Die 10 gefragtesten IT-Jobs – Berufsanfänger? Abgelehnt!

Hartmut Schlosser

Java-Entwickler sind laut einer Studie des US-amerikanischen Jobportals dice.com die am schwierigsten zu findenden IT-Professionals auf dem Markt. Ebenfalls knapp sind Mobile- und .NET-Entwickler, dahinter folgen Security-Experten, SAP-Entwickler und SharePoint-Programmierer.

In der Studie hatte Dice.com insgesamt 866 Personaler aus technisch-orientierten Unternehmen befragt und ihnen eine Liste ihrer am schwierigsten auszufüllenden IT-Jobs abverlangt. Ergebnis ist eine Art Top Ten der IT-Positionen, die auf dem Markt gefragt sind bzw. vom aktuellen Talent-Angebot nicht ausreichend abgedeckt werden:

Bild: Dice.com

Nun sind solche Listen ja immer mit Vorsicht zu genießen, geben sie doch kaum eine wirkliche Auskunft über Jobchancen, Karrieremöglichkeiten oder gar Gehaltsaussichten. Interessanter ist da schon die ebenfalls abgefragte Information, welche Vorkenntnisse die Job-Recruiter im Allgemeinen erwarten. Gefragt sind nämlich „Wanderarbeiter“ mit professioneller Erfahrung von mindestens 2 bis 5 Jahren – selten beachtet werden Bewerbungen von Anfängern und Universitätsabgängern.

Personaler erwarten auch, dass die Entwickler nur etwa drei Jahre in ihren Unternehmen bleiben – es sind also kaum langfristige Engagements geplant, in deren Verlauf man beispielsweise auch selbst ausgiebige Schulungen durchführen könnte. Es stellt sich dann die Frage, wie die sogenannte „Talent-Knappheit“ in gewissen Sparten behoben werden soll, wenn Bosse nicht bereit sind, ihre Talente selbst heranzuziehen, auszubilden und durch angemessene Vergütung an sich zu binden.

Hiring managers say they expect tech professionals to stay with their firm about three years. That makes it tough to cross-train, retrain, or train at all.

Wenn wir uns diese Ergebnisse vor Augen halten, dann erscheint der so oft gehörte Vorwurf der Arbeitgeber an die Politik, es herrsche gerade akute „Talentknappheit“, in einem anderen Licht: Wenn alle den „Talenten“ nachjagen, die 10 Jahre Erfahrung auf dem Buckel haben, dann ist schon aus rein demografischen Gründen eine Knappheit gegeben.

Dice-Direktor Alice Hill schließt sich dieser Deutung an und zieht das Fazit, dass „Talent“ unter diesen Umständen genauso schwer zu fassen sei, wie die nächste „großartige Idee“, die Talent-Knappheit in technischen Berufen zu überwinden.

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Hartmut Schlosser
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