Interview mit Dave Brondsema

Apache Allura: „Alles soll erweiterbar und kombinierbar sein“

Kypriani Sinaris
Dave Brondsema

Dave Brondsema

Apache Allura ist vor einigen Wochen in Version 1.5 erschienen. Wir haben das Release der Project-Hosting-Plattform zum Anlass genommen und Dave Brondsema, Principal Engineer bei SourceForge.net und VP von Apache Allura, zum Interview zu bitten. Er ordnet die Rolle von Software Forges ein und erklärt, welche Lücke Apache Allura füllt.

JAXenter: Welche Idee steckt hinter Apache Allura?

Dave BrondsemaApache Allura ist eine Open Source Projekt-Hosting-Plattform. Allura ist sehr flexibel. Vor allem wurde es entworfen, um alle Tools zu beherbergen, die man in Softwareentwicklungsprojekten so braucht: Git, Hg oder SVN Code Repositories, Ticket-Tracker, Wikis, Blogs und so weiter. Und zwar nicht nur für ein oder zwei Projekte! Allura ist gut zu skalieren, mit der Option, Projekte in Nachbarschaften zu organisieren oder Unterprojekte zu erstellen. Allura ist ein Projekt der Apache Software Foundation und in Python geschrieben. Ursprünglich wurde es bei SourceForge entwickelt und wird dort noch immer für alle Open-Source-Projekte verwendet. Das ist das bislang größte Deployment von Allura.

JAXenter: Software Forges gibt es viele: Welche besonderen Features bringt Apache Allura mit und inwiefern unterscheidet es sich von anderen Lösungen?

Dave Brondsema: Der größte Unterschied liegt in der Flexibilität von Allura, sowohl für Nutzer als auch für System-Administratoren. Für jedes Projekt kann neu entschieden werden, welche Tools verwendet werden sollen und wie man sie benennt. Man kann jeweils mehrere Instanzen der Tools haben, mit fein abstimmbaren Zugriffsrechten. Zum Beispiel kann ein Projekt ein Wiki mit dem Namen Dokumentation haben, nicht nur eins namens Wiki. Man könnte drei separate Issue-Tracker für verschiedene Zwecke verwenden oder neben dem aktuellen Git Repo noch ein SVN Repo mit den Namen legacy – ganz so, wie es für das Projekt nötig ist.

Eines der Leitprinzipien hinter den Kulissen der Architektur von Allura ist, dass alles erweiterbar und kombinierbar sein soll. Jedes Tool (Foren, Git usw.) ist im Grunde ja ein Plug-in. Jeder könnte eigene Plug-ins entwickeln, die auf einer Kernfunktionalität wie Suche, Mail-Verarbeitung, Markdown oder dem Cross-Linking zwischen Tools aufbaut. Zu den möglichen Erweiterungspunkten gehören auch die Authentifizierung, Themes, Markdown-Macros, Events und Admin-Tools. Dadurch kann man sich beispielsweise zwischen local auth, LDAP auth und einem eigenen Authentifizierung-Integrations-Code entscheiden. Eine vollständige Liste steht im Netz bereit.

JAXenter: Was würdest du gerne verbessern? Gibt es ein Killer Feature, an dem du gerade arbeitest?

Dave Brondsema: Im Moment arbeiten wir an der Zwei-Faktor-Authentifizierung; der JIRA-Import und eine Slack-Connectivity befinden sich ebenfalls in der frühen Entwicklungsphase. Das sind alles ziemlich große Features, wir haben aber auch viele kleine Verbesserungen und Bugfixes auf der To-Do-Liste. Mit so einer breiten Funktionalität ist immer viel zu tun.

JAXenter: Eine allgemeine Frage: Warum spielen Software Forges so eine große Rolle?

Dave Brondsema: Alle Unternehmen und Organisationen brauchen Tools und Plattformen für die Organisation ihres Codes und das Management ihrer Projekte. Manchmal muss der Code in dem einen System verwaltet werden, das Issue-Tracking in einem anderen und die Dokumente und Diskussionen befinden sich in einem weiteren. Wenn man all das an einem Ort zusammenbinden kann, ist das offensichtlich viel leichter zu durchsuchen. Auch Verweise werden so leichter gemacht. Man kann leichter managen, woran man arbeitet.

Allura kann auch jenseits der Softwareentwicklung eingesetzt werden. Wer keine Code-Repositories braucht, deaktiviert sie einfach und hat noch immer ein integriertes Tool-Set für das allgemeine Projektmanagement. Jede Art von Projekt auf der Welt hat Issues zu tracken, Dokumente zu schreiben, News zu posten und Diskussionen über das alles zu führen.

JAXenter: Wie sieht die Zukunft von Allura aus?

Dave Brondsema: Mithilfe eines Google Summer-of-Code-Studenten haben wir kürzlich v1.5.0 veröffentlicht. Das war fantastisch! Wie bei den meisten Open-Source-Projekten gibt es bei uns aber keine spezifische Roadmap, an der wir arbeiten. Bleibt also einfach dran, wenn ihr wissen wollt, wie es weiter geht. Oder macht mit und helft uns bei allen Funktionen, zu denen ihr etwas beitragen möchtet.

Dave Brondsema

Dave Brondsema

Dave Brondsema is a Principal Engineer at SourceForge.net, and VP Apache Allura. At SourceForge he does full stack Python development, working on the developer tools (including Allura) for hundreds of thousands of SourceForge projects. Additionally, he does product and project management as needed throughout the development cycles. He works remotely from his home in Grand Rapids, MI.

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Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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