Auf zu neuen Ufern: GitHub erhält 100 Millionen Dollar Finanzspritze

Hartmut Schlosser

Der Aufstieg von GitHub zur Software-Hosting-Adresse Nr.1 ist mittlerweile Geschichte. Ein neues Kapitel schlägt die gleichnamige, in San Francisco ansässge Trägerfirma heute mit der erstmaligen Inanspruchname externer Mittel von einem Venture-Kapitalanleger auf. Satte 100 Millionen US-Dollar wird GitHub von Andreessen Horowitz zur Verfügung gestellt.

Das Kapital soll vor allem in das strategische Projekt „GitHub everywhere“ fließen, mit dem der Hosting-Service besser auf den verschiedensten Plattformen zugänglich gemacht werden soll. Tom Preston-Werner von GitHub beschreibt das Ziel, GitHub für Anfänger noch einfacher und für Experten noch mächtiger zu machen.

We want GitHub everywhere-whether you use Windows or Mac or Linux or some futuristic computer phone that hasn’t been invented yet-we want GitHub to be an awesome experience.

In den Mittelpunkt stellt Preston-Werner die Philosophie des kollaborativen Programmierens. Die Zusammenarbeit an einem Projekt soll kinderleicht möglich werden und sich als Standard-Prozess etablieren.

We want to make it easier to work together than alone. We want to keep changing the way software is developed for the better by making collaborating easier and sharing a no-brainer.

GitHub hat in seinem vierjährigen Bestehen eine Userbasis von über 1.7 Millionen Entwicklern aufgebaut, die insgesamt mehr als drei Millionen Software-Repositorys angelegt haben. Die offene Kultur von GitHub zieht vor allem Open-Source-Entwickler an, lediglich eine nicht-öffentliche Nutzung beispielsweise für Unternehmensprojekte ist kostenpflichtig.

Ein professionelles Enterprise-Angebot mit kommerziellen Support-Leistungen steht in den Startlöchern. Neben dem Plattformausbau für Mac, Windows, Linux und mobile Endgeräte steht auch die bessere Integration neuer Programmier-Communities auf der Agenda: neben den bereits heimischen PHP-, JavaScript- und Ruby-on-Rails-Welten sollen auch Java- sowie C++-Entwickler vermehrt auf GitHub aufmerksam gemacht werden. Zudem bezieht sich die geplante Expansion auch auf Nicht-Programmierer, beispielsweise sollen technische Redakteure, Designer oder Manager mit angepassten Tools unterstützt werden.

Laut Tom Preston-Werner haben die Verhandlungen mit Andreessen Ende 2011 begonnen, nachdem man auf dessen Essay „Why Software Is Eating the World“ aufmerksam geworden war. Wie GitHub selbst glaube der Kapitalgeber an die Zukunft der IT-Industrie und versuche dabei, einige Dinge anders zu machen. Andreessen passe gut zu der offenen Unternehmenskultur GitHubs, die man in jedem Fall beibehalten wolle.

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Hartmut Schlosser
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