Interview mit Eero Mattila

„Datenbankentwicklung kann in DevOps eingebaut werden!“

Dominik Mohilo

Eero Mattila

Datenbankentwicklung und DevOps passen nicht? Eero Mattila, Principal Systems Consultant im Bereich Information Management bei Quest Software, sieht das anders. Im Interview zu seiner Session auf der DevOpsCon 2018 in Berlin erklärt er, worauf man in diesem Bereich achten muss und welche Tools es gibt, um die Datenbankanwendungsentwicklung mit dem DevOps-Prozess zu verknüpfen.

JAXenter: Hallo Eero und danke, dass du dir die Zeit genommen hast. In deiner Session auf der DevOpsCon geht es um DevOps in der Datenbankanwendungsentwicklung. Vielleicht daher zunächst die Frage: Welche Besonderheiten gibt es zu beachten, bevor man überhaupt daran denkt, DevOps in diesem Bereich einzusetzen?

Eero Mattila: Bei DevOps geht es um Tempo und Standardisierung von Abläufen. Die besondere Herausforderung bei Datenbanken ist, dass sie für strukturelle Änderungen eine Auszeit für die Anwendungen benötigen. Eine Anwendung lässt sich schnell durch eine neue Version ersetzen, aber eine Tabelle lässt sich während offener Transaktionen nicht strukturell verändern.

JAXenter: Welche Vorraussetzungen müssen für die erfolgreiche Umsetzung von DevOps geschaffen werden?

Eero Mattila: Um die oben erwähnte Auszeit zu minimieren, müssen die Abläufe möglichst weit automatisiert werden. Dazu zählen z.B. Versionierung, automatisierte Unit Tests, Code Reviews, Synchronisierung von Datenbankobjekten und dergleichen mehr. All das muss noch in ein CI-System integriert werden.

JAXenter: Gehen wir davon aus, dass wir an einem Punkt steht, wo DevOps nichts mehr im Wege steht, alle Beteiligten sind auf Linie – wie geht es nun weiter?

Eero Mattila: Schneller und produktiver bei höherer Qualität der Datenbankanwendungen. 🙂

Aber Spaß beiseite: Der Entwickler checkt seine Änderungen am Code und Tabellen in der Versionskontrolle (VCS) ein. Das CI-System findet die Änderungen im VCS vor und leitet die weiteren Schritte ein: Code Review und Unit Tests werden automatisch durchgeführt, die auszuführenden SQL-Skripte werden generiert, und schließlich wird ein neuer Build in der Zieldatenbank erstellt bzw. für ein vorgesehenes Zeitfenster bereitgestellt. Sollten einzelne Tests fehlschlagen, wird der Entwickler und/oder der DBA benachrichtigt. Zeitaufwendige Routineaufgaben wie Code Reviews, Unit Tests, Schemavergleiche und Skriptgenerierung sind also vollständig automatisiert. Dadurch können Entwickler sich auf ihren Code und die DBAs auf den Betrieb der Datenbanken konzentrieren.

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JAXenter: Welche Tools und Werkzeuge, also welche Software hilft bei der erfolgreichen Umsetzung von DevOps in dem Bereich?

Eero Mattila: Erste Voraussetzung ist ein Versionierungssystem für die Datenbankobjekte wie Tabellen, Prozeduren, Funktionen, Packages usw. Als nächstes ein Werkzeug für automatisierte Unit Tests, Code Reviews, SQL-Optimierung und Synchronisierung von DB-Objekten. Letztlich die Anbindung an Continuous Integration für die Erstellung von Builds.

JAXenter: Was ist die Kernaussage, die jeder Besucher deiner Session mit nach Hause nehmen sollte?

Eero Mattila: Datenbankentwicklung kann in DevOps eingebaut werden!

Eero Mattila ist Principal Systems Consultant im Bereich Information Management bei Quest Software in Köln. Er beschäftigt sich seit 1991 mit relationalen Datenbanken und konzentriert sich seit 2002 vor allem auf das Thema Performancemanagement. Eero Mattila tritt regelmäßig als Referent bei Konferenzen der Deutschen Oracle Anwendergruppe (DOAG), der Professional Association for SQL Server (PASS), der Toad User Konferenz (TUK) u. a. m. auf. Vor Beginn seiner Tätigkeit bei Quest 2005 war Eero Mattila als Datenbankadministrator und -entwickler beim Deutschen Bundestag und als Systemberater bei Oracle Deutschland tätig.
Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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