Bahnbrechende Technologietrends des nächsten Jahrzehnts - JAXenter

Bahnbrechende Technologietrends des nächsten Jahrzehnts

WELCHE TECHNOLOGIETRENDS VERÄNDERN DIE WIRTSCHAFT?

Um zu verdeutlichen, welche Auswirkungen die nächste Welle disruptiver Technologien haben kann, haben wir acht technologiegetriebene Unternehmenstrends identifiziert. Einige dieser Trends befinden sind noch in den Kinderschuhen, andere haben bereits eine weit reichende Wirkung.

  • Innovationsprozesse aufteilen: In Netzwerken entwickeln Mitarbeiter, die nur lose miteinander verbunden sind, über Firmengrenzen hinweg neue Produkte. Sie nutzen dazu Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT). Plattformen wie das Betriebssystem Linux oder Wikipedia sind Beispiele hierfür. Die Größe, die Unternehmen mithilfe solcher Netzwerke erreichen, und die Mitarbeitervielfalt, aus der sie auf diese Weise schöpfen, sind für traditionelle Unternehmen kaum möglich.
  • Konsumenten werden zu Innovatoren: Von der Interaktionsfreude der Verbraucher in Wikis und Blogs können auch Unternehmen profitieren, insbesondere bei der Entwicklung neuer Produkte, aber auch im Marketing und After-Sales-Prozessen. Das erhöht die Kundenbindung und beschleunigt die Innovationszyklen. Als Beispiel sei hier Threadless erwähnt, das T-Shirts nach Vorlagen von Internetusern herstellt.
  • Talente von außen holen: Die Zusammenarbeit mit einer Vielzahl externer Partner, die nicht in herkömmlichen Vertragsbeziehungen an das Unternehmen gebunden sind, erweitern die Grenzen des Machbaren für die Unternehmen. Aufgaben und Chancen, die bisher auf Grund von Budgetgrenzen oder Mangel an Personal (quantitativ und qualitativ) außerhalb der Möglichkeiten des Unternehmens lagen, kommen dadurch in Reichweite. Ein Beispiel ist das „Crowdsourcing“ des kanadischen Bergbauunternehmens GoldCorp – in Form eines Wettbewerbs mit der Aufgabenstellung, neue Goldadern zu finden. GoldCorp stellte die geologischen Daten der Mine online „der Öffentlichkeit“ zur Verfügung. Innerhalb weniger Wochen hatten Wettbewerbsteilnehmer aus aller Welt 110 viel versprechende Ziele identifiziert – bei 80 Prozent davon ist seitdem tatsächlich Gold gefunden worden.
  • Mehrwert durch Interaktion: Technologien steigern die Produktivität vieler Interaktionsarten. Sie ermöglichen damit neue Arten der Wissensarbeit und stärken die Kooperation. Das Entstehen von Kommunikationsplattformen, über die sämtliche Arten von Nachrichten ein- und ausgehen (Unified Messaging), sowie die mobile Kommunikation haben neuen Telearbeitsmodellen den Weg geebnet. WebEx und Microsofts Groove sind Beispiele für Softwarepakete, die Echtzeitkommunikation und -kooperation zwischen Menschen innerhalb und außerhalb des Unternehmens ermöglichen.
  • Mehr Prozessautomatisierung: Dank Technologien wie RFID können mit einem Chip versehene Objekte mit automatisierten Lagerhaltungssystemen oder hoch entwickelten Logistikmanagementsystemen sowie anderen Plattformen kommunizieren. Derart optimierte Lieferketten haben ganze Geschäftsmodelle wie das von Dell erst möglich gemacht.
  • Produktion und Lieferprozesse trennen: Der Trend Produktionssysteme Dritten zu öffnen, um die Anlagenauslastung zu verbessern, ebnet neuen Geschäftsmodellen den Weg. Ein Beispiel hierfür: Virgin Mobile ist Betreiber eines virtuellen Netzes. Das Unternehmen betreibt also kein eigenes Netz, sondern mietet Kapazitäten anderer Betreiber. Virgin Mobile bietet mobile Sprach- und Datendienste an, ohne an der eigentlichen „Produktion“ dieser Dienste beteiligt zu sein.
  • Informationen intelligent einsetzen: Data Mining und Techniken der statistischen Modellierung bilden das Herzstück dieses Trends. Die Konzepte sind nicht neu, allerdings werden die Anwendungen in diesem Bereich leistungsfähiger und billiger. Unternehmen können heute auf riesige Datenmengen zugreifen – etwa, um an virtuellen „Performance Cockpits“ die Unternehmensentwicklung in Echtzeit abzulesen, Wettbewerbsvorteile aufzubauen oder sogar neue Geschäftskonzepte zu schaffen. Der Elektronikhändler Best Buy hat derartige „Business Intelligence Tools“ eingesetzt, um ein neues Arbeitsplatzmodell zu entwickeln. Sein Modell der ergebnisorientierten Arbeitsumgebung („Results Only Work Environment“) bewertet rein nach Produktivität, nicht nach dem Zeitaufwand für eine Aufgabe.
  • Bessere Geschäfte machen: Neue Geschäftsmodelle ermöglichen es den Unternehmen, von der Sammlung, dem Verkauf und der Nutzung von Informationen zu profitieren. Das Produkt, das diese Unternehmen verkaufen, sind Daten. Die Spanne reicht dabei von Kundendaten bis hin zu Echtzeitverkehrsflussdaten.

Zusammengenommen bilden diese acht Trends eine Mixtur, die sowohl Gefahren als auch Chancen auf Wachstum birgt. Eine Umfrage des McKinsey Quarterly unter Führungskräften zeigt, dass viele dieser Trends bereits Aufmerksamkeit erhalten: etwa Talente von außen holen, die Innovation durch Konsumenten und der intelligente Einsatz von Informationen. Die überwiegende Mehrheit schätzt, dass diese Trends in den kommenden fünf Jahren einen großen oder sogar sehr großen Einfluss auf ihre Branche haben werden – und auf die Profitabilität der einzelnen Unternehmen. Dennoch sind wir überzeugt, dass die meisten Unternehmensführer die Größenordnung der bevorstehenden Veränderungen unterschätzen.

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