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4 DevOps Influencer erklären DevOps Trends - Teil 2

DevOps Tools: Vier Tool-Tipps von führenden DevOps-Experten

Hartmut Schlosser

© Shutterstock / Billion Photos

Neben den kulturellen und methodischen Aspekten geht es bei DevOps auch um Tools und Technologien. Wir haben vier DevOps-Experten gefragt, welche Rolle die Werkzeuge für den Erfolg einer DevOps-Strategie spielen.

Im ersten Teil der Interview-Serie mit führenden DevOps Influencern haben wir die wichtigsten DevOps-Trends herausgearbeitet und gefragt, was die Essenz von DevOps ausmacht: DevOps Trends: Warum DevOps Unternehmen revolutioniert.

Jetzt ist es Zeit, auf die Rolle von DevOps Tools einzugehen und einen „Erste-Hilfe-Kasten“ für DevOps zusammenzustellen. Außerdem reden wir über die Vorzüge der Cloud im Kontext von DevOps.

DevOps Tools: Welche Rolle spielen Werkzeuge bei DevOps?

Die DevOps Influencer

Eric Vanderburg ist Information Security Executive. Er ist Vordenker und Autor, der bekannt ist für seine Einblicke in Cyber-sicherheit (Privacy /Data Protection) und Datenspeicherung.

Greg Bledsoe ist Managing Consultant bei Accenture und regelmäßig für die Einführung von DevOps-Prinzipien in Fortune-100-Unternehmen verantwortlich.

Mike D. Kail ist Chief Innovation Officer bei Cybric.

Jason Bloomberg ist der Präsident von Intellyx. Er schreibt und berät dort über Agile Digital Transformation.

Die besten Werkzeuge sind immernoch Ideen.

Jason Bloomberg: Bei DevOps geht es nicht um die Tools an sich. Eine reine Auflistung von Werkzeugen wäre somit der falsche Ansatz, um diese Frage zu beantworten. Es steht jedoch außer Frage, dass DevOps eine durch Software ermächtigte Bewegung ist. Die Ausnutzung besserer Automatisierung und Software-basierte Lösungen zum „Shift Left“ des gesamten Software-Lebenszyklus ist ein integraler Bestandteil der DevOps-Vision.

Eric Vanderburg: DevOps setzt eine Infrastruktur voraus, die ein schnelles Development und Deployment ermöglicht. Ich würde sagen, ein DevOps-Werkzeugkasten enthält grundsätzlich ein Code-Repository, ein Projektmanagement-Tool, eine Change Management-Software und ein Ticketing-System.

Alle Mitglieder eines DevOps-Team müssen auf dem gleichen Stand sein – das Projektmanagement-Tool kann dabei helfen. Das Code-Repository unterstützt die Code-Versionierung und das Release-Management. Auf diese Weise kann jeder am aktuellen Code-Branch arbeiten. Eine automatisierte Testumgebung ist ebenfalls hilfreich bei der Beschleunigung der Entwicklung und der schnelleren Auslieferung von Produkten.

Lesen Sie auch: Was ist eigentlich DevOps? – Missverständnisse rund um DevOps – und wie man es richtig macht

Als nächstes ermöglicht die Change-Management-Software eine kontrollierte Durchführung von Änderungen an einem Projekt und stellt sicher, dass diese Änderungen auch adäquat überprüft werden. Schließlich verfolgt ein Ticketing-System die Probleme von Endbenutzern. Wenn diese Probleme auf Issues innerhalb der Anwendung zurückzuführen sind, können in den nächsten Releases die nötigen Bugfixes durchgeführt werden.

Greg Bledsoe: Die besten Werkzeuge sind immer noch „Ideen“.

Alle sollten die wegweisenden Ideen kennen, die dazu beitragen, die DevOps-Bewegung voranzutreiben. Jeder sollte die Bücher gelesen haben, die wichtige Vorarbeit geleistet haben und Best Practice bieten – von „Extreme Programming“ aus den späten 1990er Jahren über „Lean Enterprise“ und natürlich alle Bücher, in denen DevOps im Titel vorkommt! Mir ist soweit kein schlechtes Buch über DevOps bekannt! Vielleicht werde ich nächstes Jahr sogar selber eins schreiben und versuchen, die Bewegung voran zu bringen. Hoffentlich wird das dann nicht das erste schlechte Buch!

Man muss sicherlich auch interdisziplinäre Konzepte einbringen, wie etwa die Ideen von „Immunity to Change“. Dabei geht es um die Gründe dafür, warum Menschen manche wichtigen Dinge einfach nicht erledigen, obwohl sie genau wissen, dass sie sie tun müssen und auch ungeachtet der verheerenden Konsequenzen dieser Vernachlässigung, wie etwa ein Tod in jungen Jahren.  

Mehr zum Thema: Technologie-Trends 2017: Das sind die Top-Tools

Was die technische Seite der Werkzeuge angeht, gibt es jetzt Platform-as-a-Service-Tools, die als Starthilfe und als Beschleuniger für eine DevOps-Reise dienen können. Sie können damit sofort loslegen und mit einer Vielzahl an Tools, Plattformen und Technologie-Stacks experimentieren. Dieses Experimentieren ist viel wichtiger als das Nutzen eines ganz bestimmten Tools, zudem steht eine große Palette zur Auswahl: alles von Kubernetes über Mesosphere bis hin zu Accentures eigener Open-Source-Plattform ADOP. Fall Sie die noch nicht kennen sollten: ADOP bietet eine schnelle Möglichkeit, Komponenten auszutauschen, während Plattformen On-Demand erstellt werden. Es lohnt sich, einen Blick darauf zu werfen!

Experimentieren ist immer viel wichtiger als die besten Werkzeuge.

Mike Kail: Bevor man eine bestimmte Auswahl an Tools empfehlen kann, sollte ein Unternehmen zunächst eine Skizze vom gegenwärtigen und angestrebten Stand von Development und Betrieb anfertigen. Danach lässt sich erst ein Satz von Werkzeugen auswählen, die für diese Ziele geeignet sind und ein passendes Maß an  Automatisierung und Messgenauigkeit bieten.

Welche Rolle spielt die Cloud im DevOps-Kontext?

Mike Kail: Cloud-Infrastruktur ist per Definition elastisch und programmatisch. Das ermöglicht einen hohen Grad an Automatisierung und Agilität, was sich auf einer Linie mit den Kernbegriffen der DevOps-Definition befindet.

Greg Bledsoe: Das Konzept der Cloud oder auch der Virtualisierung von Hardware in Form von Ressourcen, die On Demand bereitgestellt werden können, ist entscheidend, um das Beste aus Lean- und DevOps-Methoden herauszuholen. Die richtige Kombination von öffentlicher, privater und hybrider Cloud ist entscheidend für eine erfolgreiche Infrastruktur, die das IT-Management der nächsten Generation ermöglicht.

Mehr zum Thema: DevOps und die Cloud – So gelingt die Traumhochzeit ohne Kulturschock

Jason Bloomberg: Um ein Software-basiertes „Shift Left“ für DevOps zu erreichen, ist es wichtig, dass die operationale Umgebung vollständig abstrahiert und Modell-getrieben ist. Die Cloud hat uns gezeigt, dass dies möglich ist und hat den Weg dafür bereitet. Heute sind Architektur-Prinzipien des Cloud Computing – also die Frage, ob eine bestimmte Instanz tatsächlich in der Cloud deployed wird oder nicht – entscheidend für den Erfolg von DevOps.

Eric Vanderburg: Die Cloud kann sowohl für die Zusammenarbeit innerhalb des Development / Operations-Teams, als auch für die Bereitstellung von Produkten für die Kunden eingesetzt werden. Etwa kann die Cloud für das schnelle Deployen jeder neuen Iteration verwendet werden. Zudem lässt sich Support überall und jederzeit durchführen, was Cloud-Systeme viel effizienter macht als individuelle Systeme, die einzeln provisioniert werden müssen. Die Cloud kann ferner für das schnelle Einrichten von Test- oder QA-Umgebungen und das beschleunigte Deployment sowie die flexible Skalierung von Projekten genutzt werden.

Im letzten Teil unserer Interview-Serie bewerten die vier DevOps-Influencer die Rolle von Container-Technologien für DevOps. Zudem geben sie Tipps, wie wir Hindernisse für die Einführung von DevOps beseitigen können. Bleiben Sie dran!

DevOps Influencer - die Infografik

DevOps Influencer – die Infografik

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
Kommentare
  1. DevOps Tools: Vier Tool-Tipps von führenden DevOps-Experten | Intellyx2017-04-12 21:33:22

    […] Read the entire article at https://jaxenter.de/devops-tools-55736 […]

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