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MS: Brauche ich IDE-Unterstützung für CDI/Seam? Was ist mit Eclipse/IDEA/NetBeans?

Muir: Bei JBoss liegt das Hauptaugenmerk auf Eclipse, und durch das JBoss-Tools-Projekt liefern wir exzellente Unterstützung für CDI. Es stellt ein reguläres Set von Deployment-Optionen bereit sowie umfangreiche Validierungen – wir wollen die gesamte Spezifikation abdecken, und validieren derzeit rund 100 Bedingungen, nach meiner Rechnung sind das die 50 % der Spezifikation, auf die man am wahrscheinlichsten stößt. JBoss-Tools bietet auch automatische Vervollständigung und Refactoring-Unterstützung, nicht zu vergessen den Support für andere Projekte wie JSF 2, Drools usw. Wir planen einen spezifischen Seam-Support für JBoss-Tools in naher Zukunft. Ich weiß, dass NetBeans und IDEA auch CDI unterstützen.

MS: Wie viele Entwickler arbeiten im Moment Vollzeit für Seam 3?

Muir: Das von Red Hat finanzierte Seam-Team ist sechs Mann stark – ich selbst arbeite an Weld, dem CDI TCK, Seam 3, Arquillian etc. Shane Bryzak hat den Schwerpunkt Seam 3, Marek Novotny konzentriert sich auf Seam 2 in unserem kommerziell unterstützten JBoss EAP und auf die Kompatibilität mit JBoss AS 6 für Seam 2, Dan Allen arbeitet an Arquillian und erklärt uns immer wieder, wie Seam verwendet wird, Aslak Knutsen arbeitet an Arquillian und Lincoln Baxter an Seam Forge und ein bisschen Seam 3. Wir werden durch ein drei Mann starkes QA-Team unterstützt.

Einige unserer wichtigsten Entwickler sind Community-Contributor, zum Beispiel David Allen, der sich auf Leistung und Skalierbarkeit von Weld konzentriert, oder Stuart Douglas, der Co-Lead bei Weld-Erweiterungen ist und außerdem Seam XML und Seam Persistence schreibt. Unsere Community-Contributor spielen eine entscheidende Rolle im Projekt. Danke Jungs!

Wir bekommen auch viel Unterstützung von anderen Jungs von Red Hat (z. B. von Marius Bogoevici, der an der JBoss-AS-Integration für Weld und am Weld-Kern arbeitet, und von Heiko Braun, der an der CDI-Integration für GWT und Google App Engine arbeitet).

MS: Welches Stück Technik interessiert dich derzeit am meisten?

Muir: Ich war schon immer ziemlich an den grundlegenden Belangen der Programmierung interessiert und habe die weitere Entwicklung von Java mit viel Interesse verfolgt, zusammen mit der Verbreitung von anderen Sprachen wie Groovy und Scala. Ich bin fasziniert davon, wo das noch hinführt. Das eindrucksvollste Stück Technik, das ich derzeit nutze, ist sicherlich Git.

Außerhalb der Arbeit meide ich die Technik eher zugunsten der Natur und Bücher – ich bin kein Fan von Gadgets jenseits meines treuen MacBooks und meiner Hifi-Anlage, und die werden wohl seit Jahrzehnten nicht mehr als aufregende neue Gadgets angesehen.

MS: Alle reden im Moment über die Cloud. Gibt es Pläne innerhalb des Seam-Frameworks, irgendwann Cloud-Support anzubieten?

Muir: Ja. Wir beginnen mit der Integration für jclouds und Infinispan, um Zugriff auf Data Grids und Blobs zu bieten, die in der Wolke gespeichert sind – die Alpha ist auf dem Weg (Stand: 21.10.2010, Anm. d. Red.). Wir entwickeln auch Demos, die Seam auf JBoss AS in EC2 zeigen. Unterstützung für Google App Engine ist ebenfalls geplant. Wir verwenden von Red Hat entwickelte Tools wie Deltacloud, JBoss-Tools und SteamCannon, um JBoss-AS-Instanzen laufen zu lassen und um die Anwendung zu deployen.

MS: Vor ein paar Wochen las ich in einem Posting von Gavin King von einem „super geheimen“ neuen Projekt, an dem er arbeitet. Ist er noch am Entwicklungsprozess von Seam 3 beteiligt?

Muir: Gavin hat noch reges Interesse an Seam. Ich habe mich mit ihm einen Nachmittag zusammengesetzt und wir sind alle Module durchgegangen, um sein Feedback zu bekommen und das Feedback war positiv. Ich freue mich auch schon darauf, wenn Gavins super geheimes Projekt weniger geheim wird.

MS: Hast du eine abschließende Botschaft an unsere Leser?

Muir: Wir werden bald sehen, wie GWT seinen Platz als erstklassige Option für das Schreiben des View Layers einnimmt. Die GWT-Integration für Seam 3 wird einen starken Fokus auf die Integration mit Errai haben, das die erforderliche Verbindung bietet, um das CDI-Programmiermodell in den Browser-Client-Code zu exportieren. Insbesondere die Unterstützung für CDI Eventing sowie für die Verwendung des Errai-Messaging-Frameworks wird es Entwicklern ermöglichen, asynchrone webbasierte Rich-Clients für ihre Software zu bauen, die aus den traditionellen Einschränkungen ausbrechen, die man mit den meisten Webframeworks in Verbindung bringt.

Errai bietet erstklassige Unterstützung für Objektserialisierung, Push Messaging, unkompliziertes Conversation-Management sowie Bereitstellung eines In-Browser-IOC/DI-Frameworks, das die JSR-330-Spezifikation und Teile des JSR-299 für die CDI-Integration implementiert. Das Ergebnis ist Clientcode, der Java-basiert ist, typsicher und wirklich gemeinsame APIs für Server-und Clientcode nutzt.

MS: Pete, vielen Dank für deine Zeit!

Michael Schütz arbeitet als Software Engineer bei der akquinet AG in Berlin und beschäftigt sich seit Jahren mit Java-Enterprise-Architekturen und -Technologien. Er ist Gründer und Moderator der Seam-Plattform auf Xing und wirkt regelmäßig an JBoss-Open-Source-Projekten mit. Michaels berufliche Interessen liegen derzeit in den Bereichen Seam/CDI, Java EE Testing, Java EE Cloud Hosting und Git. Kontakt: Michael.Schuetz[at]akquinet.de.
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