Bitcoin Flipping

Bitcoin Flipping: Das Gewicht der globalen Wirtschaft auf den Schultern von Blockchain

Gabriela Motroc

© Shutterstock / ALL best fitness is HERE

Ein neuer Report der G20 stellt die These auf, dass die Blockchain eine zentrale Rolle dabei spielen wird die wirtschaftliche Stabilität zu stärken und eine Weltwirtschaft im Dienst des Menschen zu schaffen. Was heißt das aber genau?

Der Report „The G20 Countries Should Engage with Blockchain Technologies to Build an Inclusive, Transparent, and Accountable Digital Economy for All“ von Julie Maupin, Senior Fellow am Centre for International Governance Innovation (CIGI) vertritt die These, dass Blockchain-Technologien der Schlüssel zu einer inklusiven digitalen Globalwirtschaft seien, deren Sicherheit auditiert werden kann und die transparent Rechenschaft gegenüber der Weltöffentlichkeit ablegen könne.

Der Aufsatz gehört zu den sogenannten Policy Briefs, also Kurzdossiers, der G20. Im Rahmen dieser Veröffentlichung werden Empfehlungen zu einer Reihe von Themengebieten ausgesprochen. Dazu gehören unter anderem Klimapolitik, Finanzen, erzwungene Migration und Digitalisierung.

Maupin zufolge führe eine Welt ohne Blockchain zu einer weiteren Fragmentierung der Weltwirtschaft. Zu den weiteren Nachteilen gehöre die Unterwanderung des Vertrauens der Weltbevölkerung in die internationalen Institutionen der Wirtschaft. Auch die Verdrängung der innovativsten Weiterentwicklungen auf dem Gebiet der Blockchain in die dunklen Ecken des Internets, die sich der Kontrolle durch die Regierungen entziehen, wird als mögliche Folge eines Versäumnisses in Sachen Blockchain-Adaption benannt.

Neue Technologien an erster Stelle

Die Autorin vertritt die Meinung, dass die G20 konkrete Schritte in Angriff nehmen muss, um die gewaltigen Chancen zu nutzen, die sich derzeit bieten. Zugleich, so Maupin, können so die Risiken im Umfeld der Blockchain-Technologie minimiert werden, die in dieser kritischen Inkubationsphase bestehen. Dadurch könne die G20 außerdem auf zwei der größten geopolitischen Herausforderungen reagieren: „The G20 should facilitate active experimentation within each of these core concerns.“

  • Den Zeitgeist der wachsenden Skepsis von Bürgern gegenüber grenzüberschreitendem Warenverkehr und offenen Märkten, der sich durchzusetzen scheint. Dazu gehört auch das begleitend entstehende Misstrauen der Öffentlichkeit gegenüber den Institutionen, welche die Weltwirtschaft strukturieren.
  • Das Risiko einer zunehmenden Fragmentierung der internationalen Wirtschaftsordnung durch die zunehmend negative Stimmung gegenüber der Globalisierung.

Die Technologie könne außerdem dazu beitragen, einige der Kernanliegen der G20 voranzubringen – beispielsweise hinsichtlich der finanziellen Inklusion – und die wirtschaftliche Widerstandskraft zu stärken, fügt Maupin hinzu.

Es gibt bereits Lösungsansätze

Außerdem erklärt der Artikel, dass bereits zwei entscheidende Dossiers der G20 vorliegen, die Empfehlungen zur Anwendung und Umsetzung der genannten Strategien in den G20-Ländern geben.

  • Der „G20 Blueprint for Innovative Growth“ (2016) hebt die Bedeutung von Inklusion zur Ausrottung extremer Armut, für die Reduzierung von Ungleichheit und sozialer Exklusion sowie zur Überbrückung der digitalen Kluft hervor.
  • Der „G20 New Industrial Revolution Action Plan“ (2016) konstatiert, dass im Entstehen begriffene Technologien wie Blockchain mit dem Aufkommen neuer Branchen und Geschäftsmodelle einhergehen, die hergebrachte Modelle ablösen werden. Darum verankert der Report das Multi-Stakeholder Communication Principle als seine Vorgehensweise.

Der gesamte Report kann hier eingesehen werden.

Gut fürs Geschäft?

Ein kürzlich veröffentlichter Bericht der Unternehmensberatung Accenture mit dem Namen „Banking on Blockchain“, gemeinsam verfasst mit dem Banchmarking-Unternehmen McLagan, einem Geschäftsbereich von Aon, bezeichnet Blockchain als mögliche Rettungsleine für Investmentbanken. Die Technologie hinter Bitcoin könnte Investmentbanken einen Weg zur Weiterentwicklung der multiplen, sequenziellen Modelle zum Datenabgleich bieten, die sich heute im Einsatz befinden. Blockchain könnte zu einem einem effizienteren Prozess führen, innerhalb dessen die Abstimmung von Konten einen wesentlichen Bestandteil des Transaktionsprozesses darstellt. Der Bericht schätzt, dass  „investment banks spend around two-thirds of their IT budgets supporting legacy back-office infrastructure, plus billions more each year on cost reduction initiatives.“

Jenseits der offensichtlichen Vorteile betonen die Autoren des Berichts jedoch auch, dass Blockchain kein Allheilmittel zur Lösung aller Probleme des Investmentbankings sein könne. Für viele Anwendungsfälle, so die Autoren, seien konventionelle Datenbankstrukturen und Prozesse ausreichend, um zu einem ähnlichen Ergebnis zu gelangen, ohne dabei die Kosten und Herausforderungen einer Blockchain-Lösung in Kauf nehmen zu müssen. Zu den genannten Beispielen gehören die interne Automatisierung, die Reduzierung des Personals und das Outsourcing und Offshoring. Allerdings gäbe es, so der Report weiter, überzeugende Anhaltspunkte dafür, dass Blockchain viele Prozesse radikal reduzieren könne: „However, there is compelling evidence that blockchain could radically reduce, if not entirely eliminate, many existing clearing and settlement processes.“

Geschrieben von
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc
Gabriela Motroc ist Online-Redakteurin für JAXenter.com. Vor S&S Media studierte Sie International Communication Management an der The Hague University of Applied Sciences.
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