Die Universal Business Language

Allheilmittel?

Wolfgang Kelz

Was HTML und HTTP für die Welt des Internet-Publishing bedeutet haben, soll in Kürze die Universal Business Language (UBL) für den Austausch von Geschäftsdaten und die Abwicklung von Transaktionen werden: eine universelle, flexible und vor allem kostenfreie Sprachplattform.

Im April wird die erste Spezifikation der Universal Business Language (UBL) dem Standardisierungsgremium OASIS (Organisation for the Advancement of Structured Information Standards) vorgelegt. OASIS hat den Standard ebXML für den Austausch von XML-Geschäftsdaten im Internet geschaffen. Sobald OASIS die Spezifikation akzeptiert hat, wird sie anderen Gremien als Standard vorgeschlagen. Wird die UBL ein kostenlos verwendbarer XML-Standard – oder nur ein weiteres Akronym in der Buchstabensuppe der XML-Welt?Die OASIS-Verantwortlichen hoffen nicht, dass dieser Fall eintritt. Schließlich arbeiten sie seit rund zwei Jahren an der Schaffung eines neuen Standards, dessen wichtigster Zweck darin besteht, eben diesen Wirrwarr an eBusiness-Standards zu beenden. Das soll nicht heißen, dass die UBL alle Investitionen mit einem Schlag sinnlos macht, denn sie soll auf den wichtigsten vorhandenen Standards aufsetzen, muss also flexibel einzusetzen sein.

Abb. 2: Die UBL als universelle Plattform

Sicherlich wäre es sehr sinnvoll, eine einheitliche und allgemein akzeptierte Sprache für den unternehmensübergreifenden Austausch von Business-Dokumenten, wie Bestellungen, Aufträge etc. zu haben. Gleichwohl zeigen Beispiele wie RosettaNet, xCBL, cXML oder EDI, wie langwierig und schwierig dieses Ziel zu erreichen ist, sodass es wohl nie eine Sprache für alle geben wird.XML-Infrastrukturstandards wie XML Schema sind inzwischen etabliert und werden durchgängig eingesetzt. In diesem Bereich werden auch designierte Standards wie XQuery bereits aufgegriffen. Aus der Vielzahl der XML-Anwendungsstandards werden zurzeit nur wenige erfolgreich eingesetzt, wie zum Beispiel RosettaNet, XBRL, NewsML und SVG.Pragmatische Ansätze versuchen, branchenspezifische Lösungen aufzubauen. Ein prominentes Beispiel ist RosettaNet in der High-Tech-Industrie (HTM). Andererseits dürfte es die tägliche Projektarbeit erleichtern, auf bestehende UBL-Schemata, die z.B. eine Bestellung beschreiben, zurückzugreifen, anstatt das Rad neu zu erfinden.Wolfgang Kelz ist Manager Solution Consulting Central & Eastern Europe bei TIBCO Software.

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Wolfgang Kelz
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