Der Faktor Mensch im Projektmanagement

Dr. Michael Streng, Gründer und Geschäftsführer parameta Projektberatung

„Redet miteinander!“ – heißt wohl die wichtigste Regel für erfolgreiche Projekte. Die richtige Konstellation von Persönlichkeiten im Projektteam trägt entscheidend zur Kommunikation bei. Das beste Team ist das, welches an einem Strang zieht.

Meist kümmern sich Unternehmen beim Projektmanagement nur um die „harten Fakten“. Das Projekt wird geplant, es findet ein regelmäßiges Controlling statt und die Ressourcenverteilung wird ausgearbeitet. Zugegebenermaßen sind dies notwendige und sogar unerlässliche Aufgaben für einen erfolgreichen Abschluss des Projektes. Doch: erfolgreiches Projektmanagement besteht nicht nur aus der Berücksichtigung dieser messbaren, harten Faktoren; auch die sogenannten weichen Faktoren spielen eine wichtige Rolle. Darunter fallen die Zusammenarbeit, die Wissensweitergabe und die Kommunikation im Projektteam. Laut einer Studie der parameta Projektberatung GmbH und Co. KG von Oktober 2008 war der zweithäufigste Grund für das Scheitern eines Projektes die schlechte Kommunikation. Grund genug, die weichen Faktoren genauer unter die Lupe zu nehmen.

Aus Erfahrung wissen wir, dass bestimmte Personentypen nur sehr schlecht miteinander auskommen. Stoßen beispielsweise zwei Dickköpfe aufeinander und sind nicht einer Meinung, kann sich ein schier endloser Streit entwickeln. Fatal, wenn dies innerhalb eines Projektteams geschieht. Die anderen Projektmitglieder haben in einem solchen Szenario meist nichts mehr zu sagen und sind lieber still, ehe sie zwischen die Fronten geraten. Ständig schwelende Auseinandersetzungen und langwierige Diskussionen können dann die Projektdurchführung innerhalb kurzer Zeit zum Erlahmen bringen. Häufige Folgen: Probleme werden nicht rechtzeitig kommuniziert, sondern erst, wenn es sich nicht länger verhindern lässt. Misstrauen und Unzufriedenheit wachsen und die Gefahr einer ernsten Projektkrise steigt.Doch welche Möglichkeiten hat ein Unternehmen, ein solches Szenario zu vermeiden?

Auf die richtige Mischung kommt es an!

Eine entscheidende Rolle spielt die Wahl und die Aufgabenverteilung der Projektmitglieder. Die „Chemie“ zwischen den einzelnen Mitarbeitern muss stimmen, damit eine erfolgreiche Zusammenarbeit gewährleistet wird. Einen wichtigen Beitrag hierzu bietet ein Persönlichkeitsmodell. Grob kann man – basierend auf den psychologischen Erkenntnissen von C.G. Jung – die verschiedenen Typen in vier Quadranten darstellen. Die Unterscheidung gelingt mittels der Dimensionen Introversion versus Extraversion und Denken versus Fühlen. So entstehen vier Charaktere, die bestimmten Farben zugeordnet werden können. Rot steht für den extrovertierten Denker, Gelb für den extrovertierten Fühler, grün für den introvertierten Fühler und blau für den introvertierten Denker. Grundsätzlich finden sich bei jedem Menschen alle vier Tendenzen, jedoch dominiert meist ein einziges Verhaltensmuster. Zudem ist die Kategorisierung in lediglich vier Grundtypen recht grob und bedarf einer weiteren Differenzierung. Eine solche wurde vor allem von Jolande Jacobi vorangetrieben. Durch eine weitere Aufschlüsselung gelangt er zu acht Persönlichkeitsgruppen:

  • Direktor: ergebnisorientiert, zielstrebig
  • Motivator: marktorientiert, unabhängig
  • Inspirator: kontaktorientiert, flexibel
  • Berater: teamorientiert, kooperativ
  • Unterstützer: beziehungsorientiert, diszipliniert
  • Beobachter: qualitätsorientiert, präzise
  • Reformer: kontrollorientiert, perfektionistisch
Geschrieben von
Dr. Michael Streng, Gründer und Geschäftsführer parameta Projektberatung
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