Zur Metamorphose von "Google Wave" zu "Apache Wave"

JAXenter: Was bedeutet der Umzug für angeschlossene Projekte wie Novell Vibe und SAP StreamWork?

Torben Weis: Einer der wichtigsten Aspekte der Wave-Technologie besteht darin, dass Wave das Zusammenspiel verschiedener Systeme erlaubt. Die Migration des Wave-Projektes in Apaches wohl etablierte Prozesse für Community-Building und Code-Entwicklung wird jedem helfen, der am Bauen von Lösungen mit Wave interessiert ist. Das Wave-Federation-Protokoll ist immer noch vorhanden und verschiedene Unternehmen, darunter Novell, arbeiten mit dem Protokoll. Mit der zunehmenden Reife der Referenz-Implementierung wird es immer einfacher werden, das Wave-Federation-Protokoll in andere Projekte wie SAP StreamWork einzubinden. Ein weiteres Beispiel ist die US Navy, die ebenfalls von dem Projekt-Umzug profitieren wird, da sie gerade evaluiert, Wave Federation als Mittel für die Schiff-zu-Schiff-Kommunikation einzusetzen.

JAXenter: Was sind die nächsten Schritte für das Apache-Wave-Projekt?

Torben Weis: Was die Apache-Migration angeht, ist der nächste Schritt, das Proposal fertig zu stellen und zur Abstimmung zu bringen, ob Wave Teil des Apache Incubator werden soll (es scheint, dass diese Abstimmung nächste Woche stattfinden wird). Parallel dazu wird innerhalb des Projekts aktiv an der Verbesserung des Servers gearbeitet, beispielsweise um Waves effizient in einer Datenbank zu persistieren, die User-Kontrolle zu verbessern, Verwaltungsoberflächen hinzuzufügen usw. So ist es eines unserer Hauptziele, den Server in einen Zustand zu bringen, in dem interessierte Anwender einfach Deployments durchführen können. Auch dem Web UI lassen wir einige Pflege angedeihen. Es gibt hier bereits mehrere UI Proposals, die auf der Mailing-Liste kursieren, um das Look-and-Feel zu verbessern.

Außerdem stellt die Community Demo-Server bereit, z.B. demo.wave-in-a-box.org, die immer den aktuellen Stand der Wave-in-a-Box-Entwicklung repräsentieren, für all jene, die nicht selbst die Arbeit der Kompilierung und Installation vornehmen möchten. Und allen, die an einer Mitwirkung interessiert sind oder auf einen Bug gestoßen sind, kann ich nur sagen: Jeder ist herzlich eingeladen, sich an dem Projekt zu beteiligen und sich unter http://groups.google.com/group/wave-protocol zu melden!

JAXenter: Vielen Dank für dieses Gespräch!

Torben Weis ist Professor für verteilte Systeme an der Universität Duisburg/Essen. Er hat Beiträge zu verschiedenen Open-Source-Projekten geleistet, darunter KDE und Wave-in-a-Box.
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