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Frauen in der Tech-Branche im Portrait: Allison Esposito

Women in Tech – „Frauen stoßen überall auf Diskriminierung“

Mascha Schnellbacher

© S&S Media

In unserer Artikelserie „Women in Tech“ stellen wir ebenso spannende wie inspirierende Frauen vor, die erfolgreich in der IT-Branche Fuß gefasst haben. Heute im Fokus: Allison Esposito, Gründerin der Online-Community „Tech Ladies“.

Die Tech-Industrie wird von Männern dominiert – so weit, so schlecht. Doch langsam, aber sicher bekommt der sogenannte Boys Club Gesellschaft von begabten Frauen: Immer mehr Frauen fassen in der Branche Fuß.

Aus diesem Grund wollen wir hier spannenden und inspirierenden Frauen die Möglichkeit geben, sich vorzustellen und zu erzählen, wie und weshalb sie den Weg in die Tech-Branche gewählt haben. Aber auch Themen wie Geschlechtervorurteile, Herausforderungen oder Förderungsmöglichkeiten kommen zur Sprache.

Women_in_Tech_Aufmacher_900x450_farbe1_superweib-900x450Diversity in Tech

Women in Tech – die Umfrage

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Women in Tech – die Serie

In der Serie Women in Tech stellen sich inspirierende Frauen aus der IT-Branche vor. Bisher erschienen:

Unsere Woman in Tech: Allison Esposito

Heute erzählt uns Allison Esposito, Gründerin der Online-Community „Tech Ladies„, ihre Geschichte. Nach einem Journalismus-Studium in New York arbeitete Allison als Journalistin, wechselte dann in den Bereich Marketing und schließlich in die Tech-Branche, wo sie unter anderem bei so namhaften Unternehmen wie Foursquare, Oyster und Google tätig war. Das reichte ihr dann irgendwann nicht mehr, weshalb sie sich entschloss, selbstständig zu werden.

Allison Esposito

Allisons erster Kontakt mit Technik fand schon recht früh statt:

Ich habe mich schon für Technik interessiert, lange bevor ich meinen ersten Computer hatte. In der zweiten Klasse hatte ich ein Handheld-Device namens „My Magic Diary“ von Casio, mit dem man Textnachrichten an Freunde im gleichen Zimmer verschicken konnte. Ich kann mich noch daran erinnern, wie ich ihn in den Händen hielt und von dem Tag träumte, an dem wir alle Computer in unseren Hosentaschen haben.

In der Grundschule hatten wir Freistunden, in denen wir entweder draußen spielen durften oder in den „Computerraum“ gehen konnten, wo einer der frühen Macs mit einem grünen Bildschirm und dem Spiel Snake stand. Ich ging häufig dorthin, setzte meine Kopfhörer auf und legte los.

Zuhause bekamen wir unseren ersten Computer 1994, einen gemieteten Packard Bell. Der PC stand im Esszimmer, mein Bruder und ich haben uns dann per DFÜ-Verbindung ins Internet eingeloggt und besuchten AOL-Chatrooms. Mein Bruder (mittlerweile Designer) und ich sprachen und träumten ständig von Zukunftsprodukten.

Diese Träume setzte Allison dann um, indem sie zuerst Journalismus studierte. Daraufhin arbeitete sie auch eine Zeit lang als Journalistin bei einer Regierungsbehörde, bevor sie in die Tech-Branche wechselte.

In meinen mittlerweile schon fünf Branchenjahren habe ich für Unternehmen und Startups wie Foursquare, Oyster und Google gearbeitet. Bei Foursquare war ich Social-Strategy-Managerin und Werbetexterin für Apps und den Webauftritt, bei Oyster war ich ein Jahr als Marketing-Manager tätig. Daraufhin habe ich direkt ein weiteres Jahr bei Google als Content-Manager gearbeitet und mich dann im Oktober 2015 entschlossen, Tech Ladies zu gründen.

Einen entscheidenden Beitrag dazu haben Allisons Eltern geleistet, die sie stets ermutigten, das zu tun, was sie wollte.

Meine Eltern unterstützten mich bei allen meinen Bestrebungen, einschließlich meines Entschlusses, Google zu verlassen und meine eigene Firma, die Tech Ladies, zu gründen.

Seit Januar 2015 leite ich jetzt die „Tech Ladies”, eine Community von 5.000 Frauen in der Tech-Branche, die über die ganze Welt verteilt sind. Ein typischer Arbeitstag besteht für mich aus der Beantwortung der E-Mails unserer Partner, die Jobs und Events bei uns posten wollen, sowie aus telefonischen und persönlichen Meetings. Natürlich habe ich darüber hinaus noch ein Auge auf die Online-Community und zu guter Letzt gebe ich Interviews wie dieses, um Tech Ladies bekannter zu machen.

Allison sieht das Problem der fehlenden Diversity übrigens nicht im Mangel an qualifizierten Frauen, sondern in den schlechten Arbeitsbedingungen:

Tatsächlich gibt es viele Frauen in der Tech-Branche, aber es ist manchmal schwierig, dort eine Karriere aufzubauen und die dann auch weiter zu verfolgen. Ein häufiges Problem ist die Diskriminierung, angefangen bei den Bewerbungen. Das ist leider Teil der Kultur der Unternehmen – sie sind häufig auf junge Männer zugeschnitten, nicht auf Frauen und auch nicht auf Eltern. Ich beobachte aber, wie sich das verändert und sehe optimistisch in eine Zukunft, in der es Kindertagesstätten auf der Arbeit gibt, aber auch Home-Office-Optionen und generell ein unterstützendes Umfeld geboten werden.

Frauen, die in die Tech-Branche einsteigen möchten, sollten auf jeden Fall einem Netzwerk wie den Tech Ladies beitreten. Auf diese Weise kommt man viel leichter in Kontakt mit einem ganzen Support-System von Frauen, die euch auf eurer Reise helfen können.

Der Diversity Check

Wir freuen uns, wenn Sie sich an der folgenden Umfrage beteiligen, die sich an Frauen und Männer richtet. Teilen Sie uns Ihre Erfahrungen zum Thema Diversität in IT-Unternehmen mit!

Geschrieben von
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher
Mascha Schnellbacher studierte Buchwissenschaft und Deutsche Philologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seit Juni 2015 arbeitet sie als Redakteurin in der Redaktion des Entwickler Magazins bei Software & Support Media. Zuvor war sie als Lektorin in einem Verlag sowie als freie Editorin tätig.
Kommentare
  1. Sven C2017-03-07 00:37:25

    Also, wenn alle Frauen im Marketing oder Content oder SEO sich als Tech-Ladys bezeichnen würden, dann wäre der Frauenanteil wahrscheinlich ziemlich hoch. Ich dachte hier geht es um Woman in Tech, die auch direkt mit Tech zu tun haben?
    Dort ist der Anteil nämlich immer noch sehr niedrig, was vermutlich daran liegt, dass die meisten Frauen überhaupt kein Interesse an der Tätigkeit haben, denn die Firmen würden Sie auch noch bevorzugt einstellen. Tatsächlich sind die meisten meiner Bekannten ins Marketing oder die Medienbranche, weil Programmieren nicht so ihr Ding war und Sie lieber mit Menschen arbeiten wollten. Ehrlich gesagt kenne ich auch keine weibliche Programmiererin persönlich, die sich auch nur annähend für Softwareentwicklung interessiert, wie viele ihrer männlichen Kollegen, schade.

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