von Thomas Künneth

Buchtipp: Eclipse – Kennenlernen. Verstehen. Effizient nutzen

Tam Hanna

Über die Frage, ob man lieber Jet Brains oder Eclipse vertraut, lässt sich hervorragend streiten. Im Embedded-Bereich, aber auch in der Java-Programmierung sind beide gleichermaßen vertreten. Thomas Künneth veröffentlicht bei Hanser nun ein Buch, das Eclipse als IDE für Java und JavaScript vorstellt.

Autor(en)

Thomas Künneth

Titel

Eclipse

Untertitel

Kennenlernen. Verstehen. Effizient nutzen.

Seiten

318

Preis

39,00 Euro

Verlag

Hanser

Jahr

2018

ISBN

978-3-446-45466-8

Das Werk erklärt die Installation der IDE unter Windows, macOS und Linux. Als Installationsmedium dient dabei das Standalone-Archiv – die Bereitstellung der Java-Runtime kommt ebenfalls zur Sprache. Im nächsten Schritt entsteht ein kleines Beispielprojekt, das die grundlegende Interaktion mit Editor und Co. vorstellt.

Eclipse bringt diverse Werkzeuge zur Bändigung des Java-Wildwuchses mit. Schon im ersten Kapitel zeigt Künneth, wie man mehrere Versionen der Runtime souverän verwaltet. Bei der Arbeit mit Eclipse gibt es einige Grundparadigmen, die das zweite Kapitel befüllen. Workbenches, Perspektiven, Editoren und Co. erklärt das Buch im praktischen Einsatz, um dann auf Möglichkeiten ihrer Anpassung einzugehen. Bevor sich das Werk den Navigationsmöglichkeiten – Stichwort Breadcrumbs – zuwendet, folgt noch ein kurzer Exkurs in die Welt des Refactorings von Java-Code.

Die im englischen Sprachraum als Workspaces bezeichneten Container sorgten schon zu Zeiten des Palm OS Developer Studios – auch dieser Golden Oldie basierte auf Eclipse – für Fragen. Das vorliegende Buch erklärt die Rolle des Konstrukts und stellt danach fortgeschrittene Operationen wie die Verbindung mit Git und die automatische Erzeugung von Dokumentation per Javadoc vor. Die Demonstration der Interaktion mit dem Build-Path-System und der Maven-Bibliotheksverwaltung hätte dem Rezensenten vor vielen Jahren Zeit gespart.

Im darauffolgenden Kapitel dreht sich alles um die Fehlersuche. Neben grundlegendem visuellem Debugging zeigt das Buch auch, wie man mit konditionalen Breakpoints die Aufmerksamkeit auf „Ausnahmesituationen“ legt. Die Ausführungen zum Remote Debugging und zur in Eclipse integrierten Unit-Testing-Unterstützung tragen ebenfalls zur Steigerung der Codequalität bei.

Nachdem Git nochmals zur Sprache kommt, beginnt der praktische Teil des Buchs. Auf rund 100 Seiten zeigt Künneth, wie man Spring-Boot-basierte Services, JavaFX-Anwendungen und JavaScript-Frontends unter Verwendung von Eclipse realisiert. Aus der Logik folgt, dass dieser Teil des Buchs die Themen nur anreißen kann.

Künneth wendet sich einem schier unendlichen Themenbereich zu – lobenswert ist, dass das reich bebilderte Werk zu Problemen wie Refactoring eine umfangreiche Literaturliste mitbringt. Auch sonst bietet der Text aus sprachlicher Sicht keinen Anlass zur Kritik. Eigenwillig ist indes der didaktische Ansatz: Themen wie Refactoring werden nicht en bloc abgearbeitet, sondern finden immer wieder Erwähnung. Da das Buch aber sowieso zum „linearen Durchlesen“ vorgesehen ist, ist dies Kritik auf hohem Niveau.

Wer sich mit Eclipse auseinandersetzt, lernt ein fast universell brauchbares Hilfsmittel der IT kennen. Die IDE kommt nicht nur in der Java-Welt, sondern beispielsweise auch bei der Programmierung des STM32 zum Einsatz. Das vorliegende Buch zeigt die Möglichkeiten und Grenzen der IDE unter Fokus auf Java und JavaScript. Wer mit diesen Sprachen arbeitet, profitiert naturgemäß am meisten. Doch auch mit C und Co. arbeitende Entwickler finden Brauchbares, weshalb wir das Buch zum Kauf empfehlen.

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Tam Hanna
Tam Hanna
Tam Hanna befasst sich seit der Zeit des Palm IIIc mit der Programmierung und Anwendung von Handcomputern. Er entwickelt Programme für diverse Plattformen, betreibt Onlinenewsdienste zum Thema und steht unter tamhan@tamoggemon.com für Fragen, Trainings und Vorträge gern zur Verfügung.
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