Suche
Let’s go bananas!

Bananacoin: Ethereum-Token gebunden an den Exportpreis von einem Kilo Bananen

Dominik Mohilo

© Shutterstock.com / Adrian Today

Eine Cryptocurrency, die an den Exportpreis von einem Kilo Bananen gebunden ist? Das klingt auf den ersten Blick verrückt oder zumindest wie ein Scherz. Betrachtet man sich das Projekt Bananacoin allerdings etwas genauer, ergibt es auf faszinierende Weise Sinn. Rein vom Finanziellen Standpunkt aus betrachtet, aber auch aus ökologischer Sicht.

Quizfrage: Was passiert, wenn sich professionelle Bananenplantagenmanager mit Softwareentwicklern und Anwälten zusammentun, um neue Geschäftsfelder zu erschließen? Die Antwort findet man in Laos bzw. vielleicht bald in der eigenen digitalen Brieftasche. Die Rede ist von der neuen Kryptowährung Bananacoin. Klingt erstmal wie die neueste Verrücktheit, die Geld kostet, aber keinen wirklichen Mehrwert bietet. Wer das allerdings glaubt, irrt gewaltig.

Für den guten Zweck…

Zunächst einmal dient das Projekt einem wirklich guten Zweck. Die kreativen Köpfe hinter der Bananacoin-Idee sind nämlich Agrarexperten, die sich mit dem Anbau von Bananen in Laos auseinandersetzen. Der Zweck von Bananacoin ist es, die umweltfreundliche Plantage zu finanzieren und weiter zu expandieren. Die Plantage soll zu 100% „Bio“ sein und den Umweltschutz fördern, Pestizide werden dort nicht eingesetzt.

Ein weiterer Punkt ist, dass das Defizit Chinas in Sachen Banenenversorgung einer Plantage von etwa 30.000 Hektar entspricht. Dieses Defizit auszugleichen, ist daher ein weiteres positives Kernanliegen der Aktion. Übrigens: Die Sorge „Lady Finger“, die auf der laotischen Plantage angebaut werden soll, ist in China sehr populär, das kommt auch den Investoren zugute.

…und rentabel obendrein!

Warum gerade Bananen und nicht Mangos oder andere Früchte auf den Plantagen angebaut werden, liegt an einer Tatsache: Bananen sind rentabel, da sie gefragt sind. Innerhalb von wenigen Jahren ist die Ausfuhr dieser Früchte nach China um über 40 Prozent gestiegen. Die große Nachfrage sorgt dafür, dass der Kilo-Preis von Bananen stabil bleibt und sich eher positiv entwickelt. Das ist für die Investoren wichtig, denn der Wert eines Bananacoins richtet sich nach dem Preis für ein Kilo Bananen.

As we have already mentioned, the number of Chinese plantations is declining, the deficit of bananas is growing, the price will be only increasing. In some months, the price has already reached 3.5 USD (300 yuan for a 13 kg box of bananas).

Bedenkt man, dass derzeit ein Bananacoin nicht einmal einen US-Dollar kostet, scheint das Modell durchaus eine recht interessante Investitionsmöglichkeit zu sein. Die Investition geht mit dem Recht einher, am Gewinn beteiligt zu werden. Dies wird dadurch sichergestellt, dass die Bananacoins (wie bereits erwähnt) an den Preis für ein Kilo Bananen der Marke „Lady Finger“ gebunden sind.

Investoren können sich ihren Gewinn später dann entweder in Naturalien (also einem Kilo Bananen pro Coin) auszahlen lassen oder in Form von Geld. Damit wird, einfach gesagt, ein Vertrag über noch zu produzierende Güter abgeschlossen. Wer sich gerne einmal die Plantage live vor Ort ansehen möchte, kann dies tun, denn Investoren haben das Recht diese jederzeit zu besuchen.

Technischer Hintergrund

Natürlich ist die Produktion der Bananen nicht digitalisiert oder mit einer Blockchain verbunden. Es geht viel mehr um das Crowdfunding nach dem TGE-Modell (Token Generation Event). Dabei werden digitale Tokens (also die Bananacoins) für Investitionen in das Projekt ausgegeben. Diese Tokens widerum basieren auf der Ethereum-Blockchain und aktuell sind etwa 4 Millionen Tokens von 14 Millionen insgesamt verfügbaren Tokens bereits vergeben.

Weitere Informationen zum Bananacoin-Projekt gibt es auf der offiziellen Webseite, Einführungsvideos können im YouTube-Channel abgerufen werden. Detailliert auf die finanziellen Einzelheiten gehen die Macher in ihrem White Paper ein, dort werden auch Risiken besprochen.

Verwandte Themen:

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.