XaaS – Everything as a Service?

Ein Sonderfall: Humans as a Service (HuaaS)

Eine im ersten Augenblick etwas seltsame anmutende Ausprägung einer Serviceebene für Cloud Computing ist Humans as a Service (HuaaS), also die Bereitstellung menschlicher Intelligenz für die Bearbeitung von Aufgaben. Man könnte denken, dass es nichts Besonderes ist, Aufgaben über das Internet zu vergeben beziehungsweise entsprechende Dienste anzubieten. Das Hauptaugenmerk liegt hier auf gegebenenfalls sehr kleinen Einzelaufgaben, die erledigt werden sollen, dabei aber gewissen Qualitätsstandards genügen müssen. Als Beispiel kann z. B. die Erfassung von Adressdaten in ein IT-System (das ggf. über SaaS bereitgestellt wird) genannt werden. Und es gibt tatsächlich bereits Anbieter, die Plattformen für HuaaS bereitstellen. Auch hier ist Amazon Web Services mit Mechanical Turk Vorreiter [11]. Registrierte Anwender können Aufgaben einstellen, jeder ebenfalls registrierte und geeignet qualifizierte Nutzer kann die Tätigkeiten annehmen und durchführen. Die Bezahlung erfolgt dann z. B. nach Stückpreisen pro erfasster Adresse.

Um einen Arbeitsschritt, der menschliche Intelligenz erfordert, in einen Workflow einzubinden, bietet Amazon Web Services eine entsprechende Programmierschnittstelle (API) an. Dadurch kann ein manueller Schritt in einer Cloud-Anwendung als regulärer Prozessschritt integriert werden.
Inwieweit HuaaS sich als fester und wichtiger Servicebestandteil im Cloud Computing etablieren wird, ist derzeit nicht abschließend einzuschätzen. Es ergeben sich jedoch Vorteile für Dienstanbieter und Servicenehmer. Unternehmen, die HuaaS in Anspruch nehmen, können auf die Einstellung eigener Mitarbeiter für die Tätigkeiten verzichten, hingegen gibt es inzwischen durchaus eine relevante Anzahl von Menschen, die ihre Dienste für solche Aufgaben anbieten.

Abb. 1: Verschiedene Serviceebenen des Cloud Computing – Everything as a Service (XaaS)
Spezielle Herausforderungen

Anhand der genannten fünf Beispiele für die Serviceebenen wird deutlich, dass es doch erhebliche Unterschiede in den Einsatzbereichen gibt. Darüber hinaus ist es erforderlich, sich vor der Einführung über die Rahmenbedingungen klar zu werden. Als wesentliche Stichpunkte wurden bereits die Themen Datensicherheit und Service Level Agreements (SLAs) genannt. Beide Themen hat ein Unternehmen sehr gut selbst im Griff, bewegt es sich ausschließlich in einer Private Cloud, also im eigenen Rechenzentrum mit eigenen Systemen und Mitarbeitern. Der Nachteil dabei ist jedoch, dass hier sämtliche Ressourcen weiterhin intern vorgehalten werden müssen und somit die Einsparungspotenziale begrenzt sind.

Werden Komponenten jedoch in eine Public Cloud ausgelagert, so ergeben sich vollkommen veränderte Rahmenbedingungen. Die Einsparungspotenziale bezüglich der Systeme im Rechenzentrum können hier zwar gehoben werden, allerdings sind die Möglichkeiten zur Einflussnahme entsprechend geringer. Die Herausforderung liegt hier insbesondere in der Vereinbarung effizienter und realistischer SLAs, um die vollständige Verfügbarkeit der Funktionalitäten sicherzustellen. Darüber hinaus werden gegebenenfalls sehr sensible Daten z. B. von Mitarbeitern, aus der Entwicklungsabteilung oder dem Finanzwesen in ein fremdgehostetes Rechenzentrum ausgelagert. Entsprechend muss ein effektiver Zugriffsschutz für diese Informationen gewährleistet sein. Reichen im eigenen Rechenzentrum passende Berechtigungsstrukturen und ein angemessenes Netzwerkdesign, so ist das in einer Public Cloud möglicherweise zu wenig. Verschlüsselungstechnologien für die Speicherung und die Übertragung der Daten können erforderlich werden.

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