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Neues vom Androiden-Planeten

Planet Android: Release-Termin für Android O, Nearby Connections 2.0 und der Kamera-Streit iPhone versus Android

Hartmut Schlosser
Planet Android

© Software & Support Media

Was passiert gerade auf dem Planeten Android? Der Release-Termin von Android O, ein spannendes neues Feature für Peer-to-Peer-Netzwerke und der ewige Kampf zwischen iPhone und Android stehen diese Woche im Fokus. Wer hat die bessere Kamera…?

Android O schon nächste Woche?

Wann kommt denn nun Android 8.0? Noch hat Google dazu keine offizielle Angabe gemacht. Doch die Gerüchteküche verdichtet sich immer mehr und weist auf ein Release schon nächste Woche hin. Zumindest machte der Tweet des meist gut informierten David Ruddock die Runde:

 

Einen süßen Namen hat Android 8.0 indes immer noch nicht. Es bleibt vorläufig bei Android O – welche Süßspeise sich hinter dem Buchstaben O verstecken wird, ist weiterhin ein beliebtes Rätsel für Mittagspausen-Gespräche.

Shortcuts mit Android O pinnen

Wo wir gerade bei Android O sind. Ein neues Feature, das uns erwartet, ist die Möglichkeit, Shortcuts und Widgets einer App im Launcher anzupinnen. Das Ganze funktioniert via Deep Linking: Man kann so eine ganz bestimmte Funktion innerhalb einer App via Shortcut erreichen.

Das dafür zuständige API funktioniert jetzt allerdings etwas anders: Die alte Methode, Shortcuts und Widgets innerhalb einer App via broadcast anzubieten, ist ab Android O deprecated; stattdessen steht in Android 8.0 ein modaler Dialog zur Verfügung.

Aus User-Sicht funktioniert das Anpinnen von Shortcuts oder Widgets denkbar einfach: Einfach lange auf das App-Icon drücken und aus den dann erscheinenden Optionen das Gewünschte an den auserwählten Ort ziehen. Nett ist auch, dass auf dem Shortcut neuerdings ein Icon residiert, das anzeigt, von welcher App er denn stammt.

Angepinnte Shortcuts mit App-Icon. Quelle: www.android-developers.googleblog.com

Peer-to-Peer-Kommunikation auch Offline

Ein spannendes Feature wurde auf dem Android Developer Blog vorgestellt: Nearby Connections 2.0. Dabei handelt es sich um eine Neuauflage des Nearby Connections API, mit dem Datentransfers via WiFi, Bluetooth oder Low Energy Bluetooth (BLE) zwischen Android-Geräten möglich sind.

Die Idee des API ist, zu erkennen, ob man sich in der Nähe einer bestimmten Person, eines Ortes oder eines Gerätes befindet, und dann eine entsprechende Kommunikationsmöglichkeit anzubieten. Entwickler müssen sich nicht mit den Details des jeweiligen Transfer-Kanals befassen, Bandbreiten-Optimierungen werden automatisch vorgenommen, zukünftige Transfer-Technologien können ohne Änderungen des Applikationscodes genutzt werden.

Neu am API 2.0 ist vor allem, dass man für den Datentransfer nicht mehr wie bisher mit dem Internet verbunden sein muss. Außerdem sind die Daten nun verschlüsselt und können schneller und in größeren Paketen übertragen werden. Unterstützt werden 1:N-Kommunikationen, in denen ein zentrales Device sich sternförmig mit mehreren anderen verbindet, sowie M:N-Topologien für den Aufbau von Clustern.

Somit werden echte Peer-to-Peer-Kommunikationen möglich, um beispielsweise Bilder, Kontakte oder Videos zu übertragen. Ein gesharetes Whiteboard, Offline-Chats, Mutliplayer-Gaming mit Leuten in der Umgebung oder die Fernsteuerung eines Android-TV-Geräts sind andere denkbare Anwendungsfälle für das API – ab sofort verfügbar als Teil der Google Play Services ab Version 11.

Android Testing Support Library 1.0

Android-Entwickler dürfen sich über das erste Major-Release der Android Testing Support Library (ATSL) freuen. Mit dem Update werden alle bisherigen Test-APIs ersetzt – „volle API-Parität mit den nun als deprecated markierten Android Platform Testing APIs“ nennt sich das auf dem Developer Blog.

Als Highlights können der native Support für Multiprocess Espresso und den Android Test Orchestrator gelten. Mit dieser Version 1.0 wird die ATSL zudem erstmals über Goolges Maven Repository verteilt. Auch die Android-Testing-Dokumentation hat ein Update erfahren und wurde von der bisherigen GitHub-Seite auf developers.android.com/testing migriert.

iPhone versus Android – der Streit um die beste Kamera

Ja, ja Vic. Da hast du den Bogen doch etwas überspannt. Android hinke in Sachen Fotografie um Jahre dem iPhone hinterher, hatte der Ex-Googler in einem Facebook-Post geäußert. Der Preis für den Aufreger der Woche war ihm damit sicher – und viele Lacher aus dem Lager der Experten.

Denn aktuelle Tests zeigen mindestens ebenbürtige Fotografie-Ergebnisse zwischen Android-Geräten wie Google Pixel, Samsung Galaxy S8, Motorola Moto X Force, Lenovo Moto G4 Plus, etc. und dem iPhone 7.

Vic Gundotra begründete sein Urteil mit der Natur von Android als neutralem OS: Hardware-Innovationen der Hersteller wie Samsung müssten erst langwierig mit Google abgestimmt werden, bevor sie via APIs auch der Allgemeinheit zur Verfügung ständen. Die Android-Fragmentierung führe zudem dazu, dass jeder Hersteller ihre eigenen Kamera-Anwendungen und –Dienste anböten. Und das verwirre den Anwender.

Nun, liebe verwirrte Leser von Panet Android, wir können mit der Android-Vielfalt eigentlich ganz gut leben, oder? Gundotras Post wärmt eigentlich nur die alten, begähnenswerten Argumente Pro und Contra Android als Open-Source-Projekt versus iPhone als Closed-Source-Produkt eines Einzelunternehmens auf.

Auf welche Seite man sich hier schlägt, ist eben die alte Glaubensfrage.

Der Planet Android ist bunt, dreht sich schnell, entwickelt sich ständig weiter. Wir bleiben neugierig und beobachten ihn weiter – bis nächste Woche!

 

Geschrieben von
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser ist Redakteur und Online-Koordinator bei Software & Support Media. Seine Spezialgebiete liegen bei Java-Enterprise-Technologien, JavaFX, Eclipse und DevOps. Vor seiner Tätigkeit bei S & S Media studierte er Musik, Informatik, französische Philologie und Ethnologie.
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