Kommentar von Paul Salazar

Datenbanken in Zeiten der digitalen Transformation: „Die Zeit ist reif für NoSQL“

Paul Salazar

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Legacy-Datenbanken und Digitale Transformation vertragen sich nur schlecht. Oft erweisen sich die SQL-Veteranen als Bremsklotz für agile Prozesse und moderne IT-Technologien. Höchste Zeit für den Einsatz von NoSQL-Datenbanken, findet Paul Salazar.

Jede IT-Ära ist geprägt von dem einen zentralen Element, um das sich alles dreht, dem Kern- und Herzstück, von dem sich alle anderen Komponenten einer IT-Infrastruktur ableiten. In chronologisch-historischer Folge waren das der Mainframe, die Server, die Betriebssysteme, die ERP-Systeme, die Applikationen und schließlich die Cloud.

Dazwischen, in den Neunziger Jahren, waren es die Datenbanken, die den Takt angaben. Relationale und objektrelationale SQL-Derivate galten damals zu Recht als State of the Art. Deshalb waren und sind sie heute noch zentrales Element in den IT-Landschaften vieler Unternehmen und in dem Anwendungs-Portfolio, das den Mitarbeitern und Nutzern zur Verfügung steht.

Doch in Zeiten von digitaler Transformation, Cloud Computing, 
Container-Technologien, Microservices und agiler Methoden wie DevOps erweisen sich diese Legacy-Systeme oft genug als Bremsklotz. Viel zu häufig, wie beispielsweise die jüngste Couchbase-Studie zeigt. Danach ist in 82 Prozent der deutschen Unternehmen in den letzten zwölf Monaten ein Projekt zur digitalen Transformation gescheitert, hat sich erheblich verzögert oder wurde herunterskaliert. Und 76 Prozent der Befragten wurden durch die Abhängigkeit von relationalen Datenbanken in ihrer Fähigkeit zur Umsetzung digitaler Transformationsprojekte behindert – mit fatalen Folgen für die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens.

Es gilt also quasi an der Wurzel, sprich den Legacy-Datenbanken anzusetzen. Und dabei gilt es Abschied zu nehmen von der nicht mehr zeitgemäßen SQL-Technologie. In der Zeit ihrer Blüte war sie eine fantastische Basis für zentral aufgebaute und gesteuerte Client/Server-Architekturen. Also der Ära, als IT-Abteilungen noch definierten, was geht – und was nicht. Doch diese Zeiten sind vorbei. Denn für Transformationsprojekte und digitale Services sind erweiterte, flexiblere Qualitäten gefragt.

In Zuge der digitalen Transformation erleben Datenbanken deshalb eine bemerkenswerte Renaissance in ihrer zentralen Bedeutung für die Unternehmens-IT. Heute allerdings nicht mehr als reinrassiges SQL-Derivat, sondern mit NoSQL-Technologie. Denn sie gestatten unter anderem die Speicherung auf verteilten Hardware-Cluster und arbeiten mit skalierbaren Modellen, die schnell große Datenmengen lesen und verarbeiten können, wichtig beispielsweise für Analytics und Big Data. Sie bieten damit die Performance, Flexibilität und Skalierbarkeit, um die IT-Funktionalität schnell dahin zu bringen, wo sie gebraucht wird: auf Abteilungs- und Teamebene. Also dorthin, wo die fundierten Entscheidungen für Digitalprojekte getroffen werden müssen.

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Paul Salazar

Paul Salazar ist Senior Director Central Europe bei Couchbase

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