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Heute im W-JAX Countdown: Mike Wiesner über Spring vs. Java EE

Grundlagen, Architektur und Implementierung in C/C++, Java und C#

Multicore-Software

Autor: 
Urs Gleim und Tobias Schüle
Verlag: 
dpunkt.verlag
Erschienen: 
2011
Seiten: 
370
Preis: 
36,90 Euro
ISBN: 
978-3-89864-758-8

Auch wenn das Windows Phone 7 derzeit nur mit einem Kern umgehen kann: Die Dose mit den parallelen Würmern ist offen und lässt sich frei nach Murphy nicht mehr schließen. Das von Urs Gleim und Tobias Schüle verfasste Buch biedert sich als Wurmschneider an. Die Frage ist, ob es überzeugt?

Im ersten Kapitel befasst sich das Buch mit Grundlagen der Parallelität in Hardware und Software: In angenehmem Schreibstil gibt es hier viele interessante Hintergrundinformationen, wie sie in reinen "Programmier-Tutorials" fehlen. Die folgenden Kapitel beschäftigen sich mit der Architektur von parallelen Softwaresystemen mit gemeinsamem Speicher (Message-Passing-Systeme kommen nicht vor). Gleim und Schüle setzen sich auch mit hochinteressanten Themen wie Entwurfsmustern, parallelisierbaren Datenstrukturen und "Basics" wie Synchronisierung auseinander. Insbesondere dieses Kapitel ist beeindruckend: Zeigen die Bücher zu diesem Thema ansonsten bestenfalls Mutexe und Semaphoren, präsentiert "Multicore-Software" ein Dutzend verschiedener Methoden. Auch im Bereich der Datenstrukturen gehen Gleim und Schüle einen eigenen Weg. Die Autoren stellen die verschiedenen Objekte hinsichtlich ihres Verhaltens in parallelen Systemen vor und erläutern auch Methoden zur Parallelisierung existierender, nicht Thread-sicherer Klassen. Im zweiten Teil des Buchs sieht man kaum noch Pseudocodebeispiele. Statt dessen bekommt man eine schnelle Einführung in die Erstellung von parallelen Anwendungen mit Java, C++ und C#. Die "Kürze" ist insofern kein Problem, als die Konzepte ja schon im ersten Teil erklärt wurden - Teil 2 dient eher als "Syntaxreferenz".

Für .NET-Programmierer lohnt sich das Buch schon allein wegen des zwölften Kapitels zu .NET. Dort findet man alles, was man zur Parallelisierung braucht, kurz zusammenfasst. Der dpunkt-Verlag gewährte den Autoren die freie Wahl des Layoutsystems. Da sie beide aus dem universitären Umfeld stammen, entschieden sie sich für Latex. Das Problem dabei ist, dass das System die unangenehme Eigenschaft hat, Tabellen und Diagramme möglichst weit abseits ihres Vorkommens im Text zu platzieren. Das Suchen von Abbildungen und Listings mag im staatlichen Sektor als Arbeitsbeschaffung akzeptabel sein, in der produktiven Wirtschaft ist es jedoch eine Frechheit. In Summe überzeugt das Buch jedoch trotz des unzumutbaren Layouts voll und ganz. Wer sich für parallele Programmierung von Systemen mit gemeinsamem Speicher interessiert, bekommt hier wertvolle technische Anleitungen und Hintergrundinformationen.

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