15 Jahre Apache Software Foundation

Michael Thomas
© Shutterstock.com/Fernando Sanchez Cortes

Bereits im Juni konnte die Apache Software Foundation (ASF) ihren 15. Geburtstag feiern. Grund genug für die Stiftung, ihre Arbeit der vergangenen Jahre Revue passieren zu lassen. Den Auftakt dazu bildet ein Blogpost des Stiftungsvorsitzenden Brett Porter, der Arbeitsweise und Organisationsstruktur der ASF beleuchtet.

Ziele und Arbeitsweise

Selbsternanntes und verfolgtes Ziel der ASF ist es, Open Source-Softwareprojekte in organisatorischer, juristischer und anderweitiger Form zu unterstützen; die so entstandene Software wird dem Endnutzer unter einer kostenlosen Apache-Lizenz zur Verfügung gestellt.

Der Königsweg zu diesem Ziel ist für die ASF die kollaborative Entwicklung auf Basis einer starken Community. Alle Committer sind unbezahlte Freiwillige; manche werden allerdings auch von ihren Arbeitgebern während der Arbeitszeit für ASF-Projekte freigestellt. Von Seiten der Stiftung erfolgen keinerlei Vorgaben, was entwickelt, wie es entwickelt und wie groß das Projekt schlussendlich werden soll, weshalb es manchmal zu regelrechten „Konkurrenz“-Produkten innerhalb der Apache-Familie kommen kann.

Aufgrund dieses Umstands, sowie dem Augenmerk auf die Community sieht sich die ASF in ihrem Selbstverständnis als regelrechte Graswurzel-Bewegung an.

Die Organisationsstruktur: Transparenz wird großgeschrieben.

Die betrieblichen Anforderungen der Stiftung und das Management der einzelnen Projekte sind streng getrennt, d.h. beispielsweise weder Fundraising noch Sponsoring können Einfluss darauf nehmen, welche Projekte realisiert werden und wer für diese verantwortlich zeichnet – ein gewaltiger Unterschied zu gewinnorientierten Unternehmen. Jedes Projekt wählt ein sogenanntes „Project Management Committee“ (PMC), das sich aus gewählten Committern – meist den verdienstvollsten – zusammensetzt. Das PMC verwaltet alle Belange des Projekts und erstattet dem Stiftungsvorstand Bericht. Der Stiftungsvorstand wiederum kontrolliert, dass sowohl PMC als auch das entsprechende Projekt den Grundsätzen der ASF entsprechend arbeiten.

Das ganze findet dabei nicht hinter verschlossenen Türen statt: Der Vorstand veröffentlicht monatlich umfassende Reports über die Ergebnisse von Meetings sowie mehr als 70 Projektberichte; jedes Projekt muss vierteljährlich öffentlich über den Stand des Projekts und der Community sowie über seine Zukunftspläne informieren.

Starkes Wachstum auch in Zukunft geplant

Insgesamt betreut die Stiftung heute mehr als 150 Projekte, an denen über 500 Einzelmitglieder und über 4000 Committer beteiligt sind; die Nutzerzahlen von Flaggschiff-Projekten wie Apache Open Office gehen in die Millionen. In den vergangenen 5 Jahren hat sich die Größe der ASF damit sowohl im Hinblick auf die Anzahl der Mitglieder als auch im Hinblick auf die Anzahl der Projekte verdoppelt. Mitgrund hierfür ist Porter zufolge, dass nach wie vor viele Großunternehmen der Stiftung und ihrer Arbeit vertrauen und an ihr mitwirken; so manches mal sei sogar der Geschäftserfolg der betreffenden Unternehmen von ASF-Projekten abhängig.

Doch damit ist das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht: Porter zufolge möchte die Stiftung in jedem Fall auch weiterhin wachsen und ein sicherer Hafen für Individuen, Organisationen und Communities bleiben, die quelloffene Software auf Weltklasse-Niveau erschaffen möchten.

Aufmacherbild: Birthday-anniversar y candles showing Nr. 15 von Shutterstock / Urheberrecht: Fernando Sanchez Cortes

Geschrieben von
Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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