Android-Prozess abgeschlossen: Oracle muss 1,1 Millionen an Google zahlen

Astrid Wagner

Mit seiner Klage gegen Google ist Oracle gegen eine Wand gefahren. Statt der geforderten 6 Milliarden US-Dollar Strafe für Googles Java-Nutzung in der Android-Plattform geht Oracle nicht nur leer aus, sondern muss als Prozessverlierer auch noch stolze 1,1 Millionen Dollar Verfahrenskosten zahlen.

Zwar hatte Google rund 4 Millionen von seinem Konkurrenten gefordert, dürfte sich über die vom zuständigen Richter William Alsup bestätigte Summe aber nicht beklagen, geht die Android-Plattform des Suchmaschinen-Riesen doch gestärkt wie nie aus dem Verfahren hervor.

Oracle hatte gegen Google geklagt, da das Unternehmen 7 seiner Android- und Java-Patente verletzt sah. Darüber hinaus soll Google gegen weitere 132 Auflagen verstoßen habe. Alle Forderungen des kalifornischen Softwareherstellers wurden indes zurückgewiesen, was wiederum Java als freies Produkt gestärkt haben dürfte. Unter Umständen bedeutet das Urteil sogar, dass APIs allgemein nicht von Copyrights betroffen sind. Somit dürften zukünftige Klagen um APIs verhindert werden.

Darüber hinaus stellte das Gericht klar, dass der Fall hiermit endgültig abgeschlossen sei. Oracle und Google einigten sich ebenfalls auf die Beilegung des Verfahrens, sodass nicht mit weiteren Revisionsverfahren zu rechnen ist.

Auch in einer weiteren Hinsicht ist das Urteil richtungweisend. So hatte Richter William Alsup beide Parteien dazu verpflichtet, ihre Astrosurfer preiszugeben. Astrosurfer sind Blogger, die gegen Bezahlung Artikel im Interesse einer Firma schreiben, ohne diese als de facto Werbung kenntlich zu machen und somit als freie, subjektive Meinung angeben. Die amerikanische FTC (Federal Trade Commission) hat in diesem Zusammenhang mitgeteilt, dass gesponserte Blogposts in Zukunft als solche kenntlich gemacht werden müssen.

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