Aus dem Entwickler-Nähkästchen

10 Antworten auf die Frage: An welcher Stelle schaust du als Java-Entwickler neidisch auf andere Sprach-Communities?

Aus dem Entwickler-Nähkästchen plaudern Java-Entwickler aller Couleur über ihre persönlichen Erfahrungen mit der „beliebtesten Programmiersprache der Welt“. Heute stellen wir die Frage:

An welcher Stelle schaust du als Java-Entwickler neidisch auf andere Sprach-Communities?

Nachdem ich in letzter Zeit häufiger mit JavaScript zu tun hatte, ist mir die Möglichkeit, einerseits (anonyme) Funktionen und andererseits direkt in JSON definierte Objekte als Aufrufparameter an Methoden übergeben zu können, sehr ans Herz gewachsen. Ersteres wird ja zukünftig dank Closures möglich sein, um Zweitgenanntes in Java zu ermöglichen, müsste man allerdings die strenge Typisierung opfern. Wollen wir das? Eher nicht. Ich nehme aber an, dass alternative JVM-Sprachen diese Möglichkeit eventuell bereits bieten. Mit diesen konnte ich mich leider noch nicht recht intensiv beschäftigen. Irgendwie werden mir die 24-Stunden-Tage nämlich neuerdings stets zu kurz.

Bernhard Löwenstein, selbstständiger IT-Trainer und Consultant

Als Microsoft „LINQ to SQL“ eingeführt hat, also die Möglichkeit, SQL-Code quasi direkt in den Code zu schreiben, da war ich schon ein bisschen neidisch, weil dies in Java so nicht möglich ist. Mittlerweile habe ich aber gelernt, dass man mit sogenannten „Fluent Interfaces“ Ähnliches auch in Java erreichen kann, noch besser geht das natürlich mit Scala. Ich muss also gar nicht mehr neidisch sein.

Marc Teufel, hama GmbH & Co KG, http://www.teufel.net

Neidisch schaue ich höchstens mal auf die viel höhere Ausdrucksstärke anderer Sprachen. In Java lassen sich Dinge oft nicht so elegant ausdrücken wie in Haskell oder Python. Allerdings haben wir mit der JVM den Vorteil, dass wir ausdruckstarke Sprachen wie Scala oder Clojure mit der Leistungsfähigkeit der Java-Bibliotheken kombinieren können.

Jens Bendisposto, Universität Düsseldorf

Manchmal bin ich neidisch auf .NET-Projekte, die viel weniger Entscheidungen treffen müssen, bevor sie anfangen können. Das ist aber schnell wieder vorbei, wenn ich mir anschaue, was .NET im Bereich BPM(N) kann 😉

Bernd Rücker, camunda services

Viel fehlt mir nicht. Es gibt immer mal wieder kleine Features, die ich gerne nutzen würde (Clojures in Scala, Traits in PHP), aber das ist nur Kosmetik. Insgesamt arbeite ich wirklich gerne mit Java, und das bleibt auch so.
Martin Dilger, Effective Trainings & Consulting

Zuerst dachte ich, ich sage direkt, dass die Dominanz von Firmen wie Oracle oder aber Google ein Nachteil sind. Wenn ich kurz genauer darüber nachdenke, ist es das aber gar nicht. Zum einen, weil sich die beiden Größen darin übertreffen, tollere Dinge für die Java-Welt zu entwickeln, zum anderen, weil auch die ganzen anderen Sprach-Communities sehr von einzelnen Firmen dominiert werden.

Nehmen wir doch einmal PHP, hier ist es derzeit wohl klar Facebook und Zend oder?

Man muss also gar nicht neidisch sein. Java geht einen tollen Weg, trotz, oder gerade weil Oracle nun das Ruder in der Hand hat.

Joachim Arrasz, synyx GmbH & Co. KG, @arrasz

Ich bin nicht neidisch, aber aufgeschlossen, neue Ideen und Konzepte zu überdenken und ggf. auch zu adoptieren.

Uwe Sauerbrei, emCON www.emcon-partner.de, Leader JUG Ostfalen

In der JavaScript-Welt hilft man sich auch bei obskuren Fehlern gerne weiter, wo man bei Java nur an http://xkcd.com/979/ denkt.
Jan Peuker, Accenture

Ich denke, Java ist nicht der richtige Hammer für jede Art Problem. Gerade wenn’s ans Skripten kleiner Helferlein geht, greife ich selbst gerne mal zu einer anderen Sprache. Ansonsten ist es schon nett, wenn man eine Sprache verwendet, die nicht auf jahrelange Historie und Abwärtskompabilität setzt: Hier geht die Entwicklung natürlich deutlich schneller voran: Es herrscht eben mehr Innovation, und man wartet nicht jahrelang auf neue Sprachfeatures.

Marc Kannegiesser, synyx GmbH & Co. KG

Wenn beispielsweise Einsteiger fragen, warum es einen SAXParser und einen XMLStreamReader oder sowohl ein java.io als auch ein java.nio Paket gibt, habe ich das Gefühl, ich müsste mich für diese unsinnig gewordenen Altlasten entschuldigen. In solchen Momenten würde ich am liebsten einer anderen Sprach-Community angehören. Was, wenn sie auch noch fragen, für was das „S“ ins SAX oder das „n“ in nio steht!?

Holger Voormann, freier Softwareentwickler & Berater

Und wo schaut Ihr als Java-Entwickler neidisch auf andere Sprach-Communities?

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