Apache TomEE 1.0 erschienen: Der kürzeste Weg von Tomcat nach Java EE

Hartmut Schlosser

Apache Tomcat, der am weitesten verbreitete Java-Webserver, ist traditionell eine gute Wahl für alle, die einen schnellen und schlanken Webcontainer ohne den Ballast eines ausgewachsenen Java-EE-Servers benötigen: Java Servlets, JSP, WAR File Deployment, JNDI, JDBC, JMX-basiertes Monitoring, neuerdings auch WebSockets-Support – Tomcat bietet bereits viel an, was zum Betrieb von Java-Webanwendungen benötigt wird.

Was aber, wenn nach und nach die Projektarchitektur komplexer wird, Webservice um Webservice dazu kommt, verteilte Transaktionen, JMS, EJBs etc. nötig werden? Das komplette Umsatteln auf einen Java EE Server ist zwar möglich, normalerweise aber nicht ohne großen Migrationsaufwand zu haben.

Das Projekt TomEE verspricht nun, dieses Unterfangen erheblich zu vereinfachen. Gerade in der Version 1.0 erschienen, stellt das Projekt Erweiterungen für Tomcat bereit, mit denen insgesamt der volle Java-EE-6 Web-Profil-Standard erreicht wird.

Als Unterprojekt von Apache OpenEJB nimmt TomEE Tomcat 7.0.27 zur Basis und bietet zusätzliche Komponenten aus Apache OpenWebBeans, Apache OpenJPA, Apache MyFaces, insbesondere CDI, EJB, Javamail, JPA, JSF, JSP, JSTL, JTA und Servlets.

Projektleiter David Blevins beschreibt TomEE als kürzesten Weg für alle, die einen Tomcat Stack nutzen und Java-EE-Technologien hinzufügen wollen, auch in Hinblick auf einen Ausbau in die Cloud:

TomEE is the closest and shortest jump for anyone with a Tomcat stack using any number of Java EE technologies to finally move to a Java EE 6 Web Profile certified platform that offers great freedom in the Cloud. David Blevins

War die erste Beta-Version im Rahmen der JavaOne Anfang Oktober vorgestellt worden, ist nun gut ein halbes Jahr später die Major-1-Version verfügbar. Das Entwickler-Team verweist auf erhebliche Performance-Steigerungen gegenüber früheren Versionen, die sich in einer bis zu 300% schnelleren Startup-Zeit niederschlagen kann.

Das junge Projekt hat bereits ein großes Echo in der Community erzeugt und könnte in der Tat zu einer der führenden Java-EE-Implementierungen aufsteigen. Wichtig zu erwähnen ist noch die Verfügbarkeit einer TomEE-Plus-Version, die zusätzliche Komponenten enthält, welche nicht im Web Profile enthalten sind, namentlich Connector (aus Apache Geronimo Connector), JMS (aus Apache ActiveMQ), Web Services und REST (beide aus Apache CXF).

David Blevins hat das Projekt hier auf JAXenter in einem Interview vorgestellt, das auch heute noch lesenswert ist:

Wir haben jede Menge spannender Konzepte im Hinterkopf, die wir gerne in TomEE umsetzen würden, zum Beispiel Meta-Annotations, weiteres CDI und EJB Alignment, „proxy“ Beans und so weiter und so fort. Ideal wäre es, wenn TomEE als Plattform fungieren würde, um Veränderungen in Java EE 7 voranzutreiben, genauso wie es OpenEJB mit EJB 3.1 gemacht hat. David Blevins

In bewegten Bildern kommt David in unten stehenden Videos daher, und zwar in seiner TomEE-Präsentation von der JAX London.

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Hartmut Schlosser
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