Acrobat 8 Professional

PDF 1.7

Acrobat 8 debütiert die Version 1.7 des PDF-Formates. Dieses bringt vor allem die folgenden Verbesserungen und Neuerungen:

  • PDF-Pakete
  • Unterstützung für 3D-Kommentare mittels des neuen 3D-Kommentar-Werkzeugs
  • Kontrolle des optischen Erscheinungsbildes von 3D-Daten, ohne die Notwendigkeit dabei auf JavaScript zurückgreifen zu müssen
  • Kontrolle über den Abspielvorgang von 3D-Daten
  • neue PDF-Tags
  • Verbesserte Handhabung von Tabellen und interaktiven Elementen

Eine automatische Abfrage stellt sicher, dass moderne PDF-Dateien nicht von damit inkompatiblen älteren Adobe Readern oder Adobe-Acrobat-Versionen gelesen werden können.

Die „MARS-Eroberung”

Mit dem MARS-Plug-in für Acrobat 8 lanciert
Adobe ein portables, XML-basiertes Austauschformat für die datenbankgestützte Erzeugung von PDF-Dokumenten.

Während viele Anwender im Bereich Design, Illustration, Mediengestaltung und AEC (Architecture Engineering and Construction) längst auf Adobe PDF setzen, weil es ihnen einen hochwertigen, flexiblen und nicht zuletzt nativen PDF-Workflow ermöglicht, waren manche Unix-, Web-Services- und Datenbank-Programmierer dem PDF-Format gegenüber bisher eher reserviert eingestellt. Der Grund liegt einfach darin, dass in der Welt der Web- und Datenbank-Programmierung Daten jeglicher Art oft (fast) ausschließlich in XML-Datenstrukturen repräsentiert werden. Der Einsatz von PDF wäre daher eine nicht allzu willkommene Ausnahme von dem Prinzip. Wollte man wegen der unumstrittenen Vorzüge von PDF eine umständliche Ausnahme von der Regel hinnehmen, müsste man einen enormen zusätzlichen Aufwand in Kauf nehmen, der Programmierer zwänge, ihre Software-Entwicklung zweigleisig zu fahren. Daher hat Adobe beschlossen, sowohl traditionelles PDF zum Export wie bisher zu offerieren als auch, optional, ein portables XML-basiertes PDF-Dokumentenformat einzuführen.

Anwender von Software-Applikationen sind meist entweder begeisterte Fans von Microsoft oder erbitterte Gegner. Die Ersteren begrüßen fast alles, was im Hause Microsoft erscheint und die Letzteren versuchen, Microsoft-Produkte so oft es geht durch den Einsatz einer Open-Source-Alternative zu umgehen. Adobe versucht immer, soweit möglich, beide „Lager“ zu unterstützen, und schlägt eine Brücke zwischen beiden Welten.

Mit Acrobat 8 und Adobe Reader 8 wurde erstmals das so genannte MARS-Plug-in eingeführt, welches den Export im XML-basierten PDF-Format erlaubt und komplett auf offenen Standards basiert. So erstellte Dateien sind im Grunde genommen eine Mischung aus benutzerdefinierten und standardisierten XML-Dokumenten. Unterstützt werden hierbei SVG (das hier verwendete leicht erweiterte SVG-Format erlaubt es, vektorbasierte Seiteninhalte optimal zu speichern), außerdem Grafiken im JPEG-, JPEG-2000- und im PNG-Format, Zeichensätze im PostScript Type 1-, TrueType- und im Unicode-fähigen OpenType-Format und unter anderem auch ein paar weitere Binärformate (ein passendes Beispiel hierfür sind z.B. ICC-Profile).

Adobe Acrobat 8 ist die Voraussetzung für den Einsatz des MARS-Plug-ins und des damit verfügbaren XML-basierten PDF-Formates. Die finale Version von Adobe Acrobat 8 und Adobe Reader 8 muss man aber noch um dieses kostenlose MARS-Plug-in bei Verfügbarkeit erweitern, da es sich zum Zeitpunkt der Fertigstellung der finalen Version von Acrobat 8 noch im Betastadium befand.

Wer PDF-Daten mit der Vorabversion des Plug-ins abspeichert, wird diese mit der finalen Version des Plug-ins, die Ende des Jahres vorliegt, unter Umständen nicht (!) mehr öffnen können. Dieses reizvolle Feature ist eben noch in der Entwicklung und das verwendete XML-Datenformat im stetigen Wandel begriffen. Der Gebrauch des XML-basierten PDF-Formates unter Verwendung des Plug-ins geschieht daher dieses Jahr noch ausdrücklich auf eigene Gefahr. Bitte probieren Sie dieses XML-basierte Dokumentenformat nicht (!) an Ihren wichtigen Produktionsdaten, sondern immer nur an irrelevanten Testdaten aus. Das Mars-Plug-in soll aber laut Adobe bis zum Ende des Jahres in einer finalen Fassung verfügbar gemacht werden.

Erst wenn das finale MARS-Plug-in verfügbar sein wird, ist die Verwendung für Produktionszwecke zu empfehlen. Mehr dazu finden Sie übrigens auf den Adobe-Labs-Webservern.

Schwärzung

Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, sensible Informationen aus PDF-Dokumenten vor deren Veröffentlichung zu entfernen. Der Einsatz der TouchUp-Werkzeuge konnte diese Aufgabe nicht hinreichend zuverlässig erfüllen und so führte Adobe mit Acrobat 8 eine Funktion namens Schwärzung ein (Menü ERWEITERT | SCHWÄRZUNG). Mittels Acrobats neuer Werkzeuge zum Schwärzen – Zum Schwärzen markieren, Suchen und Schwärzen, Schwärzungseigenschaften und Schwärzungen anwenden – können unerwünschte Informationen aus einem PDF-Dokument zuverlässig eliminiert werden. Der Einsatz dieser Werkzeuge stellt sicher, dass die betreffenden Informationen, inklusive eventueller Metadaten-Einträge aus dem PDF-Dokument, wirklich spurlos entfernt werden.

Um ein PDF-Dokument von nicht mehr erwünschten Inhalten zu bereinigen, muss man sie zuerst zum Schwärzen markieren. Die markierten Elemente werden mit einem roten Rand hervorgehoben und beim Mauskontakt schwarz überblendet. Unter Verwendung der Funktion Suchen und Schwärzen kann man auch Metadaten auffinden, die beispielsweise über das Dialogfenster der Dokumenteigenschaften sensible Informationen verraten könnten. Bilder und Strichgrafiken können mit dem Werkzeug allerdings nicht durchsucht werden.

Erst durch das Aktivieren der Schaltfläche Schwärzungen anwenden, werden die betreffenden Inhalte aus der PDF-Datei entfernt. Bis dahin sind sie als Kommentare im PDF-Dokument verzeichnet. Dadurch kann man zusätzliche Personen in den Prozess mit einbeziehen und deren Zustimmung zur Zensur einholen.

Nach dem Anwenden der Schwärzung bietet sich Acrobat 8 an, eine erneute Suche durchzuführen, um das Dokument auf zusätzliche Informationen hin zu überprüfen. Bestätigt man die Aufforderung, wird eine Übersicht aller potenziellen Problemstellen in einem Dialogfenster angezeigt und die gewünschten Korrekturen werden anschließend umgesetzt.

Abb. 4: Zum Schwärzen markieren: Alle Text- und Bildbereiche die zensiert werden sollen, können mit einer Anmerkung versehen werden.

Abb. 5: Schwärzungen anwenden: Untersuchung des Dokumentes nach potentiell problematischen Informationen.
Gemeinsame Überprüfung

Zahlreiche Verbesserungen des Revisionsworkflows steigern erheblich die Flexibilität der Zusammenarbeit mit anderen Anwendern von Adobe Acrobat 8 und Adobe Reader 8.

Unter Verwendung der Funktion PDF-Datei zur gemeinsamen Überprüfung senden kann man PDF-Dokumente zum Kommentieren in einem Netzwerk-ordner ablegen, der mittels SMA/CIFS bereitgestellt wird. Darüber hinaus besteht natürlich auch die Möglichkeit, einen WebDAV- oder SharePoint-Server (Letzteres nur unter Windows) einzusetzen. „Konventionelle“ Browser- und E-Mail-basierte Überprüfungen werden nach wie vor unterstützt. Teilnehmer einer „gemeinsamen Überprüfung“ können die Aktivitäten anderer Benutzer allerdings in Echtzeit sehen und müssen sich mit dem manuellen Abgleichen der Kommentare nicht selbst befassen; diese Aufgabe übernimmt für sie der Kommentarserver.

Adobe Acrobat 8 Professional erweitert die Möglichkeiten zur Freischaltung bestimmter Nutzungsrechte für Benutzer der betreffenden PDF-Datei in Adobe Reader.

Durch die Freischaltung der Verwendungsrechte für das jeweilige PDF-Dokument mit dem Befehl ERWEITERT | VERWENDUNGSRECHTE IN ADOBE READER AKTIVIEREN… werden beim Öffnen der betreffenden Datei in Adobe Reader die folgenden Funktionen verfügbar gemacht:

  • Kommentarwerkzeuge inklusive Grafikmarkierungswerkzeuge und der Schreibmaschine (Adobe Reader 7 und 8)
  • Speichern von Formularen (Adobe Reader 7 und 8)
  • Unterschreiben in vorhandenem Unterschriftsfeld (Adobe Reader 7 und 8)
  • Digitales Unterschreiben des Dokumentes auch außerhalb dafür vorgesehener Unterschriftsfelder an einer beliebigen Stelle auf der Seite (nur in Adobe Reader 8)

In der Vorgängerversion wurde durch die Freischaltung der Kommentarfunktionalität in Adobe Reader für eine Datei die Editierbarkeit anderer Objekte des Dokumentes eingeschränkt, darunter das Ausfüllen von Formularfeldern, das Unterschreiben (in Unterschriftsfeldern), das Editieren des Inhalts sowie das Einfügen und Löschen von Seiten. Diese Einschränkungen wurden in Acrobat 8 Professional zum Teil aufgehoben.

Acrobat 8 verweigert jedoch nach wie vor das Anwenden von Sicherheitseinstellungen auf eine PDF-Datei, die in Adobe Reader 8 mit erweiterten Nutzungsrechten aufwartet. Als Workaround empfiehlt es sich daher, zuerst die Sicherheitseinstellungen zu konfigurieren, dann die Datei abzuspeichern und erst danach die Kommentarfunktionalität für Benutzer von Adobe Reader 8 freizuschalten.

Abb. 6: Verbesserte Funktionen zum Austausch von Kommentaren: Mitunter „Gemeinsame Überprüfungen“ unter Verwendung von Netzwerkverzeichnissen.
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