Interview mit Hans Dockter zum Release von Gradle 1.0

Claudia Fröhling

JAXenter: Was ist dein persönliches Highlight der neuen Version?

Hans Dockter: Das ist unser Dependency Management, insbesondere der neue Cache. Wir sind hier dabei, komplett neue Türen aufzustoßen, z. B. neben sinnvollen Default-Verhalten die volle programmatische Kontrolle über den Cache, das Verhalten bei Versionskonflikten und sogar über die Metadaten zur Dependency-Resolution. Das alles wird Schritt für Schritt über öffentliche APIs zugänglich gemacht. Ein sehr mächtiges Handwerkzeug für Plugin-Autoren und Enterprise Build Master.

JAXenter: Wo geht die Reise nun als nächstes hin?

Hans Dockter: Wir werden Gradle kontinuierlich in allen Bereichen verbessern. Folgende Features sind aber als Schwerpunkt geplant: Wir wollen parallele und verteilte Builds ermöglichen. Zum einen natürlich aus Performance Gründen, zum anderen aber um vom lokalen Rechner aus, Dinge auf anderen Plattformen zu erzeugen und zu testen.

Ein anderes Thema ist, dass wir Multi-Project Builds flexibler machen wollen. Wir wollen es z. B. vereinfachen, Projekte in Abhängigkeit zu setzen, auch wenn diese nicht alle lokal ausgescheckt sind. Wie oben schon gesagt, wir wollen das Dependency Management so erweitern, dass es auch sehr gut für Anforderungen von nicht Java Sprachen genutzt werden kann. Sei es nun C++, JavaScript, Scala oder ObjectiveC. Diese Erweiterungen werden auch für Java User von Nutzen sein.

Ein weiteres Thema ist dass wir zwar kompatibel mit Maven auf der Repository Ebene sind, in Zukunft wollen wir aber auch in der Lage sein, Maven Builds von Gradle aus zu importieren.

Last but not least, wollen wir ein gutes Plugin-Portal für das Gradle Plugin Ökosystem zur Verfügung stellen. Die zurzeit verwendete Wiki-Page stößt an ihre Grenzen.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Gespräch!

Hans Dockter ist der Gründer und Leiter von Gradle sowie der Geschäftsführer der Gradle GmbH, einem Unternehmen, das Training, Support und Beratung für Gradle und Enterprise-Projektautomatisierung im Allgemeinen anbietet. Hans Dockter hat 13 Jahre Erfahrung als Softwareentwickler, Projektleiter, Architekt, Trainer und Mentor. Er ist einer der führenden Köpfe im Gebiet der Projektautomatisierung und zeigt sich verantwortlich für eine Vielzahl von komplexen Enterprise Builds. Er ist auch ein Verfechter von Domain-driven Design und gab Vorträge und Trainings zusammen mit Eric Evans zu diesem Thema. In grauer Vorzeit war er auch Committer für das JBoss-Projekt und schuf die JBoss-IDE.
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Claudia Fröhling
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