Practical Modularity with Java in the Cloud Age

Buchtipp: Building Modular Cloud Apps with OSGi

Tam Hanna
Building Modular Cloud Apps with OSGi

Viele Köche verderben den Brei. Diese Binsenweisheit trifft auf das OSGi-Projekt voll und ganz zu: Wegen der Vielzahl verschiedener Anbieter ist es schwer, ein Buch zu finden, das das Thema vollumfänglich abbildet.

Autor(en)

Paul Bakker, Bert Ertman

Titel

Building Modular Cloud Apps with OSGi

Untertitel

Practical Modularity with Java in the Cloud Age

Seiten

207

Preis

20,00 Euro (Printausgabe)/17,49 Euro (E-Book)

Verlag

O’Reilly

Jahr

2013

ISBN

Printausgabe: 978-1-4493-4515-0; E-Book: 978-1-4493-4510-5

Im ersten Kapitel des Buchs dreht sich alles um die Frage, warum und wie Java-Code zu modularisieren ist. Neben einer detaillierten Einführung in die OSGi zugrunde liegenden Konzepte geht der Autor auch kurz auf einige Alternativsysteme ein.

In den beiden darauffolgenden Abschnitten geht es zur Sache. Kapitel 2 erklärt OSGi theoretisch, während Kapitel Nummer drei die soeben besprochenen Konzepte zur Realisierung einer kleinen Beispielapplikation nutzt. Das Durcharbeiten der einzelnen Schritte sorgt dafür, dass Sie alle wichtigen Teile des OSGi-Stacks einmal „in Aktion“ sehen.

Aufgrund des enormen Umfangs von OSGi gibt es eine Vielzahl von interessanten Features, die man nicht jeden Tag braucht. Das Werk widmet ihnen ein eigenes Kapitel, um in einem weiteren die weniger empfehlenswerten Teile der Spezifikation vorzustellen. Die praktische Erfahrung der Autoren sorgt dafür, dass Ihnen die Irrungen und Wirrungen des zehnjährigen Entwicklungsprozesses des Frameworks keinen Ärger bereiten.

Wer das Kürzel OSGi hört, denkt normalerweise an lokale Applikationen wie Eclipse. Der zweite Teil des Buchs befasst sich mit der Wanderung in die Cloud. Wie bei der Besprechung von OSGi selbst beginnt die gemeinsame Reise auch hier mit einer Vorstellung gerne verwendeter Architekturen; ein Bonuskapitel erklärt die in Cloud-Applikationen wichtigen Architektureigenschaften (Stichwort „Skalierung“).

Die darauffolgenden Kapitel zeigen, wie man die einzelnen Komponenten realisiert. Die Autoren legen besonderen Wert auf die Datenpersistenz: Ihr ist ein eigenes Kapitel gewidmet, das neben klassischen Datenbanken auch auf die im Cloud-Bereich immer wichtiger werdenden NoSQL-Speichersysteme eingeht.

Zu guter Letzt demonstriert der dritte Teil effiziente Methoden zum Deployment von OSGi-Applikationen. Heutige Systeme werden oft nicht mehr auf dedizierten Servern betrieben. Eine Besprechung der Buzzwords PaaS, IaaS und SaaS erklärt, was die diversen Anbieter offerieren.

Das praktische Beispiel basiert dann auf dem weit verbreiteten Apache ACE. Aus Gründen der Vollständigkeit geht das elfte Kapitel auf Application Server ein: Alle wichtigen Angebote werden kurz vorgestellt.

O’Reilly bietet das Werk von Bakker und Ertman nur in englischer Sprache an. Das ist insofern unkritisch, als der Text gut verständlich ist. Wer etwas Englisch kann, wird hier keine Probleme haben. In der E-Book-Version sind alle Listings mit farblicher Hervorhebung versehen, was die Lektüre erleichtert. Als Arbeitsumgebung kommt im Gutteil des Buchs Felix zum Einsatz. Wer mit mBS oder Equinox arbeitet, muss die Beispiele von Hand an seinen Workspace anpassen.

Der Band taugt mit Sicherheit nicht als Abendlektüre. Der behandelte Stoff ist so komplex, dass volle Konzentration beim Lesen unerlässlich ist. Wer zum Investieren dieses Aufwands bereit ist, findet in diesem Buch einen wertvollen Wegweiser durch den OSGi-Dschungel.

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Tam Hanna
Tam Hanna
Tam Hanna befasst sich seit der Zeit des Palm IIIc mit der Programmierung und Anwendung von Handcomputern. Er entwickelt Programme für diverse Plattformen, betreibt Onlinenewsdienste zum Thema und steht unter tamhan@tamoggemon.com für Fragen, Trainings und Vorträge gern zur Verfügung.
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