Clojure nimmt Android ins Visier

Hartmut Schlosser

Das erste Quartal 2012 war ein ereignisreiches für die Macher der JVM-Sprache Clojure. Clojure-Erfinder Rich Hickey nahm an der Clojure/West in San Jose teil, beschäftigte sich intensiv mit neuen Clojure Tools und trat auf der QCon London für eine Keynote sowie im Rahmen der London Java Community Night auf, um über sein neustes Projekt Datomic für verteilte Datenbanken zu referieren.

Immer mehr scheint sich der Lisp-Dialekt zu einer echten Alternative auf der JVM zu entwickeln, vor allem für solche, die eine funktionale Programmier-Alternative jenseits von Scala suchen. 2007 in einer ersten stabilen Version erschienen, wurde Clojure schnell von Start-ups aufgegriffen, die so kompakt und schnell wie möglich die besten Funktionen einer Java-ähnlichen Sprache nutzen wollten. Die Sprache ist als Universalwerkzeug konzipiert und einsatzbereit in allen zeitgemäßen Szenarien – von Cloud, Big Data bis zu Social-Media und Devops.

In einem aktuellen Interview mit InfoWorld enthüllt Hickey nun, dass man mit Clojure 1.4 in den nächsten zwei Monaten rechnen dürfe. Auch das nächste Etappenziel gibt Hickey aus: Android! Allerdings gebe es noch so einige Arbeit zu tun, um auch auf dem begehrten Smartphone-Markt einzuschlagen. Obwohl Android-Entwickler bereits jetzt Clojure nutzen können, um Apps zu bauen, sei der ganze Prozess doch noch etwas umständlich. Aber, man arbeite definitv daran, Clojure für die Android-Welt interessant zu machen:

[Clojure] is a little bit too bulky currently for smartphones, but we’re working on that. Targeting Android is a little bit of a challenge at the moment. There are definitely people working on it.

Es ist interessant, dass sich Clojure in diese Richtung bewegt, und es wäre wenig verwunderlich, wenn die Sprache auch auf dem Mobile-Markt einen bleibenden Eindruck hinterlassen würde. Clojures Programmiermodell ist ob seines funktionalen Charakters definitiv geeignet für die Multicore-Programmierung. Bekäme Clojure eine wirklich gute Android-Unterstützung hin, könnte es so einige Konkurrenten abhängen.

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Hartmut Schlosser
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