genereller Trend zu verzeichnen, dass ältere Java-Versionen nach und nach neueren Releases Platz machen. Obwohl Java 7 das Feld in 2016 anführt, belegen die Langzeitdaten, dass es seinen Peak bereits Mitte 2015 erreicht hat. Seither befindet sich die 7er-Version auf dem absteigenden Ast. Java 8 hingegen verzeichnet seit über zwei Jahren ein kontinuierliches Wachstum und wird aller Voraussicht nach Java 7 in naher Zukunft von Platz eins verdrängen.

Demgegenüber geht der Einsatz von Java 6, das in 2013 noch die Spitzenposition mit knapp 70 Prozentpunkten belegte, jedes Jahr um rund 50 Prozent zurück. Mittlerweile liegt der Wert unter zehn Prozent. Java 5 wird seit 2013 so gut wie gar nicht mehr eingesetzt und ist praktisch tot.

Java Virtual Machines in 2016

Theoretisch müsste es ein breites Angebot an unterschiedlichen Java Virtual Machines geben – in der Praxis sieht das aber ganz anders aus. So belegen die Daten von Plumbr.eu, dass sich zwei JVMs 99 Prozent des Marktes untereinander aufteilen. Hierbei kann allein Oracle HotSpot ganze 88 Prozent Marktanteil auf sich verbuchen. Der einzige ernst zu nehmende Konkurrent OpenJDK liegt mit elf Prozentpunkten deutlich dahinter. Die übrigen ein Prozent setzen sich aus fünf weiteren JVMs zusammen: Oracle JRockit, IBM J9, SAP Java Server VM, Zing und DCEVM.

Fazit

Auch dieses Jahr hat es Java 8 nicht geschafft, sich gegen Java 7 durchzusetzen; der Abstand wird aber immer geringer. Die Langzeitdaten belegen, dass es nur noch eine Frage der Zeit ist, bis der 8er-Release ganz oben in der Beliebtheitsskala steht. Java 6 befindet sich weiterhin im rasanten Tiefflug und wird womöglich bald wie Java 5 in der Bedeutungslosigkeit verschwinden. Demgegenüber bleibt fraglich, ob sich etwas an der Vormachtstellung von Oracle HotSpot in den nächsten Jahren ändern wird.

Aufmacherbild: 1st place blue winners rosette via Shutterstock / Urheberrecht: sergign

Geschrieben von
Jan Weddehage
Jan Weddehage
Jan Weddehage studiert an der Goethe Universität Frankfurt am Main und arbeitet seit März 2015 als Werkstudent bei Software & Support. Kontakt: jan[at]janweddehage.de
Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!

avatar
400
  Subscribe  
Benachrichtige mich zu: