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Vital techniques of Java 7 and polyglot programming

The Well-Grounded Java Developer

Autor: 
Benjamin J. Evans und Martijn Verburg
Verlag: 
Manning
Erschienen: 
2012
Seiten: 
496
Preis: 
31,95 Euro
ISBN: 
978-16-17290060

Die Java-Plattform hat seit 1995 eine bewegte Geschichte hinter sich: AWT, Swing, Servlets, JSPs, die verschiedenen EJB-Spezifikationen, um nur einige Meilensteine zu nennen. Mit Java 7 kam eine sehr wichtige Bytecode-Instruktion für Methodenaufrufe hinzu: invokedynamic. Damit ist es nun möglich, die Verbindung zwischen der Klasse, die einen Methodenaufruf absetzt, und der, die ihn erhält, zur Laufzeit zu bestimmen. Das eröffnet völlig neue Möglichkeiten des Einsatzes alternativer Sprachen auf der JVM – ein guter Zeitpunkt und Anlass, Java 7 einmal genauer zu betrachten. Mit „The Well-Grounded Java Developer“ legen die Autoren Benjamin J. Evans und Martijn Verburg genau zum richtigen Zeitpunkt einen Überblicksband vor, der in vier Teilen mit insgesamt vierzehn Kapiteln sehr leicht verständlich alle Neuerungen beschreibt und auch noch einmal Altbewährtes rekapituliert. In den ersten Abschnitten erhält der Leser Einblick in wesentliche neue Features wie Project Coin, New I/O oder NIO.2 API. Weiterhin werden etablierte Entwicklungstechniken wie Dependency Injection, nebenläufige Programmierung, Classloading und Bytecode sowie Performanceoptimierung aufgefrischt. Im siebten Kapitel schließt sich eine kleine Einführung in die Möglichkeiten der polyglotten Programmierung der JVM an. Abgerundet wird die Gesamtschau mit einem letzten Kapitel über Test-driven Development, Continuous Integration, Grails und die Zukunft von Java 8. Besonders gelungen halte ich persönlich das Kapitel „Modern Concurrency“ und die Einführung in Scala, die Lust auf mehr macht.

Doch nicht nur inhaltlich, sondern auch in der Aufbereitung ist das Buch sehr überzeugend. Es wendet sich zwar an Entwickler mit bereits vorhandenen Java-Kenntnissen, ist aber dennoch sehr leicht und verständlich geschrieben. Die gewählten Programmierbeispiele sind gut nachvollziehbar und – im Gegensatz zu vielen anderen Programmierbüchern – auch sinnvoll aufbereitet. Insbesondere die Einführung in die konzeptionellen Fundamente der funktionalen Sprachen überzeugt. Ich bin von diesem Buch sehr begeistert und kann es jedem fortgeschrittenen JavaEntwickler, der sich wieder auf den aktuellen Stand bringen möchte, vorbehaltlos empfehlen. Einziger Wermutstropfen: Es ist mit seinen 496 Seiten Inhalt einfach zu kompakt, um bei dem doch beachtlichen Themenspektrum wirklich sehr in die Tiefe gehen zu können. Vieles wird deshalb nur angerissen. Das Buch ist – wie bei allen Publikationen von Manning – auch elektronisch als PDF, EPub oder Kindle verfügbar.

Rezension von Sascha Möllering.

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