Google erobert das IoT

Android Things: Developer Preview Googles neuer IoT-Plattform verfügbar

Kypriani Sinaris

© Shutterstock.com / optimarc

Google hat das Projekt Android Things vorgestellt. Dabei handelt es sich um eine IoT-Plattform, die eine Vernetzung von Geräten mit gewohnten Android-Werkzeugen wie Android Studio zum Ziel hat. Wir stellen das Projekt vor.

Die Entwicklung mit Android Things soll der Android-Entwicklung fürs Mobile sehr ähnlich sein. Ein paar Unterschiede gibt es dann aber doch: Denn bei der Entwicklung von IoT-Geräten arbeitet man deutlich näher an der Hardware als bei Mobiltelefonen und Tablets. Außerdem hat man bei IoT-Geräten nicht eine Oberfläche für mehrere Apps, sondern spricht hier eher von einer Single-App-Experience. Und so gehören zu Android Things einige zusätzliche APIs, die über die Things Support Library zur Verfügung gestellt werden. Dazu gehört das Peripheral I/O API, das die Kommunikation der App mit Sensoren und Reglern des Geräts erlaubt und dafür Standardprotokolle und Interfaces nutzt wie GPIO oder PWM.

Android Things unterstützt auch einige bekannte Android APIs, dazu gehört Drive, Fit, Places oder Mobile Vision. Im Allgemeinen kann man sagen, dass in Android-Things-Anwendungen all jenen APIs unterstützt werden, die keinen User Input oder Authentifizierungsdaten erfordern. So werden APIs wie Maps, Search oder Sign-In nicht unterstützt.

Android Things unterstützt zudem opitional grafische Interfaces. Hier erscheint das gewohnte Android Application UI, denn die Toolkits für Android und Android Things sind identisch. Der einzige Unterschied ist, dass es keine Menüführung in Form von Navigations-Buttons gibt, die Applikation nimmt den gesamten Bildschirm des Geräts ein.

Android Things does not include the system status bar or navigation buttons, giving applications full control over the visual user experience.

Notifications werden nicht unterstützt. Dahe sollten Entwickler einen Bogen um die NotificationManager APIs machen.

Los geht’s

Man nehme ein geflashtes Intel Edison Board, NXP Pico oder einen Raspberry Pi 3. Zu den einzelnen Developer Kits gibt es auf dem Android Things Blog detaillierte Einführungen. In gewohnter Android-Studio-Umgebung muss das Projekt-Template Sample Project importiert, anschließend das Board der Wahl verbunden werden. Die Verbindung zum Device bestätigt man mit adb:

$ adb devices
List of devices attached
4560736843791520041    device

Schließlich kann das Sample-Projekt auf dem Board deployt werden. Dass Sie die Activity Messages sehen können, verifizieren Sie mit logcat.

Aktuell kann Android Things in der Developer Preview getestet werden.

Google meint es ernst

Android Things ist natürlich nicht der erste Vorstoß von Google Richtung IoT. Mit Brillo und Nest hat der Softwareriese Plattformen auf den Markt gebracht, die ähnlich wie auch das mobile Betriebssystem Android eine Vielzahl verschiedener Geräte mit einer einheitlichen Software ausstatten wollen. Zu dieser Familie gehört auch Weave, ein Protokoll, dass die Kommunikation zwischen IoT Devices ermöglichen soll. Android Things soll eine Weiterentwicklung der vorangegangenen Projekte sein und vielleicht endlich den erhofften Durchbruch im Bereich Internet of Things darstellen.

Googles großer Konkurrent im Bereich Heimautomatisierung/Internet of Things ist Amazon. Mit Android Things hebt sich hier Google aber ab: Denn Amazon bietet zwar auch Alexa und eine Cloud, bildet seine IoT-Vision aber nicht bis „ganz nach unten“ ab. Denn Android Things holt IoT-Hardware-Produzenten und Entwickler ab, sodass man vom kleinen IoT-Device, über Google Home, mobile Geräte und die Cloud niemals den Google-Kosmos verlassen muss.

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Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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