Mit WSH-Scriptprogrammen schnell und unkompliziert auf InterBase zugreifen

Datenbanking via Script

Karsten Strobel

Was ist eigentlich eine Scriptsprache? Auf der Suche nach einer Definition für Scripting stößt man bald auf den Begriff Glue Code. Damit ist Programmcode gemeint, der hauptsächlich dazu dient, fertige Komponenten – wie Zement zwischen Ziegelsteinen – aneinander zu kleben. Im Gegensatz zu Zement trocknet Spriptcode aber nicht ein, sondern bleibt dauerhaft unformbar. Baumaterial gibt es reichlich und sogar kostenlos. Auch Bauzwang, Baugenehmigung und Grundsteuer sind zum Glück kein Thema. Am Beispiel eines Anbaus an eine (Daten-)Bank möchte ich zeigen, dass die flexible Bauweise gegenüber der Betonarchitektur durchaus ihre Vorzüge hat.

Der Umfang der Befehle, die unter Windows 2000 und XP in der immer noch häufig so genannten DOS-Box (alias Eingabeaufforderung oder Konsolenfenster) zur Verfügung stehen, hat sich zwar seit Vor-Windows-Zeiten hier und da weiterentwickelt, zu einer Revolution ist es aber – zumindest in den Augen eingefleischter .BAT-Programmierer – nicht gekommen. Oder doch? Schon seit 1996 bietet Microsoft mit dem inzwischen in der Version 5.6 verfügbaren Windows Script Host (WSH) eine erhebliche Erweiterung der Möglichkeiten an und das auch noch kostenlos. Auf neueren Windows-Varianten ist diese Software schon vorinstalliert.

Vielleicht wäre der Bekanntheitsgrad dieser Innovation unter Batch-Jongleuren größer, wenn man WSH tatsächlich als Erweiterung des DOS-Befehlssatzes verstehen könnte. Aber Berührungspunkte mit der Vorläufertechnik sind auf den ersten Blick kaum vorhanden, schon weil WSH sich nicht als klassischer Kommandointerpreter mit Prompt und blinkendem Cursor präsentiert. Auch der Befehlsvorrat ist (zum Glück) ein völlig anderer, denn man hat es nun mit respektablen Programmiersprachen und nicht mit einem Sammelsurium schlecht konzipierter Konsolenbefehle zu tun. WSH kann Programmcode interpretieren, der wahlweise in Visual Basic-Script oder in JavaScript verfasst werden kann und der zwar noch interpretierend verarbeitet wird, aber in Punkto Funktionsumfang und Komfort einen erheblichen Schritt in Richtung echte Programmiersprachen vollzieht.

Ich möchte aber mit diesem Artikel keine Einführung in WSH-Programmierung geben, sondern nur eine spezielle Anwendungsmöglichkeit vorstellen und zwar den Zugriff auf InterBase/Firebird-Datenbanken aus solchen Batch-Programmen. Die Flexibilität des WSH liegt nicht allein in dem Befehlsumfang der unterstützten Programmiersprachen, sondern vor allem in der Fähigkeit, automationsfähige COM-Objekte einzubinden und anzuwenden. Damit erlangen die an sich schlichten Scriptsprachen Zugriff auf einen riesigen Vorrat an Funktionalität. Von zwei Vertretern solcher COM-Objekte möchte ich in diesem Artikel Gebrauch machen: ADO (ActiveX Data Objects) für den Datenbankzugriff und FSO (File System Objects) für das Erstellen einfacher Textdateien. Diese Kombination verrät auch schon fast das Thema meines Anwendungsbeispiels.

Abb. 3: Script Debugger
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Karsten Strobel
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