Die 12 Java-Top-Stories 2010

Hartmut Schlosser

Ein spannendes Jahr 2010 liegt hinter uns – und voll ist die Blogosphäre von schwergewichtigen Analysen und Retrospektiven über die Ereignisse des vergangenen Java-Jahres. Interessant ist es da, einmal die JAXenter-Beiträge Revue passieren zu lassen und zu evaluieren, welche Stories eigentlich von der Community am besten angenommen wurden. Die Monatsliste der Top-Stories 2010 ergibt zugleich einen kleinen Jahresrückblick, in dem sich zeigt, dass die großen politischen Themen nicht immer auch die interessantesten sein müssen.

Hier ist die Top-12-Liste der JAXenter-Beiträge 2010:

Januar 2010: „Maven – eine Ausgeburt der Hölle“

Im Januar erregte die Maven-Kritik von Kent R. Spillner die Gemüter auch der JAXenter-Leser. „Maven – eine Ausgeburt der Hölle“ titelten wir – und umschrieben damit Spillners Ausdruck: „Maven builds are an infinite cycle of despair that will slowly drag you into the deepest, darkest pits of hell (where Maven itself was forged).“ Der meistgelesene Beitrag im Januar.

Februar 2010: „Kommentar: Aufatmen bei NetBeans?“

Nach der EU-Genehmigung der Sun-Übernahme durch Oracle veranstaltete die Larry-Ellison-Truppe Ende Januar einen Live-Webcast, in dem die neue Strategieausrichtung Oracles in Sachen Java vorgestellt wurde. NetBeans Dream Team Member Anton Epple kommentierte die dort getätigten Oracle-Aussagen zu NetBeans im Beitrag „Kommentar: Aufatmen bei NetBeans?„, der es im Februar auf Platz 1 schaffte. Epple attestierte dabei dem Vorhaben Oracles, sich bei NetBeans auf Java-Kern-Technologien wie JavaSE, Java EE, JavaFX und JavaME zu konzentrieren und beim Support für Skriptsprachen auf die Community zu setzen, ein solides Fundament.

März 2010: „Programmieren heute: Schreibst du noch oder kopierst du schon?“

Wann haben Sie das letzte Mal „from scratch“ losprogrammiert?, fragte Mike Taylor im März. Taylor erinnerte sich, welchen Spaß er früher hatte, ganze Spiele in Basic und C zu programmieren. Heutzutage sei das leider nicht mehr so, da er nur noch damit beschäftigt sei, Bibliotheken aneinander setzen. Ein Problem, von dem sich offenbar viele Entwickler angesprochen fühlten, klickten sie doch den Beitrag „Programmieren heute: Schreibst du noch oder kopierst du schon?“ auf den ersten Platz im März.

April 2010: „10 Gründe, warum Test Driven Development die Lebensqualität verbessert“

Toran Billups, selbsternannter Kämpfer gegen Software-Praktiken, die das Schicksal der freien Welt bedrohen, erklärte im April, wie Test Driven Development (TDD) sein Leben verändert hat. Seine „10 Gründe, warum Test Driven Development die Lebensqualität verbessert“ gefielen den JAXenter-Lesern im April am besten.

Mai 2010: „Erweitertes Syntax-Highlighting in Eclipse“

Das kleine Eclipse-Plug-in EditBox, mit dem sich das Syntax-Highlighting in Eclipse anpassen und erweitern lässt, regte im Mai das Interesse der JAXenter-Leser. Holger Prangs Beitrag „Erweitertes Syntax-Highlighting in Eclipse“ war wohl ein typisches Thema nach dem Schema: „Kleines, nützliches Tool, das meinen Arbeitsalltag verbessern könnte – schau ich mir gern mal an!“

Juni 2010: „Eclipse Helios: Was gibt’s Neues in JDT?“

Ganz im Zeichen von Eclipse Helios stand der Juni 2010. Marc Teufel stellte im Beitrag „Eclipse Helios: Was gibt’s Neues in JDT?“ die neuen Features der Java Development Tools in Eclipse 3.6 vor – und war damit der Spitzenreiter unter den vielen Eclipse-Beiträgen, die es im Juni und Juli auf die vorderen Plätze geschafft haben.

Juli 2010: „Knigge für Softwarearchitekten“

Peter Hruschka und Gernot Starke beschrieben im Juli gute Verhaltensmuster, die auch für Software-Architekten relevant sind. Vom Proaktiven, dem Elfenbeinturm, über den Vielsehenden bis zur strukturierten Freiheit und dem Diktator lieferten die Autoren im Beitrag „Knigge für Softwarearchitekten – Verhaltensmuster zwischen Vorbild und Desaster“ kurzweilig zu lesende Typenbeschreibungen und gaben Tipps, mit welchen Verhaltensmustern bessere Ergebnisse im Team zu erzielen sind.

August 2010: „Top Ten der gefragtesten IT-Skills“

Welche Fähigkeiten auf dem IT-Stellenmarkt derzeit am meisten gefragt sind, untersuchte im August eine Studie der Vermittlungsplattform für IT- und Unternehmensdienstleistungen twago.de. Diskutiert wurde anschließend in den Kommentaren, ob eine solche „Top Ten der gefragtesten IT-Skills“ überhaupt aussagekräftig ist.

September 2010: „RIP: JSP ist tot!“

RIP: JSP ist tot!“ hieß es im September von Lars Röwekamp und Matthias Weßendorf. Die dort vertretene These, dass JSP seinen Zenit überschritten hat und auch innerhalb der JSF-Spezifikation bald keine Rolle mehr spielen wird, wurde von vielen Kommentatoren kontrovers diskutiert.

Oktober 2010: „Java deprecated: Apple Betriebssysteme künftig ohne Java!“

Im Oktober ging ein Aufschrei durch die Java-Community, als in einem Update für ein Apple-Betriebssystem angedeutet wurde, dass Java zukünftig nicht mehr von Apple unterstützt würde. Die Hiobsbotschaft „Java deprecated: Apple Betriebssysteme künftig ohne Java!“ sammelte im Oktober die meisten Klicks – und wurde glücklicherweise durch die spätere Entscheidung revidiert, dass Apple den Code ihrer Java-Implementierung dem OpenJDK-Projekt übergeben und Oracle dort den Faden für Java auf dem Mac weiterspinnen wird.

November 2010: „Warum Programmieren keinen Spaß macht“

„I used to love programming until it became my job.“ – Das ist eine von vielen ernüchternden Aussagen zum Lebensalltag des professionellen Programmierers, die wir in dem Beitrag „Warum Programmieren keinen Spaß macht“ gesammelt haben. Platz 1 der Lesergunst im November.

Dezember 2010: „10 typische Fehler in Enterprise-Java-Anwendungen“

Das Video des W-JAX-Vortrags „10 typische Fehler in Enterprise-Java-Anwendungen“ von Eberhard Wolff war der Spitzenreiter im Dezember. In kompetenter Weise zeigte Eberhard Wolff typische Fehler in Enterprise-Java-Anwendungen auf – und auch, wie man sie vermeidet.

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Hartmut Schlosser
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