JAXenter: Was versprichst du dir vom neuen Projekt Nashorn?

Oliver Zeigermann: Nashorn bietet die Möglichkeit, JavaScript in Java-Programme einzubetten. Dies ging ja bereits vorher mit Rhino – hier erwarte ich
daher keine Revolutionen. Allerdings kann Nashorn auch direkt
JavaScript-Programme ausführen. D.h. auf jedem Rechner, auf dem Java 8
installiert ist, kann ich auch JavaScript ausführen. Das ist spannend!
Während man bisher noch node.js brauchte, könnte Java 8 der
Verbreitung von JavaScript außerhalb des Browsers einen großen Anschub
geben.

Ebenfalls spannend ist die Kompilierung von JavaScript in JVM
Bytecode. Was das konkret für die Performanz bedeutet, kann ich bisher nur
ahnen, sehr viel schneller als Rhino ist Nashorn in jedem Fall.
JavaScript als Bytecode verheißt aber auch eine bessere Integration mit
Java, und mit der JVM eine völlig neue Dimension als Laufzeitumgebung
für JavaScript. Ich kann mich nur noch einmal wiederholen: Wir müssen
die konkrete Entwicklung abwarten, es wird aber auf jeden Fall
spannend!

JAXenter: Und was entgegnest du einem Java-Entwickler, der immer noch sagt: „Nein, meine JavaScript-Suppe esse ich nicht! Es gibt ja schließlich
Projekte wie JSF, GWT, Spring MVC oder Frameworks wie Wicket, Vaadin,
Play – da brauche ich kein JavaScript!“?

Oliver Zeigermann: Der hat natürlich erst einmal Recht: Man kann auch ohne JavaScript Webanwendungen schreiben. Wenn man allerdings ein Antwortverhalten
haben möchte, das mit dem einer Desktopanwendung vergleichbar ist,
muss auch Code direkt im Browser ausgeführt werden. Und
Webanwendungen, die keinerlei Interaktivität direkt im Browser haben,
sind heutzutage wirklich selten geworden. Da JavaScript die einzige
Programmiersprache ist, die ohne Plug-in im Browser läuft, kommt man in
diesem Fall nicht um JavaScript herum. GWT kann dieses JavaScript für
uns aus Java erzeugen, ist damit tatsächlich eine Alternative. Aber
auch wenn man GWT nutzt, ist Kenntnis von JavaScript an vielen Stellen
hilfreich.

JAXenter: Vielen Dank für dieses Interview!

Oliver Zeigermannis a software development enthusiast mainly interested in Single Page Web Applications (SPAs) with Java and JavaScript. He lives in Hamburg, Germany, and works as a self-employed consultant, trainer, coach, and software developer.
Kommentare
  1. superfoo2014-03-05 21:26:12

    die ide unterstützung ist eingeschränkt? nope... gut, wer eclipse für js development verwendet der vermisst wohl einiges an komfort, aber dafür gibt es webstorm und netbeans die einem entwickler keinerlei schmerzen verursachen. debugging, refactoring, code completion, templating, grunt/node integration ist hier fein gelöst. thema type script: aus meiner sicht ein exot, und wer hier via source map etc. debuggen muss... viel spaß ;) und: vaadin, play und co sind exoten die ich in keinem business umfeld antraf. und wer will eigentlich noch mit jsf? also ich nicht (mehr ;)... und der umstieg tat überhaupt nicht weh, imho ;)

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