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Zwei neue Eclipse-M2M-Projekte: Californium und liblwm2m

Diana Kupfer

Eclipse M2M gewinnt zunehmend an Fahrt. Nach zwei Jahren M2M-Entwicklung unter dem Dach der Eclipse Foundation scheint die kritische Masse an M2M-Projekten nun endgültig erreicht: In immer kürzeren zeitlichen Abständen treffen neue Projektvorschläge in diesem Technologiebereich ein – vergangenen Freitag gleich zwei auf einmal.

Californication

Das in Java entwickelte Californium (Cf) CoAP Framework stellt eine Open-Source-Implementierung des CoAP (Constrained Application Protocol) bereit. Letzteres wurde vergangenen Juli bei der Internet Engineering Task Force (IETF) als Standard-Webprotokoll vorgeschlagen und könnte neben HTTP, MQTT und weiteren Protokollen künftig eine tragende Rolle im Internet der Dinge spielen. Es ist ein auf Maschinenkommunikation zugeschnittenes RESTful Protokoll. Eine Einschätzung gab M2M-Entwickler Dominik Obermaier neulich im Interview: „Ich denke, dass Internet-of-Things-Plattformen neben einer HTTP-Schnittstelle langfristig auch CoAP-Schnittstellen besitzen werden, wenn man Anwendungsfälle bedienen will, die z. B. eine effiziente Mobilfunkkommunikation benötigen.“

Das Californium (Cf) CoAP Framework zielt laut Projektvorschlag hauptsächlich auf Backend-Infrastrukturen ab. Serverseitige JavaScript-Unterstützung für M2M-Anwendungen liefert der zugehörige Anwendungsserver Actinium (Ac), der ebenfalls Open-Source ist und auf GitHub gehostet wird.

Dank Scandium, einer ins Framework integrierten Implementierung des Verschlüsselungsprotokolls DTLS, lässt sich eine Sicherheitsschicht implementieren, die den Konventionen von IETF, OMA und OneM2M entspricht. Auch einen OSGi-Wrapper liefert das Projekt. Dass eine nahtlose Integration mit den Standards gewährleistet wird, die Eclipse-M2M-Projekte wie OM2M oder liblwm2m (s.u.) adressieren, versteht sich von selbst.

Hinter dem Projekt steht die ETH Zürich, die mit Californium, Scandium, Actinium und dem Java-Konnektor element-conector den initialen Beitrag liefert.

Leichtgewichtig

In die Protokoll-Kerbe schlägt auch das zweite neue Projekt, liblwm2m. Dessen Committer kommen von Intel und Sierra Wireless, der Firma, die bereits die Projekte Koneki und Mihini an die Eclipse Foundation übergeben hat.

Trotz des Namens handelt es zwar um eine Implementierung von, nicht aber um eine Library für den Protokollstack Lightweight M2M (kurz: LWM2M) der Open Mobile Alliance, der speziell auf Remote-Verwaltung von M2M-Infrastrutkuren ausgerichtet ist und u. a. ebenfalls eine CoAP- und eine DTLS-Schicht enthält. Vielmehr werden laut Exposé in C geschriebene Dateien bereitgestellt, die sich in eine M2M-Anwendung einbauen lassen und mit dem API-Standard POSIX kompatibel sind. Serverseitig werden APIs für die Entwicklung von Anwendungen zur Verfügung gestellt, mit denen Befehle an Clients gesendet werden. Clientseitig prüft liblwm2m die Syntax und Zugriffsrechte der eingehenden Befehle und leitet sie an die entsprechenden Geräte weiter.

Der initiale Codebeitrag steht bereits auf GitHub zur Verfügung.

Eclipse M2M – Was bisher geschah

Nach der Initialzündung der M2M-Aktivitäten bei Eclipse im November 2011 – mit dem Gründungstrio Paho, Koneki und Mihini, s. Grafik unten – haben zahlreiche weitere M2M-Projekte bei der Eclipse Foundation eine neue Heimat gefunden: Concierge, SCADA, Kura, Ponte, Mosquitto, Krikkit und OM2M. Mit den beiden neuen Vorschlägen erhöht sich die Anzahl der M2M-Projekte bei Eclipse auf 12.

Eclipse im M2M Universum (© Software & Support Media, 2012)

Geschrieben von
Diana Kupfer
Diana Kupfer
Diana Kupfer war Redakteurin bei S&S Media für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter. 
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