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von Mitsunori Ogihara

Buchtipp: Fundamentals of Java Programming

Tam Hanna

Immer wieder trifft man Fachexperten, die in ihren jeweiligen Ausbildungsstätten nur Fortran oder eine der Wirthschen Programmiersprachen kennen gelernt haben. Um solche Personen schnell auf den neuesten Stand zu bringen, ist es hilfreich, ein Buch zur Hand zu haben, das die Grundlagen von Java erklärt. Das vorliegende Werk, „Fundamentals of Java Programming“, entstand als Begleitung zu einer ein Semester dauernden Vorlesung an einer amerikanischen Universität und leistet genau dies.

Autor(en)

Mitsunori Ogihara

Titel

Fundamentals of Java Programming

Seiten

515

Preis

74,89

Verlag

Springer International Publishing

Jahr

2018, 1. Auflage

ISBN

978-3-319-89490-4

Ogihara beginnt mit einer detaillierten Erklärung, wie man Texte auf den Bildschirm bringt. Warum er an dieser Stelle den Klassenbegriff zwar einführt, aber nicht erklärt, ist unverständlich. Die detaillierte Besprechung von VM (virtuelle Maschine) und Co. ist indes positiv. Im zweiten Kapitel dreht sich alles um primitive Variablen, während das dritte Kapitel auf die Interaktion mit der Tastatur eingeht. Schon hier zeigt sich der studentenfreundliche Aufbau: Am Ende jedes Kapitels findet sich eine Gruppe von Übungen, die die Anwendung der erlernten Fähigkeiten erlauben.

Nach dem Einlesen, Ausgeben und Berechnen von Werten beginnt Ogihara mit der Vorstellung von Methoden. In typisch amerikanischem Stil ist die Besprechung der Funktionen in zwei Kapitel unterteilt: Zuerst folgen einfache Methoden, die Code ausführen, ein separates Kapitel stellt sodann die Parameterübergabe vor. Ebenso wird die konditionale Ausführung von Programmen in einer Gruppe von Kapiteln abgehandelt. Am Anfang steht dabei die Besprechung von if-else, danach die for-Iteration. Als Nächstes folgt eine Vorstellung der Ausgabe von Zahlen unter Nutzung von PrintF und Formatierung sowie eine Vorstellung des StringBuilders. Warum switch und while-Schleifen erst anschließend zur Sprache kommen, ist für Leser, die den europäisch-didaktischen Stil gewohnt sind, verwirrend.

Die Behandlung von Arrays erfolgt in zwei Sektoren: zuerst gewöhnliche eindimensionale Felder, danach die Besprechung von Arrays mit mehreren Dimensionen. In diesem Zusammenhang ist lobenswert, dass das Werk – wenn auch nur sehr kurz – auf Suchalgorithmen eingeht und den zeitsparenden binären Suchprozess erklärt. Die oft als lästig empfundene Exception-Handling-Geschichte handelt das Buch zusammen mit einer Besprechung der file-Klasse ab. Dadurch bekommt die Thematik etwas praktische Wirkung, was sie weniger trocken erscheinen lässt.

Die eigentliche Klassenvorstellung erfolgt erst im 16. Kapitel. Der Autor greift hierbei auf ein Brettspiel zurück, für das in Java eine digitale Repräsentation zusammengebaut werden muss. Im Anschluss folgt die Besprechung von Interfaces. Nach dieser versucht sich das Werk an einer ultrakompakten Vorstellung einiger Klassen, die im Java-Framework enthalten sind. Zu guter Letzt folgt noch ein Kapitel zur Algorithmik im Allgemeinen, das unter anderem auf die Türme von Hanoi eingeht.

Amerikanische Lehrbücher weisen einen auf Europäer und Russen befremdlich wirkenden didaktischen Aufbau auf: Die Bücher enthalten sehr viele praktische Beispiele, Theorie kommt eher sparsam zur Sprache. Der Rezensent hätte sich beispielsweise zusätzliche Informationen zur objektorientierten Programmierung erhofft. Andererseits ist das Buch angesichts der sozusagen langsamen Herangehensweise geradezu ideal für all jene geeignet, die schon lange nicht mehr programmiert haben. Die Ansprüche an die Englischkenntnisse des Lesers fallen, auch dank der reichhaltigen Bebilderung, sehr moderat aus.

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Geschrieben von
Tam Hanna
Tam Hanna
Tam Hanna befasst sich seit der Zeit des Palm IIIc mit der Programmierung und Anwendung von Handcomputern. Er entwickelt Programme für diverse Plattformen, betreibt Onlinenewsdienste zum Thema und steht unter tamhan@tamoggemon.com für Fragen, Trainings und Vorträge gern zur Verfügung.
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