von Christian Ullenboom

Buchtipp: Java ist auch eine Insel

Tam Hanna

Rheinwerk bietet mit „Java ist auch eine Insel“ einen absoluten Klassiker an, der seit 2001 in Universität und Fachhochschule massenhaft Absatz findet. Die mittlerweile vierzehnte Auflage bietet uns Gelegenheit, dem Werk wieder einmal Aufmerksamkeit zu schenken.

Autor

Christian Ullenboom

Titel

Java ist auch eine Insel

Untertitel

Einführung, Ausbildung, Praxis

Seiten

1278 Seiten

Preis

49,90 Euro

Verlag

Rheinwerk

Jahr

14., aktualisierte Auflage 2018

ISBN

978-3-8362-6724-2

Im Vorwort erklärt der Autor, dass sein Werk für Java 11 aktuell ist; zwecks besserer Kompatibilität beschränken sich jedoch viele Beispiele auf die verbreitetere Version, Java 8. Das Versprechen, auch für C-Programmierer ohne OOP-Erfahrung lesbar zu sein, löst das Buch im Großen und Ganzen ein.

Das erste Kapitel spricht zuerst das Java-Ökosystem an, um danach erste kleine Beispiele unter Verwendung des OpenJDK zu realisieren. Als IDE kommt Eclipse zum Einsatz, am Ende finden sich Verweise zu Büchern mit weiteren historischen Informationen. Danach versetzt der Autor die Leser in die Rolle eines Parsers, um mehr über den Aufbau von Java-Programmen zu lernen. Quasi nebenbei stellt er hier auch die diversen mathematischen Operatoren und Variablentypen vor – leider gibt es nur wenige didaktisch vernünftige Wege zur Realisierung eines Programmierlehrbuchs. Lobenswert ist dennoch, dass das Buch nicht nur funktionierenden Code zeigt – viele Beispiele demonstrieren Probleme (samt Fehlermeldungen des Compilers), die insbesondere Umsteigern gerne unterlaufen. Als krönendes letztes Beispiel wird dann die Realisierung der Türme von Hanoi behandelt – der Autor brachte im zweiten Kapitel, quasi nebenbei, auch einige andere imperative Programmierkonzepte unter. Kapitel Numero drei bringt bereits in der Einleitung einen Verweis auf UML-Editoren unter. Die darauffolgende Besprechung der diversen OOP-Funktionen von Java ist allerdings in Ordnung. Arrays und Zeichenketten sind danach Thema und die Erzeugung eigener Klassenhierarchien findet erst im sechsten und siebten Kapitel Erwähnung.

Leere Try-Catch-Blöcke sind in Beispielen und praktischem Code zu finden. Kapitel acht erklärt, warum Java statt Fehlercodes die „lästigere Methode“ einsetzt. Kapitel neun demonstriert anschließend einige OOP-Besonderheiten, während die Besprechung der Sprache danach mit der Vorstellung von Lambdas, Modulen und Generics endet.

Der zweite Teil beginnt mit der Vorstellung der Klassenbibliothek: der Autor beweist bei der Auswahl der gezeigten Klassen ein durchaus geschicktes Händchen. Die Abschnitte zu parallelisierter Programmierung und Datenstrukturen sind naturgemäß kurz, behandeln aber die Grundlagen der jeweiligen Problembereiche ausreichend.

GUI-Stacks für Java waren im Laufe der letzten Jahre einem Wildwuchs unterworfen. Ausgabe vierzehn der Java-Insel beschränkt sich auf Swing und JavaFX, während AWT in den rund dreißig Seiten nur noch peripher zur Sprache kommt. Die darauffolgenden Kapitel zu Datenströmen und Datenbanken zeigen durch die Bank moderne Systeme und APIs – NoSQL-Datenbanken kommen leider nicht zur Sprache. Zur Abrundung des Werks folgen noch Abschnitte zu XML, Bitverarbeitung, der Repräsentation von Währungen und dem JDK. Die praktische Erfahrung des Rezensenten zeigt, dass diese (extrem wichtigen) Themen von umsteigenden Entwicklern häufig vergessen werden.

Aus didaktischer Sicht ist das Buch – bei einer vierzehnten Ausgabe erwartbar – sauber aufgebaut. Neben Grafiken finden sich auch Comics, die der Autor stellenweise allerdings als wenig vorteilhaft empfand. Der umfangreiche und intelligent aufgebaute Index entschädigt allerdings dafür.

Die neueste Version des mit 1278 Seiten alles andere als kompakten Buches bietet Java-Programmierern einen Kurzüberblick über diverse Themen und taugt auch als Nachschlagewerk. Dass komplexere Problembereiche wie JavaFX oder XML-Parsing in den Kapiteln nicht vollständig besprochen werden können, ist logisch – der Kurzüberblick hilft aber beim Weiterforschen.

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Tam Hanna
Tam Hanna
Tam Hanna befasst sich seit der Zeit des Palm IIIc mit der Programmierung und Anwendung von Handcomputern. Er entwickelt Programme für diverse Plattformen, betreibt Onlinenewsdienste zum Thema und steht unter tamhan@tamoggemon.com für Fragen, Trainings und Vorträge gern zur Verfügung.
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