Quelloffenes OS für das Internet der Dinge

Projekt Zephyr: Linux Foundation stellt neues IoT-Echtzeitbetriebssystem vor

Michael Thomas

© Shutterstock.com/Suzanne Tucker

Das Projekt Zephyr zielt darauf ab, ein quelloffenes, skalierbares Echtzeitbetriebsytem für ressourcenbeschränkte Systeme zu schaffen. Nicht zuletzt durch somit entfallende OS-Lizenzkosten (bzw. der entfallenden Notwendigkeit, eine eigene Lösung zu entwerfen) könnte der Innovation im IoT-Sektor entscheidender Auftrieb gegeben werden.

Das Ziel des Linux-Foundation-Projekts Zephyr, namentlich die Schaffung eines quelloffenen Echtzeitbetriebssystems für das Internet der Dinge, soll insbesondere durch die Einbeziehung wichtiger Akteure der Branche erreicht werden. Dem entsprechend liest sich die Riege der Unterstützer der ersten Stunde: Intel (inklusive der von Intel übernommenen Unternehmen Altera und Wind River) gehört ebenso dazu wie NXP Semiconductors (inklusive des kürzlich aufgekauften Halbleiterherstellers Freescale), Synopsys Inc und UbiquiOS Technology Limited.

Der Hintergrund des Projekts: Sowohl die im industriellen Kontext als auch die im Konsumentenbereich genutzten IoT-Geräte verlangen nach Software, die eine bestmögliche Skalierbarkeit, Sicherheit sowie eine nahtlose Konnektivität ermöglichen. IoT-Entwickler benötigen darüber hinaus eine vorzugsweise modulare Plattform, die sich, unabhängig von der Architektur, auf möglichst einfache Weise mit eingebetteten Geräten integrieren lässt. Zephyr möchte beides bieten.

Zephyr Basics

Zephyr verfügt sowohl über einen Microkernel (für Tasks mit niedriger Priorität) als auch einen Nanokernel für die Echtzeitbelange. Der Kernel soll unter Geräten mit einer Arbeitsspeichergröße ab 8 kB laufen. Des Weiteren will das Projekt langfristig gesehen eine umfassende Kommunikations- und Netzwerkunterstützung bieten, was zu Beginn Bluetooth, Bluetooth Low Energy und IEEE 802.15.4 einschließt. Weitere Standards und Protokolle sollen nach und nach Beachtung finden.

Zephyr unterstützt x86-, ARM- und ARC-Architekturen; zur Zeit schließt dies die Plattformen Arduino 101 (auch als Genuino 101 bekannt), Arduino Due, Intel Galileo Gen 2 und NXP FRDM-K64F ein. Analog zum Kommunikations- und Netzwerksupport soll die Zahl der unterstützen Plattformen mit der Zeit aufgestockt werden.

Eine Kurzusammenfassung der Hauptfunktionen des Projekts bietet das folgende Video der Zephyr-Macher:


Insgesamt betrachtet soll bei der Entwicklung von Zephyr insbesondere den für IoT-Geräte so wichtigen Themen Modularität (d. h. auch die maßgeschneiderte Anpassung des Betriebssystems an bestimmte Lösungen) und Sicherheit besondere Beachtung geschenkt werden. Im Bereich der Sicherheit schließen die Pläne der Zephyr-Entwickler u. a. die Gründung einer ausschließlich diesem Thema gewidmeten Arbeitsgruppe sowie die Ernennung eines Sicherheitsbeauftragen.

Zephyr steht unter Apache-2.0-Lizenz.

Aufmacherbild: Kite flying in the sky von shutterstock.com / Urheberrecht: Suzanne Tucker

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Michael Thomas
Michael Thomas
Michael Thomas studierte Erziehungswissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und arbeitet seit 2013 als Freelance-Autor bei JAXenter.de. Kontakt: mthomas[at]sandsmedia.com
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