Pavlo Baron

Pavlo Baron
  Pavlo Baron ist Enterprise IT Architect in München. Er ist Autor der Bücher „Pragmatische IT-Architektur“ und „Fragile Agile“ sowie zahlreicher Artikel. Außerdem spricht er regelmäßig auf Konferenzen und in kleineren Kreisen und gibt so seine Erfahrungen und Beobachtungen weiter.
Beiträge dieses Autors

Geek’s Guide to the Working Life 8

Als Geeks die der modernen elektronischen Kommunikation zugrunde liegende Netzwerkphysik, Basistechnologien und Protokolle ausgearbeitet haben, haben sie mit voller Absicht die Bandbreiten, Taktungen sowie Datenfeldgrößen als restlos sparsam und Datenaustauschmuster sowie Synchronisationsverfahren als absolut träge und misstrauisch gestaltet. Alles, damit sich dem Nutzer der lakonische, fast schon asketische Umgang mit Worten und damit – elektronisch gesehen – Bits und Bytes geradezu aufdrängt. Und auch damit die asynchrone Kommunikation, bei der man seinem Kommunikationspartner mit allem Nachdruck aus dem Weg geht, jeder anderen Möglichkeit vorgezogen wird.

Geek’s Guide To The Working Life 6

Ach, wie schön wäre doch das Leben von Geeks, wenn es nur darum ginge, hinter verschlossener Tür in relativer Dunkelheit und vor allem in beinahe klösterlicher Ruhe zu coden. Aber irgendwelche bösen, dunklen, aller Wahrscheinlichkeit nach außerirdischen Mächte suchen in regelmäßigen Zeitabständen ihre nähere Umgebung auf, bemächtigen sich der Körper und der Geister der Produktmanager und bestehen mit unbiegsamer Hartnäckigkeit darauf, die Software zu releasen, also produktiv zu stellen, damit live zu gehen oder welche auch immer skurrilen Ausdrücke sie für diesen ganz offensichtlich zeitraubenden, unkreativen, stressigen und schlichtweg überflüssigen Nonsens verwenden mögen.

Geek’s Guide To The Working Life 5

Wenn Sie auf der Straße jemanden sehen, der im strömenden Regen auf ein größeres Aller-Wahrscheinlickeit-nach-Handy-aber-man-kann-ja-nie-Wissen-bei-diesen-Dingern starrt und mit dem Daumen auf dessen Bildschirm ruckelnde Bewegungen vollführt, dabei 300 Euro teure Kopfhörer aufhat, bei dem es alle 10 Sekunden aus jeder Jacken- und Hosentasche bimmelt und piepst und der eine Uhr um das Handgelenk trägt, die alles messen kann – sogar den millimetergenauen Abstand des Besitzers zum nächstgelegenen Stern – nur nicht die aktuelle Uhrzeit, dann sollten Sie eines wissen: es ist kein Außerirdischer, sondern ein Geek. Oder jemand, der den falschen Beruf gewählt hat. Aber das ist eine andere Geschichte.

Geek’s Guide To The Working Life 4

Geeks leben auf verschiedenen Planeten. Sie sind aber einer großen, wachsenden, allgegenwärtigen, fast schon krebsartigen Gefahr ausgesetzt, und ihr Name lautet: Konferenzen. Diese starten minütlich auf irgendeinem Planeten und locken einen ahnungslosen Geek mit bunten Plakaten oder gescheitem Geek-Kauderwelsch in die Falle. Und die Geeks bekommen plötzlich Fernweh. Diesem Phänomen gehen wir hier auf den Grund. Und nachdem im heutigen Universum das fast einzig gebliebene Kommunikationsmittel der Twitter ist, der sogar die natürliche Sprache verdrängt hat, wollen wir doch mal einen Test-Geek auf eine Konferenz schicken und reingucken, was er so alles auf seinem Weg von der Einholung der Erlaubnis zur Reise bis zu seinem Dienstwiederantritt twittert. Los geht’s.

Geek’s Guide to the Working Life 3

Ob in Krisenzeiten oder in den Perioden der invertierten Geldnot (in der Geek-Sprache: „not geld_not“) – die Geeks waren, sind und bleiben auf allen Planeten des Universums sehr gefragt, weil sie als einzige die teilweise unrealistischen Hirngespinste deren technisch völlig unbeholfenen Bewohner in funktionierende Mechanismen umwandeln können – sie müssen es nur wollen. Aber welcher Tricks bedienen sich die uns bereits bekannten HRchen – getriggert von ihren herrschenden Verwaltern, um die guten Geeks auf ihren Planeten zu locken und sie in die Falle tappen zu lassen, sodass sie den Planeten für eine Weile nicht mehr verlassen können? Eines dieser trickreichen, aber nicht selten auch unbeholfenen und fruchtlosen Mittel heißt „Stellenanzeige“, und wird von uns an dieser Stelle näher untersucht.

Geek’s Guide to the Working Life 2

Nachdem unser Geek nun die Untiefen der Zeugnissprache kennen gelernt und diese nun problemlos auch ohne einen Babelfisch versteht, ist es an der Zeit, seine offensichtliche Abscheu gegenüber einer für die meisten extrem nützlichen aber für ihn meist sehr lästigen Erfindung vom Office-Planeten zu untersuchen: der Bürobeleuchtung.

Geek’s Guide to the Working Life

Der gemeine Geek begegnet in seinem Arbeitsleben vielen eigenartigen Kreaturen. Als da wären z. B. die Bewohner des Planeten Ichwillia, die Patronen, die sich durch ein extrem nerviges Fordern und Herumnörgeln auszeichnen. Oder das Volk der barbarischen PMs vom Planeten Wenig-Ahnungus, die nur selten das machen können, was sie von anderen verlangen, worin sie aber meistens sehr hartnäckig sind. Aber auch die Vertreter der Spezies der Verwalter vom Planeten Manageria bleiben für einen Geek in nahezu 99,9 % aller Fälle (mehr Neunen kann er sich finanziell nicht leisten) ein ewiges Rätsel der Unlogik und Nichtnachvollziehbarkeit. So viele Spezies, so viele Eigenarten, so viele unerklärliche Phänomene. Der arme Geek, wenn er nicht darauf vorbereitet ist, bricht er unter dem Gewicht der Dinge zusammen, die weit jenseits der logischen Schlichtheit der Technik liegen. Diese Kolumne hat zum Zweck, ihn beim Sturz in das Arbeitsleben zu unterstützen und ihm die wichtigsten Sachverhalte in seiner Sprache zu erläutern.