Design Skills für alle

5 Tipps: Wie auch Entwickler gutes Design lernen können

Kypriani Sinaris, Hartmut Schlosser

©Shutterstock/docstockmedia

Eine perfekt designte Webseite mit lückenhafter Programmierung ist genauso unvollständig wie eine Homepage ohne ansprechende Darstellung. Doch sind die Anforderungen an Entwickler und an Designer klassischerweise grundverschieden: Wer ständig Server-Backends programmiert hat eben nicht unbedingt ein Auge für Farben und Formen. Stimmt also das Klischee, dass Entwickler einfach keine schönen UIs bauen können?

Nun, so unvereinbar sind die Disziplinen des Designers und Entwicklers zum Glück nicht. Längst wird heute Interdisziplinarität großgeschrieben: Nur wenn alle Stakeholder eines Projektes täglich an einem  Tisch sitzen und gemeinsam und agil an Lösungen arbeiten, ist ein erstklassiges Ergebnis zu erwarten, das sich von der Konkurrenz abhebt.

Wichtig ist dabei, sich der jeweilig anderen Disziplin zu öffnen – und ja, auch Design kann man lernen! Für alle Entwickler, die ihre Design-Skills verbessern wollen, gibt beispielsweise Joel Glovier wichtige Tipps:

  1. Was ist gutes Design?

Machen Sie sich mit etablierten Prinzipien des Designs vertraut: Einerseits gibt es universelle Design-Prinzipien, andererseits spezifische Design-Regeln für bestimmte Domänen (Produkt-Design, Mobile, Marketing, etc.). Da sich viele Darstellungsweisen in der Praxis anders verhalten als in der Theorie, gilt hier: Das gewählte Design sollte in Aktion getestet werden. Was auf mobilen Endgeräten funktioniert, muss nicht auch auf der Desktop-Version ansprechend sein und umgekehrt. Studieren Sie außerdem Beispiele für gutes Design: Seiten wie Dribble oder CSS Galleries helfen bei der Suche.

  1. Übung macht den Meister

Dieser Tipp ist so simpel wie effektiv. Üben Sie, so oft es geht. Denn so wichtig es auch ist, einen Sinn für gutes Design zu entwickeln – richtige Fortschritte macht man erst, wenn man seine mentalen Lernerfolge in einem echten Projekt zur Geltung bringt. Versuchen Sie also beispielsweise, eine repräsentative Oberfläche für Ihre persönliche Webseite zu finden.

  1. Kritik bringt Sie weiter

Fragen Sie Andere nach ihrer Meinung. Kritik von guten Designern ist ein hilfreiches Mittel, um seinen Stil zu verbessern. Fragen Sie Personen in Ihrem Umfeld, deren gestalterische Fähigkeiten Sie schätzen. So erkennen Sie Ihre Stärken und Schwächen.

  1. Finden Sie Ihren persönlichen Stil

Sehen Sie Design als ein Werkzeug. Ein Profi-Designer wird zwar wie ein guter Handwerker immer das passende Werkzeuge für eine Aufgabe zur Hand haben.

Gerade für Laien kann es aber auch hilfreich sein, sich auf einen bestimmten Design-Stil zu konzentrieren, der für einen selbst gut funktioniert. Dieser eine Stil ist dann quasi Ihr Tool, mit dem Sie Design-Probleme lösen. Später können Sie sich immer noch in neue Stil-Welten vorwagen.

  1. Pflegen Sie guten Geschmack

Ein guter Geschmack ist zeitlos. Trends und Stile hingegen kommen und gehen; sie können zwar heute angesagt, morgen aber schon wieder überholt sein. Joel Glovier betont, dass Geschmack nicht dasselbe ist wie Stil. Der Stil bezieht sich immer auf eine bestimmte Umsetzung, der ein guter oder schlechter Geschmack zugrunde liegen kann. Wenn Ihr Stil also auch nicht unbedingt jedermanns Sache ist – zumindest sollte man erkennen können, dass er von gutem Geschmack zeugt!

Fazit

Wer ein guter Entwickler ist, ist nicht notwendigerweise auch ein guter Designer. Schlimm ist das aber nur, wenn ein Entwickler seine Grenzen nicht kennt und seine hässlichen Oberflächen für den letzten Schrei hält. Und so besteht der erste Schritt beim Verbessern seiner Design-Skills wohl auch darin, seine Stärken und Schwächen richtig einzuschätzen.

Wer dann noch versteht, dass Design mehr ist als nur Farben und Formen, sondern maßgeblich die Interaktion mit dem Nutzer betrifft, wird schnell erkennen, dass die Überschneidungen beider Disziplinen gar nicht so klein sind.

Aufmacherbild: Web Design Concept von Shutterstock / Urheberrecht: docstockmedia

 

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Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
Hartmut Schlosser
Hartmut Schlosser
Content-Stratege, IT-Redakteur, Storyteller – als Online-Teamlead bei S&S Media ist Hartmut Schlosser immer auf der Suche nach der Geschichte hinter der News. #java #eclipse #devops #machinelearning #seo. Zum Lächeln bringen ihn kreative Aktionen, die den Leser bewegen. @hschlosser
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