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Der vergessene Dezember und andere Bugs in Android 4.2

Judith Lungstraß

Ende Oktober hat Google mit Jelly Bean 4.2 die neuste Version des Android-Betriebssystems für Smartphones und Tablets vorgestellt. Doch die anfängliche Begeisterung über neue Funktionen wie Widgets auf dem Sperrbildschirm oder die Multiuser-Optionen ist sehr schnell einer allgemeinen Ernüchterung gewichen, denn Android 4.2 strotzt nur so vor Bugs. Laut Androidpolice ist es das Bug-geplagteste OS seit Honeycomb und dabei kann man nicht einmal von einem ähnlich großen Entwicklungsschritt sprechen.

Am meisten Furore hat wohl der Dezember-Bug gemacht. Warum auch immer,ob man früher fertig geworden ist als gedacht oder Google-Mitarbeiter ganz einfach unaufmerksam oder gar vergesslich waren: In der People/Contacts App fehlt der Dezember. Blöd für alle, die in diesem Monat Geburtstag haben – sie können nur hoffen, dass ihr Geburtsdatum Freunden und Familie auch ohne Smartphone-Erinnerung geläufig ist, ansonsten müssen sie wohl dieses Jahr leer ausgehen.

Aber vielleicht könnte der Dezember ja auch schon wieder auftauchen, bevor es zu spät für Geschenke und Glückwünsche ist. Google hat den Bug nämlich erkannt und verkündet, ihn schnellstmöglich zu beheben.

Leider war das jedoch noch nicht alles an Problemen, die Android Jelly Bean 4.2 zu bieten hat. Weniger merkwürdig, aber deutlich tragischer als der Dezember-Bug sind die Bluetooth-Probleme. Überall außer auf dem Nexus 4 Smartphone funktioniert Bluetooth nur sehr schlecht, mit häufigen Unterbrechungen und manchmal geht es sogar komplett verloren. Einige Apps von Drittanbietern, die via Bluetooth Kompatibilität mit anderen Geräten, wie beispielsweise Wii-Controllern, herstellen sollen, funktionieren gar nicht mehr. Dabei gehört die Bluetooth-Funktion doch seit Prä-Smartphone-Zeiten zu jeglichen Handys und dürfte eigentlich nicht allzu schwer einzurichten sein.

Doch nicht nur Bluetooth ist instabil, sondern auch das Betriebssystem allgemein. Bei allen Nexus-Geräten sind willkürliche Neustarts an der Tagesordnung, sogar wenn das Display ausgeschaltet und das Gerät im Ruhemodus ist (und wir dachten, sowas gäbe es nur bei Windows Phone 8). Selbst das Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen sorgt nur kurz für Ruhe. Beim Galaxy Nexus stellt sich das Display auch manchmal ohne besonderen Grund an, Apps schließen sich hin und wieder einfach so. Und stellt man die Smartphone-Uhr auf die automatische Netzwerk-Zeit ein, kann diese zwischen drei und zehn Minuten an der realen Zeit vorbei gehen.

Besonders auf den Nexus Tablets lässt die automatische Bildschirmhelligkeit stark zu wünschen übrig. Teilweise flimmert der Bildschirm, teilweise verändert sich die Helligkeit, ohne dass es bemerkbare Veränderungen in der Umgebung gibt. Vielleicht ist Jelly Bean 4.2 ja einfach zu sensibel. Gut, dass es für dieses Problem eine unkomplizierte Lösung gibt: Stellen Sie die Bildschirmhelligkeit manuell ein.

Wenig tun kann man allerdings bei den vorherrschenden Akkuproblemen. Mehrere Nutzer berichten über eine schlechte Batterielaufzeit, besonders der Google Play Store soll Akkukapazitäten regelrecht verschlingen. Da ist es umso schlimmer, dass auch der Ladevorgang von den Problemen in Android 4.2 betroffen ist. Manchmal lädt der Akku extrem langsam, manchmal aber auch mit normaler Geschwindigkeit – wie er gerade Lust hat.

So sehr man sich über die neuen Sperrbildschirm-Widgets gefreut hat, so ärgerlich sind auch die zahlreichen damit verbundenen Bugs. Spielt man Musik von Drittanbietern ab, kann es passieren, dass das Steuerelement-Widget für Google Music plötzlich verschwindet und erst nach einem Neustart des Geräts wieder auftaucht. Beendet man die Music App hingegen, muss das noch lange nicht heißen, dass nicht irgendwann unerwartet das dazugehörige Widget auf dem Sperrbildschirm auftaucht.

Angesichts all dieser bekannt gewordenen Bugs können wir nur hoffen, dass Google diese möglichst schnell wahrnimmt und eine Lösung findet. Wenn nicht, könnten dem Unternehmen aus dem kalifornischen Mountain View nämlich enorme Verkaufspotentiale im Weihnachtsgeschäft verloren gehen.

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Judith Lungstraß
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