Wolkig mit Aussicht auf Einsparungen

Cloud Readiness Assessment

Eine gute Vorbereitung und ein solides Informationsfundament sind unerlässlich für die strategische Planung, wie eine IT-Unternehmenslandschaft in die Cloud gebracht werden kann. Dazu gehört auch ein guter Überblick, welche bereits praxiserprobten Beispiele im Markt existieren und was darüber hinaus in naher Zukunft möglich sein wird. Denn eine Aussage wie „Der Cloud-Anbieter stellt genau die IT-Kapazitäten zur Verfügung und in Rechnung, die der Kunde gerade benötigt“ unterstützt kaum dabei, die idealen Einsparungskandidaten im eigenen Unternehmen zu finden. Erst konkrete Szenarien leiten den Kunden zu eigenen, ähnlichen Fällen: Ein Berater im Cloud Assessment präsentiert dem Kunden beispielsweise das Praxisbeispiel eines Webshops, der regelmäßig zur Weihnachtszeit überlastet ist. Danach zeigt er die klassische Lösung, bei der die Unternehmens-IT ungenutzte, gekaufte Rechner für diesen Fall vorhält. Als eine mögliche Lösung dient ein moderner Cloud-Ansatz, bei dem der Kunde kurzfristig zusätzliche Server beim Cloud-Anbieter anmietet. Die Darstellung von Kompromissen bei der Entscheidung für eine Lösung rundet das Beispiel ab. Durch Übertragung des Beispiels auf eigene Situationen entsteht schnell ein aufschlussreicher Eindruck darüber, ob und wie unterschiedliche Cloud-Computing-Ansätze für den Kunden in Frage kommen.

Das Unternehmen stellt sich bestenfalls bereits zu diesem Zeitpunkt einen erfahrenen Systemintegrator zu Seite, um von dessen Expertise und dessen Beispielkatalog zu profitieren. Im Idealfall ist dieser Partner selbst ein Cloud-Anbieter oder besitzt schnelle Zugriffsmöglichkeiten auf das Praxis-Know-how eines Cloud-Anbieters. Die breite Erfahrungsbasis stellt sicher, dass man die richtigen Aktionen zur richtigen Zeit angeht und sehr gute Ergebnisse bei niedrigem Risiko erzielt. Die wesentlichen Entscheidungen trifft jedoch niemals der Partner. Das Unternehmen bleibt der Kapitän für seine eigene IT. Die hinzugezogenen Cloud-Experten verstehen sich als Lotsen.

Um zu beantworten, ob und wie die Beispiele auf das eigene Unternehmen angewendet werden können oder ob weitere Szenarien betrachtet werden müssen, ist es sinnvoll, sich zu einigen wesentlichen Aspekten Überblick und Einblick zur aktuellen Situation zu verschaffen. Der zu spannende Bogen sollte von der Ebene Business bis zur Infrastruktur reichen. Vor allem die Abhängigkeiten innerhalb und zwischen den Ebenen müssen transparent werden.

Ideal kann sich hier der Systemintegrator in seiner Rolle als Lotse einbringen. Er unterstützt im Prozess der Informationsbeschaffung, bei der Einordnung der gelieferten Informationen in eine sinnvolle Struktur und bei der anschließenden Bewertung, wie gut die Unternehmens-IT bereits für Cloud-Erweiterungen vorbereitet ist (Cloud Readiness).

Abb. 2: EAM-Struktur: Schichten und Abhängigkeiten in einer Unternehmensarchitektur

Hat der Partner zusätzlich zu seiner Cloud-Kompetenz auch Expertise im Enterprise Architecture Management (EAM), kann er für die gesuchte, sinnvolle Struktur z. B. eine aus dem TOGAF Framework [4] abgeleitete EAM-Struktur empfehlen (Abb. 2). Ein Mehrwert ist, dass die Erfassung der Abhängigkeiten zwischen den Schichten im Zentrum von EAM-Ansätzen steht. Weiterer Charme steckt in der Weiterverwendung sowohl der Struktur als auch der zugeordneten Informationen zur Entwicklung der IT-Landschaft.

Erst mit den gewonnenen Informationen lassen sich auch Cloud-Szenarien durchspielen, die signifikante Senkung der Betriebskosten durch Reduzierung von Hardware-, Wartungs- und Softwarelizenzkosten erzielen. Gerade die EAM-Schichtenstruktur liefert weitere, wichtige Hinweise auf zusätzlich in Frage kommende Szenarien. Die Businessarchitektur kann das Szenario motivieren, alle IT-Applikationen, die einen bestimmten Prozess unterstützen, in die Cloud zu migrieren. Aus der logischen Architektur kann das Szenario stammen, alle IT-Applikationen zu cloudifizieren, die eine bestimmte Kernfähigkeit wie Unternehmenskommunikation oder CRM unterstützen. Die Applikationsarchitektur macht z. B. die Entscheidung plausibel, alle Applikationen der gleichen Programmiersprache in die Cloud zu bringen. Die technische Architektur kann einen Hinweis darauf geben, dass alle Backup-Systeme möglichst bald in die Cloud gehören.

Sogar wenn das Ergebnis eines Szenarios ist, dass für eine oder mehrere Applikationen Cloud Computing aktuell keine Option ist, kann es dennoch interessant sein, über eine (spätere) Ablösung durch eine Cloud-Applikation nachzudenken. Ergibt hingegen mindestens ein Szenario, dass sich für die identifizierten Teile der Applikationslandschaft der Weg in die Cloud rechnet, dann sollte das Unternehmen einen Programm- und Budgetplan ausarbeiten, idealerweise zusammen mit dem erfahrenen Partner. Ein Maßnahmenkatalog und eine Zeitplanung für die folgende Migration und Integration der betroffenen IT-Anwendungen ergänzen das Cloud-Strategiekonzept.

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