Cassandra trifft TitanDB

DataStax übernimmt Graphdatenbank-Startup Aurelius

Redaktion JAXenter

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DataStax, US-amerikanischer Anbieter von Enterprise-Lösungen auf Basis der NoSQL-Datenbank Apache Cassandra, hat heute die Übernahme des Startups Aurelius mitgeteilt. Kernprodukt des 11-köpfigen Teams von Aurelius ist die verteilte Open-Source-Graphdatenbank TitanDB, die u. a. die Suchtechnologien ElasticSearch, Solr und Lucene unterstützt. Als Datenspeicher können bei TitanDB neben Cassandra auch HBase und Oracles BerkeleyDB zum Einsatz kommen. Apache Hadoop und die damit verbundene Funktionalität ist ebenfalls integriert.

Der Kaufpreis ist zur Zeit nicht bekannt.

Mit der Graph- zur Multi-Modell-Datenbank

Ausschlaggebend für den Kauf war die ausgereifte Graph-Funktionalität von TitanDB. Diese soll nun in der neuen Lösung DataStax Enterprise (DSE) Graph aufgehen, um DataStax’ bisheriges Portfolio zu erweitern: Mit Cassandra – einer Mischung aus Key-Value Store und Spalten-orientierter Datenbank – sowie den bereits vorhandenen Such- und Analysefähigkeiten von DataStax Enterprise soll eine „Multi-Model“-Datenbanklösung entstehen, also eine Datenbank, die unterschiedliche Datenmodelle unterstützt, dabei aber aus einem einzigen Backend gespeist wird. Weitere Beispiele für diesen Datenbank-Typ sind OrientDB, ArangoDB oder FoundationDB. Als Einsatzbeispiel für die neue Datenbanklösung nennt DataStax an erster Stelle den Internet-of-Things-Bereich – neben Web- und mobilen Anwendungen.

Dass gerade Graphdatenbanken dieser Tage Konjunktur haben, zeigt der Erfolg von Neo4j: Die Java-Graphdatenbank aus dem Hause Neo Technologies erhielt jüngst einen weiteren Kapitalzuschuss von 20 Millionen US-Dollar.

Made in Menlo Park

20 Millionen sind allerdings beinahe Peanuts im Vergleich zu den Summen, die in DataStax investiert werden: Im vergagenen Jahr erhielt das Unternehmen eine Finanzspritze von 106 Millionen US-Dollar– u. a. von den Investoren ClearBridge Investments, Cross Creek Advisors und Wasatch Funds. Bis dahin hatte das rasant wachsende Unternehmen, 2010 von Jonathan Ellis und Matt Pfeil gegründet, seinen Wert angeblich innerhalb von 14 Monaten verdoppelt.

Cassandra, quelloffen und in Java implementiert, ist ein verteiltes NoSQL-Datenbanksystem, das einerseits von Amazons Dynamo, andererseits von Googles BigTable inspiriert ist. Besonderes Augenmerk liegt bei der Entwicklung auf Performanceaspekten und Ausfallsicherheit.

Initiiert wurde das Projekt von Facebook. Seit 2008 steht die Datenbank quelloffen zur Verfügung, seit 2010 ist sie Top-Level-Projekt bei der Apache Foundation. Im Einsatz ist die NoSQL-Datenbankunter anderem beim Nuklearforschungszentrum CERN, bei eBay, GitHub, Netflix und Reddit.

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