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Antepedia: Das Wikipedia für Open-Source-Entwickler

Hartmut Schlosser

Was Wikipedia für Otto-Normalverbraucher ist, will Antepedia für Open-Source-Entwickler sein: die zentrale Anlaufstelle, wenn man sich über Open-Source-Projekte informieren möchte. In der Antepedia-Datenbank sind bereits Details von zwei Millionen Open-Source-Projekten und von über 400 Millionen spezifischen Dateien abgelegt. Antepedia sammelt Informationen, indem es gängige Code Repositories verfolgt, darunter Sourceforge, Google Code, Codeplex, Maven Central Repository und Apache-Archive. Die Ergebnisse werden aufbereitet und auf antepedia.com zugänglich gemacht.

Antepedia adressiert damit das in Unternehmen oft diskutierte Problem der Lizenz-Risiken beim Einsatz von Open-Source-Software. Denn Open-Source-Komponenten können zwar frei genutzt werden, sind aber nichtsdestotrotz durch die Open-Source-Lizenzen an ganz bestimmte Vertragsbedingungen geknüpft. Werden Open-Source-Komponenten so benutzt, dass gegen diese Bedingungen verstoßen wird, kann das hohe Kosten nach sich ziehen.

Wer in seinem Projekt quelloffene Komponenten verwendet, kann mit dem an die Antepedia-Datenbank angeschlossenen Werkzeug Antepedia Reporter einen Überblick über seine Open-Source-Nutzung gewinnen. Das Tool scannt automatisch alle Dateien in einem Directory und sammelt relevante Informationen über den eingesetzten Quellcode, beispielsweise Herkunft, Lizenzen, Versionen, etc.

Aktuell erschienen ist Version 2.1 des Werkzeugs, die einige neue Funktionen einführt. So werden die aggregierten Ergebnisse eines Scans in einem neuen Activity Dashboard angezeigt, das verschiedene Statistiken bereit hält und die visuelle Verwaltung von Open-Source-Komponenten ermöglicht. Zudem werden durch die Integration des Compliance Tools FOSSology Lizenz-Informationen und Copyright-Daten auf lokaler Ebene besser erfasst, mit der Antepedia-Datenbank abgeglichen und in einem übersichtlichen Bericht zugänglich gemacht.

Das FOSSology Projekt („The study of FOSS“) wurde ursprünglich von HP zur Verbesserung des internen Open-Source-Governance-Prozesses ins Leben gerufen. Die Antepedia-Initiative geht vom Pariser Start-Up Antelink aus und wird u.a. vom französischen Forschungsinstitut für Informatik, Steuer- und Regelungstechnik und Angewandter Mathematik (INRIA) unterstützt.

Antelink stellt mittlerweile eine komplette Suite an Werkzeugen bereit:

  • Antepedia Reporter, die alleinstehende Java-Anwendung, um Dateien in einem spezifischen Directory zu analysieren.
  • Antepedia Notifier, der in Quellcode-Verwaltungstools wie Subversion, Git oder Mercurial eingeklinkt wird und die Real-time-Erkennung von Open-Source-Komponenten ermöglicht, sobald die Dateien committet wurden.
  • Und der Antepedia Developer for Eclipse, das Eclipse-Plug-in, mit dem sich Scans des Quellcodes durchführen lassen, um ihn auf Open-Source-Komponenten in ausgewählten Entwicklungstools zu überprüfen.

Wer mehr über das Antepedia-Projekt und das dazugehörige Tooling erfahren möchte, sei an dieser Stelle an den Artikel „Antepedia ante portas“ von Samuel Langlois aus dem das Eclipse Magazin 2.2012 verwiesen. Der Antepedia Reporter 2.1 steht in einer freien Edition unter http://www.antelink.com/download zum Download bereit.

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Hartmut Schlosser
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