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Wyliodrin, WiDo und "Wulianwang" [M2M Minutes]

Diana Kupfer
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© S&S Media

IoT-Webtool Wyliodrin mit neuem UI | WiDo: Arduino-kompatibles WiFi-Board | China ist M2M-Weltmeister | Dell und Intel setzen IoT-Kooperation fort | Andiamo: 3-D-gedruckte Orthesen für Kinder

Wyliodrin: Embedded-Programmierung im Browser

Embedded-Geräte programmieren, ohne das Device mit dem Rechner zu verbinden: Das und mehr ist mit der Plattform wyliodrin.com möglich, die gerade ein neue Weboberfläche spendiert bekam. Das Startup aus Bukarest, das mit Wyliodrin bereits einige Auszeichnungen gewann, dürfte mit dieser verbesserten UX seinen Erfolgskurs fortsetzen. Kompatibel ist Wyliodrin mit dem Raspberry Pi und Intels Galileo-Board. Das Browser-Werkzeug kennt die Programmiersprachen C/C++, Java, Pascal, Shell Script, Perl, PHP, Objective-C, C#, Python und JavaScript. Programmier-Muffeln bietet es sogar einen visuellen Editor.

Einloggen kann man sich über seinen GitHub-, Google-, oder Facebook-Account. Das Tool lässt sich aber auch ganz ohne Anmeldung testen. Folgendes Video zeigt die Möglichkeiten von Wyliodrin im Schnelldurchlauf:

WiDo: WiFi für den Arduino

Ein neues Arduino-kompatibles WiFi-Shield namens „WiDo“ sorgt in IoT-Kreisen seit Anfang September für Begeisterung. Für einen Kaufpreis von knapp 30 US-Dollar ist das Board aus dem Hause DFRobot derzeit zu haben. Zum Vergleich: Ein Arduino UNO mit WiFi-Shield kostet mehr als das Doppelte, fast 80 Dollar. Der WiDo passt bestens zum Arduino Leonardo, ist 72 x 55 mm klein, und ein Partner der IoT-Plattformen Xively und Carriots, die Nutzern des kleinen Boards ihre Webdienste zur Verfügung stellen.

WiDo

China Vorreiter im weltweiten M2M-Markt 

„Wulianwang“: So nennt man in China das Internet der Dinge. Ein Begriff, der sich längst verbreitet haben dürfte, denn: China ist Vorreiter in puncto M2M-Technologie, wie ein aktueller Bericht der Industrievereinigung GSM Association zeigt. So werden in China nicht nur intelligente Stäbchen erfunden, die Nahrungsmittelvergiftungen vorbeugen sollen (siehe Bericht im Guardian). Nein, China ist auch Konnektivitätsweltmeister: Ende 2013 gab es im Reich der Mitte stolze 50 Millionen mobile M2M-Verbindungen, ist in dem GSMA-Bericht zu lesen. Die USA hinken mit nur 32 Millionen hinterher. Weit abgeschlagen auf Platz 3 liegt Japan mit 9,3 Millionen Verbindungen. Neben den reichhaltigen Ökosystemen der drei Hauptanbieter China Mobile, China Telecom und China Unicom, die sich frühzeitig um strategische Partnerschaften bemühten, fußt das chinesische M2M-Erfolgsmodell gemäß der Studie auch auf einer engen Zusammenarbeit zwischen privatem und öffentlichem Sektor: Die Regierung veranlasste einen rapiden Ausbau der Netzinfrastruktur, dank der die Unternehmen in der Lage waren, ausgereifte M2M-Lösungen anzubieten, die weit über die reine Konnektivität hinaus gehen.

Ob sich Deutschland daran ein Beispiel nehmen sollte? Wohl kaum. Auch wenn die chinesische Verzahnung von Wirtschaft und Politik sich zumindest zahlenmäßig als Katalysator für neue Technologien zu erweist, sollte man die Schattenseiten einer zentral gesteuerten Wirtschaft – die Gefahr von Lock-in-Effekten, den Mangel an offenen Standards und qualitätsförderndem Wettbewerb – nicht ausblenden. Andere Länder, andere Sitten, andere M2M-Strategien.

Dell und Intel gründen IoT Lab

Dell und Intel, beide Mitglieder der jüngst gegründeten IoT-Allianz Open Interconnect Consortium, möchten gemeinsam ein eigenes „Internet of Things Lab“ im Silicon Valley aufbauen, wie Dell letzte Woche bekanntgab. Gemeinsam mit Partnern und Kunden möchte die neue Einrichtung in Santa Barbara IoT-Lösungen testen und deployen.

Dell und Intel kooperieren bereits im Bereich Heimautomatisierung. Intel gründete im November 2013 die „Internet of Things Solutions Group“. Die Intelligent Device Platform der Intel-Tochter Wind River gehört zu den populäreren Entwicklungsplattformen im Bereich M2M.

Vergangenen März prognostizierte Kevin Ashton, Vater des „Internet of Things“, Dell neben Konzernen wie Microsoft, Apple, Cisco und Facebook, ein Ableben innerhalb der nächsten 20 Jahre. Sie alle sind seiner Ansicht nach nicht schnell genug auf den IoT-Zug aufgesprungen.

Andiamo: 3-D-Druck als Heilsbringer

Unser Crowdfunding-Projekt der Woche verbreitet Aufbruchsstimmung: „Andiamo“, so heißt es, ist italienisch bedeutet wörtlich „Lass uns gehen!“ oder „Auf geht’s!“ Die zentrale Idee des Vorhabens ist es, 3-D-Druck für orthopädische Zwecke einzusetzen: Passgenaue Orthesen, also auf den jeweiligen Patienten abgestimmte medizinische Stützen und Hilfsmittel, möchte Andiamo speziell für Kinder herstellen – ein Prozess, der nicht länger als zwei Tage dauern soll. Zum Vergleich: Die Herstellung traditioneller Orthesen dauert etwa 13 Wochen. Bis die Kinder ihre Helferlein entgegen nehmen können, sind sie oftmals schon aus diesen herausgewachsen.

Die Andiamo-Vision: Nach einem 3-D-Scan, der nicht länger als 20 Sekunden dauert, können die Daten an jeden beliebigen 3-D-Druck- oder Orthopädie-Dienst gesendet werden, der sie verarbeitet und mittels 3-D-Druck eine passende Orthese herstellt. Unterstützen kann man die Indiegogo-Kampagne von Andiamo noch 33 Tage.

3-D-Druck mausert sich immer mehr zum Heilsbringer im Wortsinn – die Technologie hält zunehmend Einzug in die Medizin. Wir erinnern uns: Vor wenigen Wochen setzten chinesische Chirurgen erstmals einen 3-D-gedruckten Wirbel in die Halswirbelsäule eines Teenagers ein. 

Geschrieben von
Diana Kupfer
Diana Kupfer
Diana Kupfer war Redakteurin bei S&S Media für die Zeitschriften Java Magazin, Eclipse Magazin und das Portal JAXenter. 
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