Mehr Fingerspitzengefühl

5 Tastaturtypen: Welches Keyboard bevorzugen Programmierer?

Kypriani Sinaris

©Shutterstock/Gajus

Tastaturen gibt es viele – aber welche ist die richtige? Gerade Entwickler, die viele Stunden des Tages an einer Tastatur sitzen, sollten bei der Auswahl des Modells keine Abstriche machen. Falls Sie also noch nicht wissen, welcher Tastaturtyp Sie sind, stellen wir Ihnen hier fünf Typen vor.

Wikipedia sagt über Tastaturen: „Eine Tastatur ist ein Eingabegerät, das als Bedien- und Steuerelement eine Anzahl von mit den Fingern zu drückenden Tasten enthält.“ Das stimmt zwar, tatsächlich ist eine Tastatur aber viel mehr: Fühlt man sich nicht wohl mit dem Aufbau, der Höhe oder der Größe der Tasten, dann macht die Arbeit einfach keinen Spaß. Man vergesse nicht: In den Fingerkuppen befinden sich etwa 700 Berührungs- und Druckrezeptoren. Eine Tastatur muss sich also auch gut anfühlen.

Gerade mechanische Tastaturen haben viele Fans: Im Gegensatz zu Tastaturen mit sogenannten Rubberdomes – Gummikappen, die dafür sorgen, dass die Taste wieder in ihre Ausgangsposition gelangt – können diese länger genutzt werden und haben eine andere Haptik.

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Klassische Rubberdome-Tastatur: Bild Wikipedia, CC Attribution-ShareAlike 2.5 License

Die Tasten spielen eine zentrale Rolle: Hier unterscheidet man unter anderem zwischen Tasten, die mit einer Schraubenfeder oder Blattfeder zurück an ihre Ursprungsposition gelangen: Jede Bauweise hat ihre Vorteile und Nachteile, wie einen kürzeren Schaltpunkt oder ein leiseres Tastengeräusch.

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Federmechanismus in mechanischen Tastaturen (Cherry MX blue mechanical switch)

 

Über die hohe Theorie der Tastatur kann man ganze Romane schreiben – was wir hier aber nicht tun wollen! Stattdessen gehen wir die Sache einmal spielerisch an und stellen Ihnen fünf Tastaturtypen vor: Zu welcher Gruppe gehören Sie?

Der Experimentierfreudige

Der Experimentierfreudige wählt eine Tastatur fern der Standardversionen. Modelle wie die KeyMouse gehören zu den interessanten Alternativen zum klassischen Board.

Auch die Kinesis Boards sehen nicht aus wie die Otto-Normal-Tastatur. Diese Tastaturtypen sind oft ergonomisch geformt und somit für längeres Arbeiten geeignet. Die integrierte Maus in Modellen wie der KeyMouse kann außerdem zu einer besseren Körperhaltung und weniger Schmerzen führen – vielleicht kennt der ein oder andere ja das schmerzende Handgelenk bei einer Fehlhaltung der Maus.

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Quelle: http://www.kinesis-ergo.com/about-us/product-images/

Der Gamer

Der Gamer wird wohl vorzugsweise zu Tastaturen von Razer und Co. greifen. Die Beleuchtung in bunten Neonfarben macht optisch etwas her, und durch einen niedrigen Federwiderstand gleitet man förmlich über die Tasten. Davon profitieren nicht nur Gamer, sondern auch Vielschreiber. Ein weiterer Vorteil: Die Tasten vieler Gamer-Tastaturen legen lediglich 2mm bis zum Schaltpunkt zurück.

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Quelle: Razer

Gerade für Gamer ist die Auswahl an Tastaturen besonders groß. Modelle wie das Razer Nostromo beschränken sich auf das Westenliche:

Der Selbstbewusste

Vielschreiber müssen gar nicht erst auf die Tasten schauen, die sie drücken. Daher präferiert der selbstbewusste Typ eine Tastatur ohne Beschriftung, wie die CM Storm Quick Fire Stealth.

Quelle: http://www.daskeyboard.com/de/company-information/press-kit/

Quelle: http://www.daskeyboard.com/de/company-information/press-kit/

Wer sich für diesen Tastaturtyp hält, der findet unter anderem auf dem Blog Das Keyboard einige Argumente für eine unbeschriftete Tastatur. Ein Pluspunkt ist demnach, dass man hier nicht in Versuchung gerät, auf die Beschriftung der Tasten zu schauen und so deren Belegung schneller lernt.

Falls Ihnen das Geld zu schade ist – viele Tastaturen liegen zwischen 100 und 200 Euro –, dann warten Sie doch einfach ein bisschen, die Beschriftung ist von der schweißtreibenen Tipperei irgendwann ganz von alleine passé.

Der Kreative

Der Kreative lässt sich nicht von einer vorgegebenen Struktur einschränken. Hier passen andere Modelle: In Tastaturen wie der Optimus Popularis lassen sich die einzelnen Tasten individuell belegen. So kommen Musiker, Designer oder Programmierer auf ihre Kosten. Wie das folgende Video zeigt, lässt sich hier jede Taste beispielsweise mit Codes oder mathematischen Funktionen belegen:

Der Futurist

Wer braucht schon Tasten: Von der Theorie zu verschiedenen Tastenbautypen braucht sich der Futurist nicht beirren zu lassen. Dieser könnte sich für eine OLED-Tastatur wie die Optimus Tactus aus dem Hause Art.Lebedev interessieren.

Quelle: http://www.artlebedev.com/everything/optimus/tactus/

Quelle: http://www.artlebedev.com/everything/optimus/tactus/

Dabei handelt es sich noch um ein Konzept, welches eine Tastatur ohne physische Tasten vorsieht. Hier sind der Fantasie was Größe und Belegung der Tasten betrifft keine Grenzen gesetzt. Jeder Teil der Tastatur kann für eine bestimmte Funktion programmiert werden, sogar Videos können darauf abgespielt werden.

Was hier fehlt, ist natürlich die typische Haptik. Ein gewisser (Feder-)Widerstand kann beispielsweise helfen, Tippfehler zu vermeiden, außerdem lassen sich Tasten in physischer Form leichter voneinander unterscheiden. Diese Modelle können trotzdem für Designer und Entwickler spannend sein – für das Abtippen langer Mails sind sie wohl eher nicht gedacht.

Nun sind Sie an der Reihe: Sagen Sie uns, welche Tastatur Sie beim Entwickeln bevorzugen!

Welcher Tastaturtyp sind Sie?

Aufmacherbild: Business woman typing on keyboard. Shallow dof. von Shutterstock / Urheberrecht: Gajus

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Geschrieben von
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris
Kypriani Sinaris studierte Kognitive Linguistik an der Goethe Universität Frankfurt am Main. Seit 2015 ist sie Redakteurin bei JAXenter und dem Java Magazin.
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4 Kommentare auf "5 Tastaturtypen: Welches Keyboard bevorzugen Programmierer?"

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Lutz Horn
Gast

Schon seit mehr als 15 Jahren verwende ich ausschließlich „Natural Ergonomic“-Tastaturen von Microsoft, zur Zeit das aktuelle „Natural Ergonomic Keyboard 4000“. Eine Tastatur ohne getrenntes und schräg gestelltes Tastenfeld führt bei mir notwendig zu Problemen in den Handgelenken.

Ergänzt wird die Tastatur durch einen guten Trackball, der eine korrekte Handhaltung unterstützt.

Thomas Nagel
Gast

Ergonomisch muss sie auf jeden Fall sein denn ich habe Arthrose. Jedes Mal wenn ich auf den beim PC mitgelieferten Kram ausweichen muss habe ich nach kurzer Zeit Sehnenprobleme. Das betrifft übrigens besonders auch die Maus.

Vor zwei Jahren habe ich mir ein MS „Comfort Keyboard“ ins Büro mitgebracht. Die Beschriftung ist bei den Tasten E,R,I und C inzwischen unlesbar, aber man weiß ja was wo ist, und die Maus habe ich auch durch eine „Wireless Mobile 3500“ ersetzt, die rollt leichter. Ein Mousepad mit Handballenauflage hilft auch noch.

Emil Buehner
Gast

Ich finde die Tatstitur design auf all gängige Geräte eine Desaster, z.b., die größe die Shifttasen sind oft falsch ausgelegt. Die linke Groß Halttaste soll klein sein und Shift groß. Noch schlimmer ist es auf die rechte Seite. Shifttaste und Returntaste. Shift soll klein und Return soll sehr groß. Die Tastituren mit deutsche layout sind ein Katistrophe denn die zusätsische umlaut Tasten bringt das Return Taste zu weit nach rechts. Für 10 Finger Schreiber wie ich sehr unangenehm. Übrings, mein Muttersprache ist English deswegen die Schreibfehler.

Martin
Gast

was für ein selten nutzloser artikel