Heute im Interview: Monica Mejia Pocasangre, Senior Marketing Managerin bei adlicious

Women in Tech: „Risikofreude hilft dabei, die Karriere voranzutreiben und die Tech-Branche zu erobern“

Dominik Mohilo

In unserer Artikelserie „Women in Tech“ stellen wir inspirierende Frauen vor, die erfolgreich in der IT-Branche Fuß gefasst haben. Heute im Fokus: Monica Mejia Pocasangre, Senior Marketing Managerin bei adlicious.

Die Tech-Industrie wird von Männern dominiert – so weit, so schlecht. Doch langsam, aber sicher bekommt der sogenannte Boys Club Gesellschaft von begabten Frauen: Immer mehr Frauen fassen in der Branche Fuß.

Aus diesem Grund wollen wir hier spannenden und inspirierenden Frauen die Möglichkeit geben, sich vorzustellen und zu erzählen, wie und weshalb sie den Weg in die Tech-Branche gewählt haben. Aber auch Themen wie Geschlechtervorurteile, Herausforderungen oder Förderungsmöglichkeiten kommen zur Sprache.

Unsere Women in Tech: Monica Mejia Pocasangre, Senior Marketing Managerin bei adlicious

Monica Mejia Pocasangre ist Senior Marketing Managerin bei adlicious, einer Hamburger Mediaagentur für Programmatic Advertising. Die 25-Jährige ist in El Salvador geboren und aufgewachsen und mit 18 Jahren für ihr Studium nach Deutschland gezogen. Ihre Tätigkeiten bei adlicious umfassen u.a. das Brand Marketing und die Brand Innovation. Des Weiteren befasst sie sich mit Themen wie Gestaltung und Konzeption. In ihrem Job ist sie mit ihrem Team täglich auf der Suche nach neuen Tools und Lösungen für die AdTech-Kunden des Unternehmens, zu denen u.a. ATU, C&A, Consorsbank, Möbel Roller, Princess Cruises und SOS Kinderdorf gehören.

Was hat dein Interesse für die Tech-Branche geweckt?

Schon seit meiner Kindheit faszinieren mich technologische Entwicklungen. Meine Generation ist mit Technologie aufgewachsen und als Digital Natives liegt es in unserer Natur, neue Entwicklungen auszuprobieren. Mit sechs Jahren habe ich von meinem Vater einen alten PC geschenkt bekommen und mich stundenlang mit Paint beschäftigt. Ich bin sehr neugierig und finde es sehr interessant und spannend, wie Technologien mit Personen interagieren und ihnen dabei helfen, sich in ganz neuen Formen auszudrücken. Heutzutage stehen uns eine Vielzahl von Apps und Tools zur Verfügung, die es uns ermöglichen Ideen, Prozesse und Daten zu verarbeiten und zu optimieren.

„Als Digital Natives liegt es in unserer Natur, neue Entwicklungen auszuprobieren.“

Ich bin in El Salvador geboren und aufgewachsen. Dort habe ich bis zu meinem 18. Lebensjahr eine deutsche Schule besucht. Im Anschluss bin ich auf eigene Faust für mein Studium nach Deutschland gezogen. Mein BWL-Studiengang hatte den Schwerpunkt „International Marketing“. Für den Master habe ich mich auf den Bereich Wirtschaftspsychologie spezialisiert. Dort lag der Fokus auf der Konsumentenpsychologie, was in der Werbebranche ein wichtiger Aspekt ist. Ich interessiere mich sehr dafür, wie das menschliche Gehirn funktioniert und wie bestehende Prozesse optimiert werden können, damit Umgebungen geschaffen werden, in denen sich Mitarbeiter wohl fühlen und so schließlich bessere Arbeit liefern. Diese Form des Innovationsmanagements ist Teil meiner aktuellen Tätigkeit als Senior Marketing Manager bei adlicious, einer Hamburger Mediaagentur für Programmatic Advertising.

Bisher habe ich leider keine eigene Anwendung entwickelt. Aber wer weiß, was die Zukunft bringt? Ich bin immer offen für neue Herausforderungen.

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Ein Tag in Monicas Leben

Aktuell bin ich Senior Marketing Manager bei adlicious. Dort kombiniere ich in meiner Tätigkeit Aufgaben im klassischen Marketing mit kreativen und innovativen Projekten. Deshalb ist mein inoffzieller Titel auch „Intrapreneur“. Ich bin immer auf der Suche nach neuen Wegen, um unsere internen Prozesse zu optimieren und Innovation aktiv zu fördern.
Zu meinen Tätigkeiten gehört u.a. die Gestaltung und Konzeption von Produktpräsentationen. Im Bereich Brand Marketing bin ich dafür zuständig, dass sich adlicious als Marke durch gezielte PR- und Marketingaktivitäten positioniert und im Markt festigt. Dazu gehören die Einreichung von Award-Bewerbungen, die Erstellung von Case Studies oder auch die Überarbeitung und Pflege unserer Marketingmaterialien.

Wie bereits erwähnt, interessiere ich mich sehr für neue Tools, die Kreativität und Innovation fördern. Dieser Leidenschaft kann ich im Bereich „Brand Innovation“ nachgehen. Dort bin ich für die Weiterentwicklung und Optimierung unserer Prozesse zuständig und evaluiere Tools. Last but not least bin ich zudem für das Feel-Good-Management bei adlicious verantwortlich. Ich leite regelmäßig Workshops und stelle sicher, dass sich alle Mitarbeiter an ihrem Arbeitsplatz wohlfühlen. Es ist spannend, einen so vielfältigen und abwechslungsreichen Job zu haben, der meine Fähigkeiten und meine Expertise mit meiner Leidenschaft für neue Entwicklungen kombiniert.

Vorbilder und Förderer

Diskussionen über den Mangel an Frauen in der IT-Branche sind allgegenwärtig und zeigen, dass es leider noch ein weiter Weg zur Gleichberechtigung ist.

Meine Mutter ist mein größtes Vorbild. Sie ist eine erfolgreiche PR-Beraterin in meinem Heimatland und ist für mich seit der Kindheit ein Beispiel für eine erfolgreiche Karrierefrau in einer Führungsposition. Generell inspirieren mich viele starken Frauen und ich genieße es, mich mit ihnen auf Events und Networking-Veranstaltungen auszutauschen. Die Erfolgsgeschichten und Erfahrungen anderer Frauen motivieren mich dazu, über mich hinauszuwachsen und alles zu geben, um meine Ziele zu erreichen. Ein besonderes Vorbild aus der Marketingbranche ist Frederike Voss. Sie hat kürzlich das Projekt „Mission Female“ gestartet und ich habe ein Jahr lang mit ihr zusammengearbeitet. Sie hat mir gezeigt, dass es möglich ist, sich in einer männerdominierten Branche durchzusetzen und sich nicht unterkriegen zu lassen.

Hat jemals jemand versucht, dich vom Lernen und von beruflichen Fortschritten abzuhalten?

Mir wurden von meiner Familie oder Freunden nie Steine in den Weg gelegt. Das sehe ich als großes Glück an und dafür bin ich sehr dankbar. Ganz im Gegenteil habe ich durch mein persönliches und berufliches Netzwerk ständig Unterstützung erhalten und wurde von anderen gefördert, die an mich und meine Fähigkeiten geglaubt haben. Ich wurde persönlich auch noch nicht mit Klischees konfrontiert, aber natürlich sind Diskussionen über den Fachkräftemangel und den Mangel an Frauen in der IT-Branche allgegenwärtig und zeigen, dass es leider noch ein weiter Weg zur Gleichberechtigung ist.

Mein Werdegang hat mir gezeigt, wie wichtig ein gutes Netzwerk ist. Besonders Frauen müssen sich gegenseitig unterstützen und von Synergien profitieren.

Warum gibt es so wenige Frauen in der Tech-Branche?

Durch viele Vorbilder und Vorreiterinnen öffnen sich zunehmend die Türen und die Awareness für Frauen in der IT-Szene wächst. Die IT- und Tech-Branche ist aber immer noch sehr männerdominiert und vielen Frauen fehlt ein Zugang zu den entsprechenden Unternehmen. Wie in vielen anderen Branchen auch, müssen in der Tech-Szene Stereotypen aufgebrochen werden. Frauen und Männer müssen ihr Mindset ändern und realisieren, dass Frauen in Tech-Berufen genauso erfolgreich sein können wie Männer. Ich folge dem Motto „Querer se poder“, was so viel bedeutet wie „Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg“. Man muss als erstes an sich selbst glauben und mit einem selbstbewussten Auftreten überzeugen.

Man darf sich selbst keine Grenzen setzen oder sich selbst einschränken.

Die Technologiebranche verändert sich rasant und um erfolgreich zu bleiben, müssen Unternehmen innovativ denken und Innovation fördern. Vielfältige Teams (nicht nur mit Blick auf das Geschlecht, sondern auch mit Blick auf die Herkunft, die Persönlichkeit oder das Alter) liefern bessere und kreativere Ergebnisse. Sie profitieren von einem breiten Spektrum an Wissen, Erfahrung und Expertise, aus dem sich neue Ideen ergeben und Synergien effektiv genutzt werden können. Mehr Diversität führt somit zu mehr Synergien und das wiederum ermöglicht mehr Innovation. Unternehmen, die das nicht erkennen, verschenken viel Potential.

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Um die Diversity-Debatte endgültig zu beenden, muss allerdings noch einiges passieren. Die Frauen müssen stark bleiben und für ihre Rechte und Prinzipien weiter einstehen. Das Mindset fängt an sich zu ändern und ich wünsche mir sehr, dass das Thema Diversity für unsere Kinder Geschichte ist und wir in einer gleichberechtigten Welt leben – ohne Vorurteile, dafür mit vielen Chancen.

Tipps & Tricks

Das Wichtigste ist, dass man an sich selbst und seine Fähigkeiten glaubt und selbstbewusst auftritt. Man darf sich selbst keine Grenzen setzen oder sich selbst einschränken, indem man denkt, dass Andere etwas besser können oder besser qualifiziert wären. Positives Denken und Risikofreude helfen dabei, die Karriere voranzutreiben und die Tech-Branche zu erobern.

Geschrieben von
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo
Dominik Mohilo studierte Germanistik und Soziologie an der Goethe-Universität in Frankfurt. Seit 2015 ist er Redakteur bei S&S-Media.
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