7 agile Erfolgsmethoden

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Maksim Kabakou

Gibt es Best Practices der agilen Softwareentwicklung? Und wenn ja, wie lauten sie? Esther Derby versucht in einem aktuellen Blogpost, Antworten auf diese Fragen zu finden.

Trotz aller Kritik, der die agile Softwareentwicklung in der Vergangenheit ausgesetzt war: Sie hat einen beispiellosen Siegeszug hinter sich. Agile Methoden gibt es dabei viele, z. B. die Paarprogrammierung, die Testgetriebene Entwicklung, schnelle Codereviews etc. Auch agile Prozesse wie Scrum, Kanban oder das Extreme Programming dürften vielen Entwicklern zumindest vom Hörensagen geläufig sein.

Doch wie sieht es mit Best Practices aus? Die Beraterin, Autorin und Ex-Programmiererin Esther Derby ist nach eigenen Aussagen dem Begriff der „Best Practices“ gegenüber zwar eher skeptisch eingestellt, bedeutet die Suche nach diesen für sie doch zumeist die nach der eierlegenden Wollmilchsau und spiegelt die Sehnsucht nach einfachen Lösungen für komplexe Probleme wider.

Da einer ihrer Grundsätze jedoch „Vorannahmen in Frage stellen“ lautet, hat sie sich näher mit der Frage beschäftigt und eine kurze Liste mit sieben Handlungsweisen zusammengestellt, die für sie tatsächlich als Best Practices durchgehen könnten:

1) Intensiv über die zu lösenden Probleme nachdenken

Glaubt man Derby, lassen sich manche Entwickler beim Entwurf ihrer Lösungen mehr vom Glück leiten, anstatt zunächst darüber nachzudenken, welches Problem für wen gelöst werden soll, und welche Vorteile dabei herausspringen sollen.

2) Eigene Annahmen über Problemursachen in Frage stellen

In der Regel stecken Annahmen den Rahmen ab, innerhalb dessen sich eine Problemlösung bewegt, sie beeinflussen also den Großteil der Arbeitsabläufe. Was aber, wenn diese Annahmen falsch sind? Derby empfiehlt, Annahmen in Frage zu stellen und sich stets vor Augen zu halten, das in einem komplexen System die meisten Probleme multikausal sind.

3) Versuchen zu verstehen, wie das aktuelle System potentiell zum Problem – und dessen Lösung  – beiträgt

Systeme bestimmen Verhalten. Ergo macht es Derby zufolge Sinn, das jeweilige System anhand von Diagrammen (beliebiger Art) zu veranschaulichen und auf diesem Wege leichter Faktoren zu identifizieren, die es ändern können – und zu antizipieren, welche Auswirkungen diese Änderungen haben.

4) Mindestens drei mögliche Wege entwerfen, die Situation zu verbessern. Dabei nicht auf Leute hören, die Lösungen verkaufen

Je mehr mögliche Herangehensweise man sich ausdenkt, so Derby, desto besser versteht man in der Regel die Situation, in der man sich befindet. Dabei darf man sich zwar bei den Erfahrungen anderer bedienen, allerdings sollte man diesen nicht sklavisch folgen – schon gar nicht, wenn damit Geld verdient wird. Merke: Es gibt nicht die eine schablonenhafte Lösung, die immer passt.

5) Experimentieren, um zu effektiveren Arbeitsabläufen zu gelangen

Dabei ist laut Derby zu bedenken, dass große Veränderungen bedrohlich erscheinen können. Kleine fördern demgegenüber Lernprozesse.

6) Experimente durchführen und sein Handeln an beobachtbaren Fakten ausrichten

Naturwissenschaftliche Experimente bzw. Messungen führen in der Regel zu klaren Ergebnissen. Sie stellen also einen wie auch immer gearteten Lernprozess dar, zeigen einem z. B., dass man gewisse Faktoren ändern muss, um zu einem anderen, verfeinerten Ergebnis zu kommen. Derby empfiehlt deshalb, sich auch in der agilen Softwareentwicklung immer auf Daten zu verlassen, förderliche Faktoren zu verstärken und hinderliche zu minimieren.

7) Inkrementell und iterativ arbeiten, um Probleme zu lösen

Als letzten Rat hat Derby in petto, sich nicht auf die eine großartige Lösung zu verlassen, sondern Schritt für Schritt neues zu lernen, die möglichen Nebeneffekte von Änderungen am System sowie die sich daraus ergebenden Möglichkeiten zu beobachten. Durch Befolgung dieser und der anderen genannten Best Practices, so Derby, ist man in der Lage, jederzeit eine für den jeweiligen Kontext maßgeschneiderte Lösung zu finden. Eine Lösung, die von allen getragen wird.

Aufmacherbild: Computer keyboard with Head With Gears icon and word Best Practice von Shutterstock / Urheberrecht: Maksim Kabakou

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Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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