XaaS – Everything as a Service?

Und die Kosten?

Ein wesentliches Merkmal von Cloud Computing ist die Abrechnung mit den Servicenehmern „nach Verbrauch“. Das setzt voraus, dass der Verbrauch auch gemessen werden kann, was in manchen Punkten durchaus einige spezielle Herangehensweisen erfordert. Rechnerlaufzeiten oder belegter Speicherplatz lassen sich hier noch recht einfach messen und mit einem Preis versehen. Problematischer wird es, wenn es neben der Infrastruktur weitere Komponenten wie Lizenzen abzurechnen gilt. Die Lizenzmodelle der meisten Hersteller sind nicht für das Cloud Computing ausgelegt, die Nutzungsrechte für die Software müssen in der Regel in vollem Umfang erworben werden. Zumeist ist es nicht möglich, Lizenzen für einen Zeitraum von zwei Wochen oder für ein Jahr, jeweils nur montags bis freitags zu erwerben. Lizenzmodelle, die Cloud Computing in vollem Umfang unterstützen, müssen diese Flexibilität aber aufweisen, um die Vorteile entsprechend nutzen zu können.

Für die Einführung des Relational Database Service RDS für Oracle hat Amazon Web Services eine sämtlichen technischen und kaufmännischen Anforderungen genügende Regelung gefunden, um die Oracle-Datenbank on Demand abrechnen zu können. Mit den Standardlizenzierungsregeln der meisten Hersteller lassen sich solche Modelle jedoch nicht abbilden.

Fazit

Cloud Computing ist über den Status eines Hypethemas bereits hinaus. Die kommerziellen Anbieter erfreuen sich steigender Nachfrage, viele Unternehmen nutzen für weniger kritische Anforderungen bereits heute die Möglichkeiten einer Public Cloud. Und auch für die kritischeren Themen gibt es vielerorts Überlegungen, wie diese mit den Vorteilen einer Cloud kombiniert werden können. Die verschiedenen Serviceebenen bieten das dazu erforderliche Potenzial. In jedem Fall ist es notwendig, sich über Rahmenbedingungen und Anforderungen im Vorfeld genauestens Gedanken zu machen. Sind diese klar, können durch den Einsatz der entsprechenden XaaS-Ebenen enorme Vorteile hinsichtlich Flexibilität und Kosten erzielt werden. In den IT-Abteilungen der Unternehmen ist hierfür jedoch ein Umdenken erforderlich. Schafft man aber diese Herausforderungen, werden auch dort die Vorzüge spürbar werden.

Andreas Ströbel arbeitet als Bereichsleiter bei OPITZ CONSULTING München GmbH. Er ist verantwortlich für den Geschäftsbereich Service Engineering, der sich mit der Planung und Realisierung von Infrastrukturprojekten mit Schwerpunkt auf Technologien von Oracle beschäftigt.
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