Der kompakte Einstieg für Java-Entwickler

Buchtipp: Vaadin

Tam Hanna
Vaadin

Die Webentwicklung ist nicht jedermanns Sache: JavaScript, CSS usw. haben die eine oder andere Eigenheit, die auch erfahrene Programmierer zu Wutanfällen reizt. Vaadin erlaubt die Entwicklung von Webapplikationen mit normalem Java. Es ist ein klassisches Client-Server-Framework. Der am Rechner des Benutzers laufende Browser wird mit einer Art Runtime ausgestattet, die die vom Server gelieferten Befehle abarbeitet und ihre Resultate grafisch darstellt.

Autor(en)

Joachim Baumann, Daniel Arndt, Frank Engelen, Frank Hardy, Carsten Mjartan

Titel

Vaadin

Untertitel

Der kompakte Einstieg für Java-Entwickler

Seiten

ca. 280

Preis

34,90 Euro

Verlag

dpunkt.verlag

Jahr

2014

ISBN

978-3-86490-206-2

Nach einigen einleitenden Seiten beginnen die Autoren des vorliegenden Bandes mit der Vorstellung von Toolchain und Architektur. Die normalerweise übliche Reihenfolge von „erst reden, dann installieren“ wird hier umgekehrt – wer sich daran stößt, kann die voneinander unabhängigen Kapitel auch in entgegengesetzter Reihenfolge lesen.

In den darauffolgenden Abschnitten beginnt die Vorstellung des GUI-Stacks. Ein Kapitel demonstriert die diversen in Vaadin enthaltenen Steuerelemente. Die Erstellung eigener Widgets kommt ebenfalls zur Sprache. Da Glue Code unschön ist, geht das fünfte Kapitel auf die diversen Möglichkeiten zur Nutzung von Data Binding ein.

Vaadin 7 brachte mit Server Push die Möglichkeit, den Client zur Aktualisierung seines Datenbestands aufzufordern. Im sechsten Kapitel wird dies anhand eines Chatsystems vorgestellt, das die dabei auftretenden Probleme verdeutlicht.

Wer CSS nicht leiden kann, hat mit dem siebten Kapitel nur wenig Freude. Die Autoren stellen dort ein als SCSS bezeichnetes Style-Sheet-Format vor, das das Anpassen des Aussehens der diversen Steuerelemente ermöglicht. SCSS ist – trotz aller Bemühungen auf Seiten Vaadins – eine CSS-Abart. Die sehr sorgfältige Erklärung ist lobenswert. Das achte Kapitel beschäftigt sich dann mit der effizienten Einbindung des Back Stacks im Browser.

Zu guter Letzt folgen einige Kapitel, die auf den Enterprise-Einsatz eingehen. Neben einem Abschnitt über für Vaadin gut geeignete Design Patterns darf sich der Leser auch über Texte zu Add-ons, Maven und sogar automatisiertem Testen freuen. Die jahrelange Diensterfahrung der Autoren wirkt sich an dieser Stelle positiv aus. Kleine Anekdoten und Erlebnisse aus der Praxis tragen dazu bei, dass ihr Projekt nicht in der ersten Anfängerfalle hängen bleibt.

Aus didaktischer und stilistischer Sicht gibt es nichts Negatives zu vermelden. Die Kapitel arbeiten meist mit eigenständigen Programmbeispielen, was das Buch als Nachschlagewerk qualifiziert. Besitzer der digitalen Version dürfen sich an farbigen Abbildungen erfreuen.

Das von einem Autorenkollektiv verfasste Werk ist eine ideale Einführung in die Welt von Vaadin. Wer das Werk zur Gänze durcharbeitet, lernt alle Facetten des Frameworks kennen. Die einzelnen Kapitel eignen sich zudem als Referenz zum Nachschlagen von beim Entwickeln dringend benötigten Informationen.

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Geschrieben von
Tam Hanna
Tam Hanna
Tam Hanna befasst sich seit der Zeit des Palm IIIc mit der Programmierung und Anwendung von Handcomputern. Er entwickelt Programme für diverse Plattformen, betreibt Onlinenewsdienste zum Thema und steht unter tamhan@tamoggemon.com für Fragen, Trainings und Vorträge gern zur Verfügung.
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